Coburg

Brautpaar trotzt dem Unwetter

Die Regenfälle vom Samstag und Sonntag sorgten nicht überall im Landkreis Coburg für Verdruss. Tamara Perkins-Großmann und Tobias Großmann kamen dadurch sogar zu einmaligen Hochzeitsfotos.
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Tamara Perkins-Großmann und Tobias Großmann
Tamara Perkins-Großmann und Tobias Großmann
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Tamara Perkins-Großmann und Tobias Großmann werden den Samstag nicht vergessen. Aber nicht nur, weil sie an diesem Tag geheiratet haben. Auch die wetterbedingten Umstände seiner Hochzeit wird das Paar sicher noch lange in Erinnerung behalten - alleine schon wegen der Hochzeitsfotos im Hochwasser. "Schuhe aus, Hose hoch, Kleid hoch", hieß es nämlich für das Brautpaar, das von seiner Fotografin Tanja Wippenbeck (Lautertal) nach Niederfüllbach "entführt" und dort barfüßig im Hochwasser fotografiert wurde. Danach ging es, als sich das Wetter wieder beruhigt hatte, zurück zur Hochzeitsfeier in Grub am Forst.

Für einen Teil des Landkreises war der Sturz-Regen am Samstag in den Mittagsstunden dagegen weniger erfreulich. "Rund um die Stadt Coburg herum war für unsere Einsatzkräfte ganz schön was los", berichtete Kreisbrandrat Manfred Lorenz. Besonders im oberen Itzgrund (Ahorn, Niederfüllbach, Meschenbach und Untersiemau) sowie im gesamten Lautertal mussten die Feuerwehren ausrücken, um voll gelaufene Keller auszupumpen und überschwemmte Straßen wieder für den Verkehr frei zu machen.

Sonntag: Schon wieder Regen

Besonders schlimm war die Situation in Triebsdorf, wo die Straße auf der Höhe "Schnitzelstube" am Samstag eher einem Bach glich. Horst Engelhard aus Niederfüllbach musste sogar eine Schaufel aus seinem Keller holen, am den Eingang seines Hauses von den erbsengroßen Hagelkörnern. Beeindruckend war für viele Platzregen-Opfer mit ihren voll gelaufen en Kellern besonders die große Hilfsbereitschaft der Menschen. Nachbarn und Freunde unterstützten, die Betroffenen und nahmen Schneeschieber. Schaufel, Besen und Lappen in die Hand und halfen einfach - ohne dass Betroffenen groß nach Hilfe fragen mussten.

Mitleid hatte Kreisbrandrat Manfred Lorenz mit den Organisatoren des ersten Tags der "Helfer und Retter", den die Mitglieder der Feuerwehr Dietersdorf auf die Beine gestellt hatten. Dort traf der sonntägliche Wolkenbruch nämlich just in dem Moment ein, als sich das Festgelände gerade zu füllen begann. Das gesamte Nachmittagsprogramm musste dadurch ausfallen. "Hier steht überall das Wasser, viele der beteiligten Organisationen haben schon ihre Sachen eingepackt", berichtete Lorenz gestern um kurz vor halb Drei. Zu diesem hatte Landrat Michael Busch (SPD) als Ehrengast seinen Rundgang über das Gelände beim "Tag der Helfer und Retter" schon abgebrochen. "Nicht einmal die Hälfte aller Stände haben wir geschafft", berichtete Lorenz.

Was sonst noch passiert ist

Neustadt Die Feuerwehr wird am Sonntag durch die Rettungsleitstelle in Suhl über einen schweren Blitzschlag im Bereich des Muppberges informiert. Sofort eilen die Einsatzkräfte mit mehreren Fahrzeugen auf den Neustadter Hausberg und suchen von der Stadt sowie von Ebersdorf bei Neustadt aus das Gelände ab - sie entdecken aber keinerlei Schäden und müssen nicht eingreifen.

Großheirath Die Feuerwehr wird alarmiert, weil der Blitz in ein Haus eingeschlagen haben soll. Es besteht die Gefahr, dass eine Person im Gebäude eingeschlossen ist und eventuell hilflos sein könnte. Vor Ort stellt sich allerdings schnell heraus, dass die Einsatzkräfte nicht eingreifen müssen.

Tambach Am Sonntagnachmittag löst die Brandmeldeanlage im Jagd- und Fischereimuseum im Schloss Tambach einen Alarm aus. Aber auch in diesem Fall können die Feuerwehren ihre Ausrüstung in den Fahrzeugen lassen.

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