Coburg
Vernissage

Besondere Kinder bereichern Familien

"Glück kennt keine Behinderung" heißt die Ausstellung mit Fotos von Menschen mit Down-Syndrom in der Kirchengemeinde Katharina von Bora in Coburg.
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Pure Lebensfreude (Ausstellungsfoto)
Pure Lebensfreude (Ausstellungsfoto)
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Der Leiter der Selbsthilfegruppe "Eltern helfen Eltern", Jens Neugebauer, sprach der Fotografin Jenny Klestil bei der Vernissage der Ausstellung "Glück kennt keine Behinderung" ein großes Lob aus. Die Ausstellung wird bis zum 1. April 2018 in der Katharina von Bora Gemeinde in Coburg zu sehen sein. Die Bilder, mitten aus dem Leben gegriffen, zeugen von überschäumender Lebensfreude, Liebe, starkem Zusammenhalt und wurden mit Gedanken der Eltern, Geschwister und Großeltern ergänzt.

Klestil habe die Kinder und Erwachsenen so abgebildet, wie sie wirklich seien, betonte Neugebauer. Etwa 20 Bilder von Menschen mit Down-Syndrom werden den Weg in die ungewöhnliche Ausstellung finden. Die Kinder, die zu sehen sind, stammen alle aus Coburg Stadt und Land.

Jens Neugebauer und seine Ehefrau Rita sind Eltern von drei Kindern. Luna (12 Jahre), Nils (acht Jahre) und Lino (fünf Jahre). Als Nils mit Down-Syndrom zur Welt kam, stand für Neugebauers erst einmal die eigene Welt Kopf. Viele Fragen und Unwissenheit wirbelten durcheinander. Jens Neugebauer sagt, dass sich Nils in ihr Leben geschlichen und hineingeliebt habe. Keine der ärztlichen Schwangerschaftsuntersuchungen habe die Eltern auf ein derart besonderes Kind vorbereitet. "Eine Fruchtwasseruntersuchung haben wir nicht machen lassen, da sie ja auch mit einem Risiko für Mutter und Kind behaftet ist", teilte der Vater mit. Zudem hätten sie nicht mit irgendwelchen Problemen gerechnet. Auch als das dritte Kind unterwegs war, hätten sie auf derartige oder ähnliche Untersuchungen verzichtet. "Wir hatten ja gesehen, dass wir (gemeinsam) das hinkriegen!", so Neugebauer.

Ähnliche Erfahrungen hat die Familie von Jonas Pilz und Lisa Leybold mit ihren Kindern Emba (9 Jahre) und Maja (3 Jahre) gemacht. Als Maja unterwegs war, mutmaßte die Kinderärztin, dass etwas nicht in normalen Bahnen verlaufe. Für das Ehepaar war trotzdem klar, dass sie ihr kleines Mädchen so annehmen würden, wie es ist. Jonas Pilz erzählte, seine Frau habe ihm sehr viel Mut gemacht. Und schließlich kam Maja als ganz besonderes Mädchen zur Welt. "Es ist ein total schönes Miteinander. Wir haben ein sehr schönes Familienleben", berichtet Pilz.

Von seine Tochter erzählt er: "Wenn wir mit Maja in der Stadt sind, ist sie ein Blickfang." Aufgrund ihrer fröhlichen und unkomplizierten Art verstehe sie es, einfach jedem, der ihr begegne, ein gutes Gefühl zu vermitteln. Doch nicht nur die Liebe der Eltern zu ihren Kindern und umgekehrt erweist sich bei den Familien als tragendes Fundament.

Auch die Geschwister haben ihr jeweiliges Geschwisterchen angenommen und empfinden dessen Besonderheit immer wieder als Bereicherung. Luna schrieb über ihren Bruder Nils: "Ich habe meinen Bruder in den Arm genommen und bin mit ihm umgegangen, wie mit jedem anderen Kind ..." und "Wenn ich mir jetzt mein Leben ohne Nils vorstellen würde, merke ich, dass das gar nicht geht." Die Ausstellung zeigt nicht nur die besonderen Kinder und deren Familien, sondern enthält auch Texte, die von den Eltern, Großeltern und Geschwistern geschrieben wurden.

Pfarrer Detlev Juranek sieht die Ausstellung als gute Bereicherung für die Katharina-von-Bora-Gemeinde.

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