Niederfüllbach
Radwegenetz

Bei Niederfüllbach klafft eine Lücke

Die Lücke im Radwegenetz zwischen Bamberg und Coburg wird so schnell nicht geschlossen. Der Coburger Kreisausschuss hat am Donnerstag angeregt, den Bau des letzten 750 Meter langen Teilstückes bei Niederfüllbach so lange zu verschieben, bis im Kreishaushalt genügend Geld dafür zur Verfügung steht. Und das kann dauern.
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Das letzte fehlende Radweg-Teilstück zwischen dem Coburger Land sowie den Nachbarstädten Lichtenfels und Bamberg wird wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen. Die Mitglieder des Coburger Kreisausschusses haben sich gestern dafür ausgesprochen, den knapp über 750 Meter langen Neubau eines Radweges auf Niederfüllbacher Gemeindegebiet vorerst auf Eis zu legen - zumindest so lange, bis im Kreishaushalt die dafür nötigen 370 000 Euro aufgebracht werden können.
Gerold Strobel (Freie Wähler) brachte den Stein ins Rollen. Millionen gebe der Landkreis in den nächsten Jahren für Bauprojekte an der Realschule CO II, die Mensa in Neustadt und die Ebersdorfer Umgehung aus - da könnte man bei weiteren Ausgaben doch ein bisschen langsam tun, bat der Bad Rodacher Bürgermeister gestern im Coburger Landratsamt. "Vielleicht müssen wir den Radweg auch um ein oder zwei Jahre verschieben", sagte Strobel.
Auch Gerhard Preß (CSU/Landvolk) schlug vor, sich nicht schon jetzt auf den Lückenschluss festzulegen, sondern erst die finanziellen Rahmenbedingungen 2013/2014 abzuwarten. Einen Antrag auf Bezuschussung bei der Regierung von Oberfranken stellen, das solle das Landratsamt aber laut Preß auf jeden Fall. "Denn ohne Zuschuss", machte der CSU-Sprecher klar, "brauchen wir gar nicht anfangen". Auf bis zu 174 000 Euro kann der Landkreis hoffen, wenn er den Radweg baut.
Der Abschnitt auf Landkreisgebiet ist beim seit über 13 Jahren in der Planungsphase befindlichen Lückenschluss sowieso nur ein erster Schritt. Denn auf Coburger Stadtgebiet gibt es eh noch Lücken im Radwegenetz. Und so schnell werden die auch nicht geschlossen, wie die Stadt Coburg der Landkreisverwaltung mitgeteilt hat. Aus finanziellen Gründen sieht sich Coburg in den nächsten fünf Jahren zudem nicht in der Lage, einen Radweg auf der alten Itzgrund-Bahntrasse bis nach Creidlitz zu bauen. Wenn der Landkreis seinen Teil des Lückenschluss erstellt hat, müssen Radfahrer aus Süden kommend nach der Carl-Brandt-Straße unter der B 303 hindurch auf einem vorhandenen Wirtschaftsweg Richtung Coburger Innenstadt fahren. Wann dies der Fall sein wird, entscheidet sich aber im besten Falle erst im kommenden Frühjahr - nach den Haushaltsberatungen.

Umgehung: Ein Schritt weiter


In der nächsten Woche fällt eine Vorentscheidung, wie es mit dem Bau der Ebersdorfer Umgehung (CO 13 neu) weitergehen soll. Dann fährt eine Delegation der Landkreisverwaltung nach Bayreuth, um dort mit der Regierung von Oberfranken über die Pläne für die Umgehung zu reden. Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Bahn (die jeweils ein Drittel der neuen Straße zahlen sollen) wollen so wenig wie möglich bezahlen und haben deshalb eine "Fiktivplanung" mit möglichst niedrigen Kosten gefordert. Auf deren Basis wollen sie dann ihren Anteil leisten.
Jene "Fiktivplanung" allerdings stößt im Landratsamt auf wenig Gegenliebe - alleine schon deshalb, weil sie baulich eigentlich nicht umsetzbar ist. "Sie sollte aber wenigstens genehmigungsfähig sein", sagte Landrat Michael Busch (SPD), der darauf hofft, gemeinsam mit der Regierung den Anteil von Bund und Bahn ein bisschen nach oben zu schrauben. Gerhard Preß schlug zudem vor, beim für den 31. Oktober angekündigten Besuch von Bahnchef Rüdiger Grube auf die Probleme mit dem Bau der CO 13 aufmerksam zu machen. Bei solchen Terminen könne man immer gut Druck machen.


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