Coburg
Wirtschaft

Automobilzulieferer Brose: Deutlicher Umsatzrückgang, vor allem in Coburg

Die Automobilbranche steht international stark unter Druck - das geht auch an der Brose-Gruppe nicht spurlos vorbei. Doch das Familienunternehmen hat bereits mit einigen Maßnahmen darauf reagiert und kündigt zudem weitere kräftige Investitionen an.
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Der Automobilzulieferer Brose in Bamberg: Das Unternehmen aus Coburg hat drei Standorte in Franken. Und aktuell mit einem Umsatzdefizit zu kämpfen. Foto: Ronald Rinklef
Der Automobilzulieferer Brose in Bamberg: Das Unternehmen aus Coburg hat drei Standorte in Franken. Und aktuell mit einem Umsatzdefizit zu kämpfen. Foto: Ronald Rinklef

Alles ist relativ - auch die Geschäftszahlen eines weltweit agierenden Unternehmens wie der Brose-Gruppe. So stellt Kurt Sauernheimer, der Vorsitzende der Brose-Geschäftsführung, zwar fest, dass man sich im vergangenen Jahr besser entwickelt habe als der globale Automobilmarkt - denn dort sei der Umsatz um 1,2 Prozent zurückgegangen. Doch auch bei Brose gebe es eben einen Umsatzrückgang - und speziell am Standort Coburg fällt der mit Minus 2,4 Prozent sogar relativ groß aus. Sauernheimer wird deshalb in einer Pressemitteilung der Brose-Gruppe mit den Worten zitiert: "Wir können mit unserem Ergebnis nicht zufrieden sein."

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Die sich abschwächende Konjunktur in der Automobilbranche, so heißt es in der Pressemitteilung, beeinträchtige auch die Geschäftsentwicklung der Brose-Gruppe. 2018 habe der Zulieferer mit rund 6,3 Milliarden Euro einen Umsatz knapp unter Vorjahresniveau erwirtschaftet. "Das Ergebnis lag allerdings deutlich unter den Erwartungen", wie es heißt.

"Während wir in der ersten Jahreshälfte noch sechs Prozent gewachsen sind, ging der Umsatz im zweiten Halbjahr um sieben Prozent zurück", erklärt Sauernheimer. Die Ursachen seien ungeplante Kosten beim Anlauf neuer Produkte und Aufwendungen zur Qualitätssicherung gewesen. Gleichzeitig hätten die Vorleistungen in Produkte für die kommenden automobilen Trends zu Personalaufbau und höheren Investitionen geführt. Dadurch seien die Fixkosten "überproportional gestiegen". Durch höhere Rohstoffpreise, Strafzölle und Sondersteuern wäre die Rendite zusätzlich belastet worden.

Drei fränkische Standorte

Mit rund zwei Milliarden Euro Umsatz (entspricht einem Minus von 2,4 Prozent) trug der Geschäftsbereich Sitzstrukturen, der am Brose-Stammsitz in Coburg angesiedelt ist, zum Gruppenumsatz bei. Der in Bamberg beheimatete Geschäftsbereich Tür erzielte 3,2 Milliarden Euro Umsatz (Minus 0,5 Prozent). Der Bereich Antriebe aus Würzburg erwirtschaftete über eine Milliarde Euro (Plus 0,9 Prozent).

Und wie will Brose auf diese Entwicklung reagieren? Laut Pressemitteilung wurde ein Programm zur Kostenreduktion gestartet, "um die Wettbewerbsfähigkeit der Brose-Gruppe zu stärken". Mit Blick auf einen sehr schlechten Start ins Jahr 2019 (fünf Prozent weniger Umsatz als im ersten Quartal 2018) wurden zusätzlich einige kurzfristige Maßnahmen eingeleitet, die bereits im laufenden Geschäftsjahr zu Kosteneinsparungen in "deutlich zweistelliger Millionenhöhe" führen sollen, wie es in der Pressemittelung heißt. Darüber hinaus habe Brose ein Programm zur Kostensenkung gestartet, um Prozesse, Strukturen und Personalkapazitäten anzupassen.

Kurt Sauernheimer zeigt sich angesichts dieses Bündels an Maßnahmen zuversichtlich: "Mit diesem Programm sichern wir das erforderliche Ergebnis, um notwendige Investitionen für das künftige Wachstum aus eigener Kraft zu stemmen und die Unabhängigkeit unseres Familienunternehmens zu wahren." In den kommenden drei Jahren wolle man zudem rund 1,5 Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Produkte, technische Anlagen und den weltweiten Ausbau von Standorten investieren.

Chancen durch Mobilitätstrends

Denn Brose sehe in den neuen Mobilitätstrends "mehr Chancen als Risiken". Innovative Produkte wie selbsttätig öffnende Türen, flexible Lösungen für den Innenraum oder Thermalmanagement für E-Fahrzeuge würden "Möglichkeiten für weiteres Wachstum" bieten.

Unberührt von der insgesamt eher negativen Entwicklung hält Brose übrigens an einer Umsatzbeteiligung der Beschäftigten einschließlich der Zeitarbeiter fest. Dafür stellt das Familienunternehmen nach eigenen Angaben rund 46 Millionen Euro bereit.

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