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C&A zieht sich aus Coburg zurück

Das Modeunternehmen will in den nächsten Jahren bis zu 100 Filialen schließen. In der Coburger Spitalgasse soll im Januar 2021 Schluss sein. Bei der Stadt Coburg sieht man der Schließung gelassen entgegen. Es gebe durchaus Interessenten.
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2011 war die Mode-Kette aus der Ketschengasse in die Spitalgasse umgezogen. Das ehemalige Weka-Gebäude war damals für rund 1,2 Millionen Euro saniert worden. Foto:  Oliver Schmidt
2011 war die Mode-Kette aus der Ketschengasse in die Spitalgasse umgezogen. Das ehemalige Weka-Gebäude war damals für rund 1,2 Millionen Euro saniert worden. Foto: Oliver Schmidt
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Die Coburger Gerüchteküche brodelt schon seit einiger Zeit heftig: Schließt das Modeunternehmen C&A tatsächlich seine Filiale in der Spitalgasse? Seit Montag steht fest: Leider ja! Unternehmenssprecherin Martina Schenk antwortete auf eine Tageblatt-Anfrage: "Die Schließung der Filiale in Coburg können wir für Januar 2021 bestätigen."

Einem aktuellen dpa-Bericht zufolge, will die Modekette noch in diesem Jahr 13 Filialen quer durch die Bundesländer schließen. In Franken, wo C&A 21 Filialen unterhält, ist derzeit nur Forchheim betroffen. Wie Sprecherin Schenk unserer Zeitung bestätigte, sollen im dortigen "Kids-Store" am 27. Februar die Lichter ausgehen. Das Unternehmen sei sehr bemüht, den von Filialschließungen betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive Alternativen anzubieten, heißt es in ihrer Erklärung. "Dazu gehört auch die Möglichkeit, in umliegenden Filialen zu arbeiten." Ähnlich dürfte sich die Zukunft für die Mitarbeiter am Standort Coburg gestalten.

Jede Filiale auf dem Prüfstand

Im Rahmen des Restrukturierungsprogramms "Turnaround Germany" will der Konzern in den nächsten drei Jahren seinen Markt sanieren. "Wir überprüfen ständig unser Filialnetz und entscheiden auf der Basis von standortabhängigen Mark tanalysen, ob wir eine Filiale modernisieren, schließen oder neu eröffnen", betont die C&A-Sprecherin gegenüber dem Tageblatt. Laut dpa-Bericht könnte sich die Zahl der betroffenen Filialen im Laufe des Jahres deshalb noch geringfügig verringern oder erhöhen.

Der Mode-Gigant ist nach dem jüngsten Ranking des Fachblattes "Textilwirtschaft" Deutschlands drittgrößter Bekleidungshändler, hatte aber in den vergangenen Jahren mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Momentan laufen in vielen Fällen Gespräche mit Vermietern, um Nachlässe zu erzielen. Sollte das nicht gelingen, wird die betreffende Filiale geschlossen.

Das Gebäude in der Spitalgasse, in das C&A 2011 aus der Ketschengasse gezogen war, gehörte seinerzeit der B&L Gruppe Hamburg. Diese verkaufte das Haus 2012 an den heutigen Eigentümer, die Warburg-HIH Invest Real Estate GmbH, ebenfalls mit Sitz in Hamburg.

Genügend Zeit für Lösungen

In der Stadt Coburg hat man die Nachricht von der Schließung gelassen aufgenommen, wie Pressesprecher David Schmitt betont. "Wir verfallen jetzt ganz sicher nicht in Hektik." Der Termin Januar 2021 gebe der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Coburg (Wifög) genügend Zeit, Lösungen für das Gebäude in der Spitalgasse zu finden. "Die Kollegen sind auch schon in Gesprächen", berichtet Schmitt. "Es sind auch noch andere Geschäfte am Standort Coburg interessiert."

"Reine Spekulation"

Noch im Dezember hatte C&A abwehrend auf die Berichterstattung zu möglichen Schließungen reagiert: "Die in den Medien genannten Zahlen möglicher Filialschließungen über die nächsten Jahre sind reine Spekulation", hatte es damals noch geheißen. Im Januar zeigt sich nun: Der Plan hat bereits konkretere Züge angenommen, als das Unternehmen zugeben wollte.

Meldung sorgte für Wirbel

Eine Meldung des Manager Magazins hatte seinerzeit für Wirbel gesorgt: Demnach wolle der Modekonzern C&A in den nächsten Jahren bis zu 100 Filialen in Deutschland schließen - das ist fast ein Viertel aller Standorte in der Bundesrepublik. Mit der Schließung von zunächst 13 Filialen geht das Unternehmen nun den ersten Schritt in diese Richtung.

Insgesamt hat C&A 450 Filialen in Deutschland. Die 13 Filialen, die 2020 geschlossen werden sollen, befinden sich in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Bayern, Berlin und Brandenburg.

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