Neustadt bei Coburg
Sicherheit

Brandschutzübung der Awo in Neustadt bei Coburg

Die Mitarbeiter der Neustadter Awo wurden bei einer Brandschutzübung in Neustadt bei Coburg von der Feuerwehr ausgebildet.
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Mit dem Feuerlöscher kämpfen die Awo-Mitarbeiter gegen den Brand an. Fotos: Christoph Wiedemann
Mit dem Feuerlöscher kämpfen die Awo-Mitarbeiter gegen den Brand an. Fotos: Christoph Wiedemann
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Hitze, Angst, Gefahr. Es brennt. Und jetzt? Wie man handeln soll, wenn ein Feuer ausbricht, haben rund 40 Mitarbeiter der Awo Neustadt bei Coburg gelernt. Sie waren bei der Feuerwehr in Neustadt, um sich zum Brandschutzhelfer ausbilden zu lassen.

"Ganz wichtig: Wenn es brennt, zuerst die 112 anrufen", betont Andree Baerenz, Hauptamtlicher Gerätewart der Feuerwehr Neustadt. Bevor man selbst versuche, einen Brand zu löschen, müsse zuerst die Feuerwehr gerufen werden. Da gehe es auch um die Versicherung.

Nach dem Notruf kann man versuchen, den Brand selbst zu löschen. "Wir üben jetzt direkt am Feuer, um euch die Angst davor zu nehmen", sagt der Feuerwehrmann. Bevor die Flammen in die Höhe schießen, riecht man das Gas. Damit wird der "Firetrainer" befeuert, an dem geübt wird.

Die Awo-Mitarbeiter müssen dicht ans Feuer ran. Schon von der Ferne spürt man die Hitze, die mit den Feuerballen aufsteigt. "Der gesunde Menschenverstand sagt einem, wie weit man gehen kann", sagt Baerenz, "aber mit einem Feuerlöscher muss man nahe ans Feuer."


Vorsicht vor dem Schlauch

"Ihr braucht keine Angst vor dem roten Ding zu haben", sagt Baerenz den Mitarbeitern der Awo. Dabei tätschelt er liebevoll jeden seiner Feuerlöscher.

Zuerst muss man den Schlauch in die Hand nehmen. "Entriegelt ihr den Löscher und da ist Druck drauf, wirbelt der Schlauch sonst ziellos umher", erklärt Baerenz. Auf jedem Gerät ist eine Bedienungsanleitung gedruckt. Erstens: Sicherung ziehen. Zweitens: Hebel drücken, um den Löscher zu laden. Drittens: Drücken, um zu löschen. "So funktionieren beinahe alle Feuerlöscher", sagt Baerenz.

Mit diesen Grundregeln schreiten die Awo-Mitarbeiter an die Tat. "Wir machen die Praxis, um den Menschen die Angst vor dem Feuer zu nehmen", erklärt Baerenz.

Die Flammen lodern. "112" müssen die Mitarbeiter rufen. Dann nebeln der Schaum, das Wasser oder das Kohlendioxid den Vorplatz der Feuerwehr ein. Der Brand ist gelöscht.

Die Feuerwehr Neustadt spielt gleich drei Szenarien durch. Mithilfe von verschiedenen Aufsätzen simulieren sie einen Flachbrand, einen Brand eines Computermonitors und den eines Mülleimers."Es ist schon was anderes, ein reales Feuer zu löschen und das nicht nur in der Theorie zu lernen", sagt die Pflegedienstleiterin der Awo, Elke Köhn. Baerenz erklärt, dass man nicht mit jedem Feuerlöscher jedes Feuer bekämpfen könne. "Auf jedem Feuerlöscher sind die Brandklassen geschrieben, bei denen man ihn verwenden kann", erläutert er.


Der Lieblingsfeuerlöscher

Der Buchstabe A steht für feste Stoffe, wie Holz, Autoreifen oder einem Schuh, sagt Baerenz. B beinhaltet flüssige und C gasförmige Stoffe. Für diese Stoffe eignen sich Pulverfeuerlöscher. "Die machen eine Riesensauerei", erklärt der Feuerwehrmann. "Mal kurz draufdrücken, kann schnell zu einer Gebäudereinigung von 17 000 Euro führen", erläutert er weiter.

"Deswegen ist der Kohlendioxidlöscher mein Liebling", sagt Baerenz. Darin befindet sich CO2 , das auf minus 78 Grad gekühlt ist. "Wenn man den benutzt, entsteht kein Dreck. Und: Er ist praktisch zum Bierkühlen im Sommer", scherzt er. Allerdings ist dieser Feuerlöscher ausschließlich für flüssige Stoffe zu gebrauchen, da er dem Feuer den Sauerstoff entzieht. Bei einem Feststoff entsteht eine Glut, die das Feuer immer wieder entfacht, sobald sie wieder mit Sauerstoff gefüttert wird. Auf diesen Feuerlöschern steht deshalb ausschließlich ein weißes B.

"Niemals Speisefette mit einem normalen Wasser löschen", mahnt Baerenz, "denn der entstehende Wasserdampf zieht das Fett nach oben." So entsteht eine Stichflamme. Die meisten Menschen besitzen keinen Feuerlöscher der Klasse F, der für Fettbrände geeignet ist. Baerenz rät, einen Deckel oder eine Branddecke auf den Fettbrand zu legen. "Und nicht nach einer Minute den Deckel heben, um zu schauen, ob es noch brennt. Natürlich tut es das, es ist ja noch heiß", erläutert der Feuerwehrmann.

Nach zwei Stunden Lernen und Üben erhalten die Teilnehmer eine Bescheinigung. Damit sind sie Brandschutzhelfer.


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