Für einen 45 Jahre alten Gastronom endete am Mittwoch der Prozess vor der Ersten Großen Strafkammer am Landgericht Coburg mit einem Freispruch. Dem Mann war vorgeworfen worden, im September 2010 in seinen Geschäftsräumen in der Ketschengasse Feuer gelegt zu haben. Bis zu diesem Zeitpunkt habe er dort einen Imbiss geführt. Da sich in dem Gebäude damals Menschen in den oberen Stockwerken befanden, stand auch versuchter Mord im Raum.

Der Angeklagte bestritt von Anfang an, den Brand gelegt zu haben. Am ersten Verhandlungstag waren etliche Zeugen zu Wort gekommen und auch ein Sachverständiger vom Landeskriminalamt München. Das Gutachten allerdings hinterließ kein wirklich eindeutiges Bild darüber, was die Brandursache gewesen sein könnte, es stützte sich teilweise auf Wahrscheinlichkeiten.

Staatsanwalt Johannes Berg ging in seinem Plädoyer nochmals auf die Motive ein. Ärger mit den Vermietern, Kassieren einer Versicherungssumme, Wut wegen der Kündigung des Mietverhältnisses. Alle Indizien jedoch schienen dem Staatsanwalt nicht gewichtig genug.

Vorsitzender Richter Amend verkündete dann das Urteil: Freispruch! Allerdings wies er daraufhin, dass eine Hauptverhandlung dazu diene, ausfindig zu machen, ob jemand Täter ist oder nicht. Bis zur Verurteilung gelte die Unschuldsvermutung. Während des Ermittlungsverfahrens sei der Angeklagte durchaus als Täter in Betracht gekommen. Insgesamt müsse aber festgestellt werden, dass nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Funkenflug als Brandursache diente und nicht vorsätzliche Brandlegung. Das Gutachten ließ beide Möglichkeiten zu, und deshalb musste das Ermittlungsverfahren eingeleitet und geführt werden, aber eben auch die Anklageschrift so lauten.

Zuletzt habe sich in der Hauptverhandlung jedoch gezeigt, dass man nicht davon ausgehen könne, dass der Angeklagte den Brand gelegt habe. Deshalb war der 45 Jahre alte Mann freizusprechen.