Coburg
Straftat

CC stellt klar: Kein Platz für Nazis

Wer mit "Heil Hitler" grüßt, hat im Coburger Convent und beim Pfingstkongress nichts verloren, stellen die Verantwortlichen klar.
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Der Einzug der Chargierten zum Festkommers: Bei den offiziellen Veranstaltungen war der Vorfall mit dem Hitlergruß eines Verbindungsmitglieds bewusst kein Thema.  Foto: Simone Bastian
Der Einzug der Chargierten zum Festkommers: Bei den offiziellen Veranstaltungen war der Vorfall mit dem Hitlergruß eines Verbindungsmitglieds bewusst kein Thema. Foto: Simone Bastian
Die Herren wirken, als sei ein Schatten auf ihr schönes Fest gefallen. "Das hätte es wirklich nicht gebraucht", sagt Ali-Ottmar Mahdi, Vorsitzer des Altherrenverbands AHCC. Die Nachricht, dass ein "Verbandsbruder", wie sie sich untereinander nennen, einen anderen mit "Heil Hitler" gegrüßt hat, schlägt Mahdi und den übrigen Vertretern des Coburger Convents (CC) bei der Pressekonferenz am Montagnachmittag sichtlich auf die Stimmung.
Denn damit wäre das Vorurteil bestätigt, das dem CC sowieso ständig entgegenschlägt: Dass er zu neuen und alten Rechten viel zu enge Beziehungen pflege, mehr noch, dass er "solche" in seinen Reihen hat. Der CC versteht sich als liberal und weltoffen, doch die politischen Anschauungen der Mitglieder spielen in den einzelnen Bünden keine Rolle. "Die Mitglieder dürfen denken, was sie wollen", hatte Mahdis designierter Nachfolger Andreas Bootz noch am Freitag gesagt, und dass der CC mit Sicherheit AfD-Wähler, aber auch SPD-Ortsvorsitzende in seinen Reihen habe.
Doch hier sind die Grenzen klar: Den Hitlergruß zu zeigen oder mit "Heil Hitler" zu grüßen ist strafbar. Mahdi, Bootz und CC-Pressesprecher Frank Klauss stellen sich ausdrücklich hinter das 45-jährige Verbindungsmitglied, das den Hitlergruß gehört und den Unbekannten angezeigt hat, nachdem dieser auf Vorhaltungen nicht reagiert hatte. Die Polizei ermittelt, der CC wird sie unterstützen - denn mehr als die Farbe der Mütze ist von dem Mann, der am späten Sonntagabend in der Toilette des "Münchner Hofbräu" "Heil Hitler" sagte, nicht bekannt. Nur, dass er sich nicht auf ein Gespräch einließ und auf die Erwiderungen des Anzeigenstellers hin nur gelacht habe.
"Solche Straftaten gehören verfolgt und haben beim CC nichts verloren", sagt Klauss. "Das muss Konsequenzen haben." Gefordert sei da in erster Linie die fragliche Verbindung, die aber nicht einmal dem CC angehören muss. Denn zum Pfingstkongress reisen auch Verbandsbrüder aus anderen Dachverbänden an. Und nicht alle distanzieren sich so deutlich und konsequent von rechtem Gedankengut wie der CC.
"Wir erwarten von dem fraglichen Bund, dass er das Mitglied meldet", sagte Andreas Bootz. Im CC habe so jemand nichts verloren. Der Dachverband kann aber kein Mitglied aus der Verbindung ausschließen. Das muss der fragliche Bund selbst tun, und notfalls werde der CC da den erforderlichen Druck ausüben, kündigte Mahdi an. "Sie können sicher sein, dass wir da entsprechend vorgehen."
Dass der CC so deutlich auf den Vorfall reagierte, wurde sowohl von Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer als auch von seinem Vorgänger Norbert Kastner beifällig aufgenommen. Beide nahmen am Festkommers am Montagabend teil. Dort war der Vorfall freilich kein Thema. "Das gehört da nicht hin. Wir kommunizieren das anderweitig", betonte Mahdi. Der Kommers mit Festrede und dem Singen von Studentenliedern ist Teil der Tradition.


Vorbereitungen auf 2019

Der Pfingstkongress des nächsten Jahres wird bereits vorbereitet: Die Cimbria Freiburg wird im Sommer das Präsidium im CC übernehmen, ihr Motto wird lauten "Freiheit verteidigen, Verantwortung übernehmen", sagte ihr Sprecher Maximilian Baunach. Auch der Redner beim Festkommers 2019 steht schon fest: Joerg-Helge Wagner, Redakteur beim Weserkurier, wird das Verhältnis von Freiheit und Verantwortung beleuchten. Denn das eine sei nicht ohne das andere möglich.
Auch die neue App des Coburger Convents ist schon für Android-Smartphones erhältlich. Sie soll es den Mitgliedern der Bünde ermöglichen, sich direkt zu vernetzen und gemeinsame Aktivitäten zu planen.
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