Bad Rodach
Neubau

Besser spielen für 200 000 Euro

In der Kurstadt entsteht ein großer Spielplatz mit zwei Bereichen, für große und für kleine Kinder.
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Der neue Spielplatz an der Gerold-Strobel-Halle in Bad Rodach kommt voran. Während im Hintergrund die Bauarbeiten weiter gingen, testeten Heike Habermaass (links) und Bürgermeister Tobias Ehrlicher am Montag schon einmal die bereits eingebauten zwei mal zwei Meter großen Boden-Trampoline. Foto: Bettina Knauth
Der neue Spielplatz an der Gerold-Strobel-Halle in Bad Rodach kommt voran. Während im Hintergrund die Bauarbeiten weiter gingen, testeten Heike Habermaass (links) und Bürgermeister Tobias Ehrlicher am Montag schon einmal die bereits eingebauten zwei mal zwei Meter großen Boden-Trampoline. Foto: Bettina Knauth

Große Sprünge machte gleich zu Wochenbeginn Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD): Gemeinsam mit Heike Habermaass, Gesellschafterin der Haba-Firmenfamilie, testete er am Montagmorgen die ersten angelieferten Geräte für die neuen Spielflächen am Bad Rodacher Schlossplatz. Mit dabei: zwei Riesen-Bodentrampoline. "Ich kann mir gut vorstellen, dass die am besten ankommen", lautete gleich nach den ersten Hüpfern das Urteil des Rathauschefs.

Gut versteckt hinter der Gerold-Strobel-Halle befindet sich der Spielbereich für größere Kinder, oder eben auch für jung gebliebene Erwachsene. Schon montiert sind die Strecke mit Balancierpfosten sowie das Seilnetzklettergerät mit anschließendem Erlebnisturm, von dem eine "Monsterrutsche" (Ehrlicher) nach unten führt.

Neben den Trampolinen soll - zur Stadtmauer hin - bald eine Seilbahn die Besucher erfreuen. "Die ist zwar nicht ultralang, aber ich habe mir sagen lassen je kürzer, desto schneller", meinte Ehrlicher.

"Klassiker" kommen in Kürze

Eine Kletterdrehsäule für alle Altersklassen wird neben der Halle, zwischen Rückertschule und Kupferturm, den Übergang zum Bereich für kleinere Kinder bilden. "Klassiker, die auf keinem Spielplatz fehlen dürfen" fänden hier in Kürze Platz, sagte Habermaass. Dazu zählen Kletteranlage, Viererwippe und Doppelschaukel. "Wippe und Schaukel waren schon als Kind für mich die Highlights", fügte die Haba-Gesellschafterin lachend hinzu.

Die Auswahl der Geräte orientierte sich an den Vorstellungen, die Eltern und Kinder auf einem Workshop im August 2017 geäußert hatten. Selbst an die Jüngsten, die gerade erst laufen können oder noch krabbeln, wurde auf Wunsch der Teilnehmer gedacht, mit Rutschkombi, Wipptierchen und Vogelnest-Schaukel. Von Bänken aus sollen die Mamis und Papis ihre Kinder bequem im Auge behalten können, etwa wenn sie auf der Sandspielfläche spielen. Dienen für die Kleinen neben Sand vor allem Hackschnitzel als Fallschutz, ist es im unteren Abschnitt Donaukies.

In der benachbarten Halle wird für Kinder und Begleitpersonen die Möglichkeit bestehen, die barrierefreien Toiletten benutzen zu können. Ein Wickeltisch soll dort noch nachgerüstet werden. Ein Wunsch, den der Rathauschef nachvollziehen kann: "Als Familienvater fallen mir viele Dinge erst jetzt auf", so Ehrlicher. Nicht nur in der Kernstadt, auch in vielen Stadtteilen bringt die Verwaltung derzeit in ihrer "Spielplatz-Offensive" Spielflächen auf Vordermann. "Dort haben uns die Bürger enorm unterstützt", lobte das Stadtoberhaupt.

60 Prozent aus Fördermitteln

Der neue Kinderspielplatz am Schlossplatz soll knapp unter 200 000 Euro kosten. Kosten, die zu 60 Prozent aus Städtebauförderungsmitteln mitfinanziert werden. Mit der Durchführung sind neben den Stadtwerken Bad Rodach ausschließlich einheimische Firmen beauftragt, darunter Gerhard Büchner (Gauerstadt), Ralf Sieber, Tasso Ebert und Jürgen Etzweiler. Die Spielgeräte selbst werden von Wehrfritz geliefert.

Bis der gesamte Spielplatz am 14. Juli offiziell eingeweiht werden soll, bleibt noch jede Menge zu tun. Doch Ehrlicher zeigte sich zuversichtlich: "Das schaffen wir!" Noch in dieser Woche werden sämtliche Spielgeräte angeliefert und montiert, dann folgen Fallschutz, Begrünung und Zäune. Mit Hecken und Zäunen sollen die Kinder von der Hildburghäuser Straße abgeschirmt werden, um eine mögliche Gefährdung auszuschließen. Auch dies war Ehrlicher zufolge eine Anregung der Eltern beim Workshop.

Weitere Bauabschnitte folgen

Damit wäre der erste Bauabschnitt der Neugestaltung des Platzes abgeschlossen. Bis die gesamte Maßnahme fertig wird, müssen sich die Bürger länger gedulden: Erst soll das Haus des Gastes durch Einbau eines Aufzugs barrierefrei zugänglich werden, dann folgt die Sanierung der Rückert-Schule. In die dann ebenfalls ohne Hindernisse zugänglichen Räume wird die Bücherei einziehen. Ergänzt wird diese um eine Leseterrasse, die nach dem ersehnten Abbruch der Pestalozzi-Schule auf der dann frei werdenden Fläche entstehen soll.

Der Rathauschef freute sich schon auf den dann unverstellten Blick vom Schlossplatz auf die Stadtmauer und zum Draesekehaus in der Hirtengasse. Im Hinblick auf die Gesamtmaßnahme gab er sich ebenfalls optimistisch: "Der neue Schlossplatz wird ein Superprojekt, das pünktlich zu 1125 Jahren Rodach im Jahr 2024 fertig wird!" Ob Ehrlicher dann auch Freudensprünge machen wird?

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