Coburg

Bejubeltes Wiederhören mit dem Minguet Quartett in Coburg

Wie das Minguet Quartett und der Pianist Matthias Kirschnereit bei den Coburger Musikfreunden beeindrucken.
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Leidenschaftliches Musizieren: Das Minguet Quartett und der Pianistn Matthias Kirschnereit gastierten im Coburger HUK-Foyer bei der Gesellschaft der Musikfreunde.Foto: Jochen Berger
Leidenschaftliches Musizieren: Das Minguet Quartett und der Pianistn Matthias Kirschnereit gastierten im Coburger HUK-Foyer bei der Gesellschaft der Musikfreunde.Foto: Jochen Berger
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Im Jahr 1988 wurde das nach dem spanischen Philosophen Pablo Minguet benannte Streichquartett gegründet, das heute zu den international gefragtesten seiner Zunft zählt. Bereits zum vierten Male gastierte es nunmehr bei den Musikfreunden in Coburg.

Zur gegenwärtigen Besetzung gehören Ulrich Isfort (Violine), Annette Reisinger (Violine), Aroa Sorin (Viola) und Matthias Diener (Violoncello). Bestechend und einzigartig der geschmeidige, homogene Klang, die breite dynamische Palette, das traumwandlerische Zusammenspiel und die Stilsicherheit des Ensembles.

Wichtigste Wegbegleiter

Eine spannende Konstellation verhieß das mitgebrachte Programm mit Komponisten und Werken um Clara Schumann, die seinerzeit zu den berühmtesten Künstlerinnen zählte und am 13.September dieses Jahres ihren 200. Geburtstag feierte. Ihr Mann Robert und Johannes Brahms waren ihre wichtigsten Wegbegleiter, die mit eigenen Werken nebst denen der Jubilarin im Programm vertreten waren.

Sperriger Klaviersatz

Den Auftakt gestaltete der als Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock wirkende Pianist Matthias Kirschnereit, der zuvor auch in einer kurzen Einführung das enge Verhältnis der drei Protagonisten beleuchtet hatte, mit der Johannes Brahms zugeeigneten Romanze a-Moll von Clara Schumann, einem melancholischen Stück mit merkwürdig sperrigem, weitgriffigem Klaviersatz, das der Pianist ausdrucksvoll und überlegen darbot. Umgekehrt widmete Brahms Clara Schumann seine Klaviersonate fis-Moll, aus der Kirschnereit den schroffen 1. Satz treffsicher und dramatisch gestaltet zum Vortrag brachte.

Rückert-Vertonung

"Die gute Nacht, die ich dir sage" - ein Klavierlied von Clara Schumann nach einem Gedicht von Friedrich Rückert - hatte Violinistin Annette Reisinger für Streichquartett bearbeitet, dessen Stimmung auch in dieser Fassung gut zur Geltung kam, zumal so klangvoll und intim vom Minguet Quartett vorgetragen. Dieses bekam anschließend eine weitaus größere Aufgabe in Form des Streichquartetts A-Dur von Robert Schumann, das er Felix Mendelssohn gewidmet hatte. Dank der oben erwähnten Qualitäten der "Minguets" erlebte man eine großartige, dichte Wiedergabe des mit zahlreichen Stimmungen und deren Wechsel aufwartenden Werks.

Schumanns Klavierquintett

Höhepunkt des Konzerts bildete nach der Pause ein Gipfelwerk der Kammermusik, bei dem sich Pianist und Streicher zu hochkarätigem Musizieren verbanden - das Klavierquintett Es-Dur von Robert Schumann. Clara spielte 1843 bei der Uraufführung im Leipziger Gewandhaus den Klavierpart. Brillant, überschwänglich gelang der Kopfsatz, eindrucksvoll der folgende Trauermarsch, mit kraftvollem Zugriff das wilde Scherzo, mitreißend das in eine kunstvolle Doppelfuge mündende Finale.

Anhaltender Beifall

Mit anhaltendem Beifall würdigten die Zuhörer diese Meisterleistung und kamen als Zugabe noch einmal in den Genuss der das Quintett abschließenden Doppelfuge.

Zu Gast bei den Coburger Musikfreunden

Das Minguet Quartett war bei den Musikfreunden bereits dreimal mit großem Erfolg zu hören: 2002 trug das Ensemble zum Beethoven-Zyklus bei, 2009 und 2013 lieferte das Minguet Quartett dann seine Beiträge zum Mozart-Zyklus.

Das Minguet Quartett zählt heute zu den international gefragtesten Streichquartetten und gastiert in vielen großen Konzertsälen der Welt. Namenspatron ist Pablo Minguet, ein spanischer Philosoph des 18. Jahrhunderts, der sich in seinen Schriften darum bemühte, dem Volk Zugang zu den Schönen Künsten zu verschaffen.

Donnerstag, 28. November Laura Mann (Gesang), Florian Bernd (Gitarre) "Ella - First Lady of Song", 19.30 Uhr, Kunstverein (Green Line) Sonntag, 22. Dezember Weihnachtskonzert Collegium musicum, 17 Uhr, St. Moriz (Gelbe Reihe) Montag, 27. Januar Sestetto Stradivari, 19.30 Uhr, Kongresshaus (Gelbe Reihe) Vorverkauf Tickets gibt es in der Coburger Buchhandlung Riemann

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