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Coburg
Regiomed

Besucher müssen draußen bleiben

In den Krankenhäusern der Region werden bereits Corona-Patienten behandelt. Schutz und Hygiene sind die obersten Gebote - nicht nur fürs Klinikpersonal.
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Das Klinikum Coburg vom Wirtschafthof her gesehen. Hier wie in den anderen Regiomed-Standorten laufen derzeit die Vorbereitungen dafür, eine große Zahl von Covid-19-Patienten aufnehmen zu können. Foto: Simone Bastian
Das Klinikum Coburg vom Wirtschafthof her gesehen. Hier wie in den anderen Regiomed-Standorten laufen derzeit die Vorbereitungen dafür, eine große Zahl von Covid-19-Patienten aufnehmen zu können. Foto: Simone Bastian

Ja, Regiomed versorgt Corona-Patienten - genauer gesagt: Covid-19-Patienten. Wie viele, gibt der Konzern nicht bekannt. Über die Erkrankungen zu informieren sei Aufgabe der Gesundheitsämter, betont Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke. Die beruhigende Nachricht bei alldem: In den neun Seniorenzentren und den beiden Wohnheimen ist noch keine Covid-19-Infektion nachgewiesen worden.

Damit das möglichst so bleibt, geht der regionale Gesundheitskonzern teilweise über das hinaus, was Bund und Länder verlangen. Krankenbesuche sind eh verboten. Alle Beschäftigten in den Regiomed-Häusern tragen im Dienst Mund- und Nasenschutz. Auch das nicht-medizinische Personal. Pfleger und Ärzte, die an möglicherweise infizierten Patienten arbeiten, erhalten Schutzmasken mit Atemventil, "weil der normale Mund-Nasen-Schutz Aerosole nicht ausreichend abschirmen kann", wie Schmidtke erläutert. Das gelte zum Beispiel auf den Intensivstationen oder wenn ein Patient intubiert werde.

Noch sei ausreichend Schutzausrüstung vorhanden, betont Schmidtke. Diese Woche werde überdies "eine größere Lieferung" erwartet. Und wenn alle Lieferketten reißen, dann könne laut dem Leiter des Regiomed-Hygiene-Instituts, Professor Klaus-Dieter Zastrow, die Schutzausrüstung wieder aufbereitet werden. "30 Minuten bei 70 Grad Celsius tötet alle Viren", sagt Schmidtke. Diese Wiederaufbereitung erfolge aber nur im äußersten Notfall.

Außerdem gibt es bereits Angebote, für Regiomed Schutzmasken zu nähen. "Diese Hilfsangebote finden wir sensationell", sagt Schmidtke. Allerdings muss Chef-Hygieniker Professor Zastrow erst die Muster freigeben, weshalb sich Regiomed derzeit auf die Masken aus der Schneiderei des Landestheaters beschränke, die auch nur ans nicht-medizinische Personal ausgegeben werden.

Wie schnell die Corona-Pandemie auf den Klinikalltag durchschlagen kann, zeigt die Reha-Klinik in Masserberg: Der 900-Einwohner-Ort Neustadt am Rennsteig steht seit Montag unter Quarantäne und damit auch die Mitarbeiter, die dort wohnen. Andere hatten Kontakt zu Neustadtern. Deshalb wurde bei allen Mitarbeitern der Rehaklinik ein Rachenabstrich veranlasst, um weitere Infektionen auszuschließen.

In den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) wird Mundschutz auch an die wartenden Patienten ausgegeben. Außerdem sollen dort vermehrt Videosprechstunden stattfinden. Auch sonst hat Regiomed viele Konferenzen und Besprechungen durch Telefon- und Videokonferenzen ersetzt. Das könne nach der Krise durchaus so bleiben, sagt Schmidtke - "es spart Fahrzeiten zu Besprechungen und diszipliniert".

Betreuung der Mitarbeiter

Aufrechterhalten bleibt vielleicht auch etwas, was jetzt gerade aufgebaut wird, nämlich die Kriseninterventionsteams, die psychische Belastungen bei den Mitarbeitern abfangen sollen. Denn auch wenn die Zahl der akuten Covid-19-Patienten sich noch in Grenzen hält, so spüren die Mitarbeiter doch den Stress durch die Vorbereitungen und ihre Verantwortung, sagt Rüdiger Bauer, Leiter der Seniorenzentren und zuständig für das Thema Krisenintervention.

"Krise" war schon vor Corona eine Zustandsbeschreibung - für Regiomed als Konzern. Denn der schreibt seit 2018 Verluste. Dank des von der Bundesregierung beschlossenen Krankenhausentlastungsgesetzes werde sich die finanzielle Krise nicht weiter verschlimmern, ist Schmidtke zuversichtlich. Allerdings müsse noch berechnet werden, was die von der Bundesregierung beschlossenen Entschädigungen bedeuten. Allein durch die Vorbereitungen auf mehr Corona-Patienten, durch die Verschiebung von Operationen verliere Regiomed 30 bis 50 Millionen Euro an Erlösen, "je nachdem, wie lang wir das praktizieren". Nun gibt es 560 Euro pro Tag für jedes Bett, das freigehalten wird, und 580 Euro je Behandlungstag eines Covid-19-Patienten, Zuschüsse für zusätzliche Intensivbetten und bürokratische Erleichterungen. "Zum jetzigen Zeitpunkt" gehe er davon aus, dass Regiomed keine weiteren finanziellen Hilfen seiner Gesellschafter brauche, sagt Schmidtke.

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