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Beiersdorf bei Coburg
Bauprojekt

Beiersdorfer sind enttäuscht von der Kirche

Der Bürgerverein des Coburger Stadtteils Beiersdorf fühlt sich ausgetrickst: Der neue Kindergarten an der "Sommerwiese" sollte der erste Baustein des künftigen Ortsmittelpunkts werden. Doch stattdessen errichtet die Kirche einen Neubau an der alten Stelle.
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Abrisskandidat: An der gleichen Stelle, wo sich jetzt der Beiersdorfer Kindergarten befindet, will die Kirche einen neuen errichten.
Abrisskandidat: An der gleichen Stelle, wo sich jetzt der Beiersdorfer Kindergarten befindet, will die Kirche einen neuen errichten.
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Es ist Cord-Friedrich Seegers anzumerken, dass er nach den passenden Worten sucht. Doch der Vorsitzende des Bürgervereins Beiersdorf kann es nicht anders sagen: "Die haben uns hintergangen." "Die", das sind in diesem Fall die evangelisch-lutherische Gesamtkirchenverwaltung Coburg und die Kirchengemeinde St. Matthäus. Denn deren Verantwortliche haben entschieden, dass die Kirche einen neuen Kindergarten in Beiersdorf bauen wird - dort, wo jetzt der alte steht.
Dafür spricht laut Rainer Mattern, dem Geschäftsführer der Gesamtkirchenverwaltung, vor allem ein Argument: Geld. Die Stadt wollte für Beiersdorf einen neuen Kindergarten an der Sommerwiese bauen, direkt neben dem Spielplatz an der Beiersdorfer Straße. Die Kirche hätte darin auch einen Gemeinderaum für sich schaffen können - aber ihn auch bezahlen müssen. Da sei vor zwei Jahren noch von 200   000 Euro die Rede gewesen, sagt Mattern. Doch am Ende sei für die Kirche ein Kostenanteil von 600   000 Euro berechnet worden - zu viel.
Der Kindergarten mit Gemeinderäumen für die Kirche wäre nur der erste Schritt zu einem neuen Ortsmittelpunkt gewesen. Denn dort, wo sich jetzt noch der Spielplatz befindet, hätte ein Park- und Festplatz entstehen sollen, und daneben ein Bürgerhaus für die Beiersdorfer Vereine.
Dafür hat sich der Bürgerverein seit Jahren stark gemacht. Durch den Rückzieher der Kirche ist nun offen, wie es weiter geht.
Die Stadt habe seit dem Frühjahr viel Geld für Planungen und Vorarbeiten ausgegeben, von den Kosten für einen Architektenwettbewerb im Jahre 2009/10 ganz zu schweigen, sagt Seegers.
"Das hätte man sich alles sparen können." Der Unmut über das Verhalten der Kirche sei groß in Beiersdorf.
Trotzdem halte der Bürgerverein an dem Dorfmittelpunkt fest, betont Seegers. Durch den Verkauf von Baugrundstücken auf der Sommerwiese und der alten Schule gegenüber vom Kindergarten könnte das Bürgerhaus finanziert werden.
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