Coburg
Wirtschaft

Camp in Coburg beweist: Physik kann Spaß machen!

Das Forscherinnen-Camp ermöglicht einen Einblick in die Welt der Technik.
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Die Schülerinnen entdecken beim Forscherinnen-Camp gemeinsam die Firmen Schumacher in Ebersdorf (hier im Bild) und Kaeser Kompressoren in Coburg.Foto: Kaeser Kompressoren
Die Schülerinnen entdecken beim Forscherinnen-Camp gemeinsam die Firmen Schumacher in Ebersdorf (hier im Bild) und Kaeser Kompressoren in Coburg.Foto: Kaeser Kompressoren
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Wer wissen will, wie eine Druckluftstation funktioniert oder wofür man einen Schraubenkompressor braucht, fragt am besten eine der zehn Teilnehmerinnen des Forscherinnen-Camps bei Kaeser Kompressoren. Eine Woche lang probierten sich die Mädchen zwischen 15 und 18 Jahren im Berufsalltag einer Ingenieurin aus und verschrieben sich dem Forschungsauftrag: "Der Druckluft auf der Spur". Die Ziele des Camps sind ganz klar: Faszination wecken, Interesse fördern und Nachwuchs gewinnen.

Theorie und Praxis

Die Mädchen verbrachten die ersten zwei Tage an der Hochschule Coburg. "Für die Schülerinnen ist das Camp eine tolle Möglichkeit, erste Eindrücke von einem technischen Studium zu bekommen", erklärt Prof. Jutta Michel, Vizepräsidentin der Hochschule. Außerdem wurden ihnen dort die theoretischen Grundlagen vermittelt, die sie in den folgenden Tagen brauchen würden. "Da können sie mal sehen, dass man Physik wirklich brauchen kann", sagt Jutta Michel lächelnd.

Einblick in verschiedene Firmen

Um sich mit dem "Forschungsobjekt" - der Druckluftstation - vertraut zu machen, besuchten die Teilnehmerinnen am Dienstag den Verpackungsmittelhersteller Schumacher Packaging in Ebersdorf. Danach setzten sie sich bei der Firma Kaeser mit der Optimierung der Station im Hinblick auf Energiekostenersparnis auseinander.

"Am besten waren die Firmenbesichtigungen", sagt die 16-jährige Kimberly. Für sie ist es schon das dritte Camp, sie ist sich sicher: "Ich will Mechatronikerin werden!"

"Es ist gar nicht so dumm, einen sogenannten Männerberuf auszuwählen", sagt Jutta Michel, die selbst Mathematik studiert hat. "Die späteren Aussichten sind einfach gut!" Rolf Eberwein, Personalleiter bei Kaeser, liegt vor allem der notwendige gesellschaftliche Wandel am Herzen. "Früher sagte man: Männer arbeiten an Autos, Frauen gehen ins Büro", erzählt er. Diese typischen Rollenbilder müssten aufgebrochen werden.

Eltern müssen überzeugt werden

"Eigentlich bräuchten wir mehr Workshops für Eltern", scherzt Jutta Michel. Diese seien nämlich oft das größere Problem. Das musste auch Anja Seitz, Projektingenieurin bei Kaeser und Betreuerin des Camps, am eigenen Leib erfahren. "Frauen und Technik? Das passt doch gar nicht zusammen!", habe ihr Vater damals gesagt. Deshalb entschied sie sich erst für eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Ihr Interesse für Technik konnte dadurch aber nicht gestillt werden. Sie entschied sich schließlich doch noch für ein Maschinenbaustudium. Heute wünscht sie sich, ein Vorbild für die Camp-Mädchen zu sein.

Die technische Welt mitgestalten

Auch die Maschinenbaustudentin Tina Schlee, die mit den Mädchen eine Vorlesung an der Hochschule besuchte, ist begeistert vom Forscherinnen-Camp. Für sie ist noch ein ganz anderer Aspekt wichtig: "Ich würde mir wünschen, dass die Welt, die immer technischer wird, auch von uns Frauen mitgestaltet wird. Außerdem würde ich mich natürlich freuen, später mal mit mehr Frauen zusammenarbeiten zu können."

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