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Coburg
Landestheater

Beethoven in aller Macht

Beim 6. Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters im Coburger Kongresshaus riss der kurzfristig eingesprungene Pianist Gerold Huber das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.
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Gerold Huber war der Solist in Besethovens 5. Klavierkonzert Es-Dur. Das Philharmonische Orchester des Landestheaters begleitete unter der Leitung von Roland Kluttig. Fotos: Jochen Berger
Gerold Huber war der Solist in Besethovens 5. Klavierkonzert Es-Dur. Das Philharmonische Orchester des Landestheaters begleitete unter der Leitung von Roland Kluttig. Fotos: Jochen Berger
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Weil im Kongresshaus ein Konzertflügel vorhanden ist, der für "Heroisches" wie Beethovens 5. Klavierkonzert tauglich ist, fand das 6. Sinfoniekonzert des Landestheaters dort in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Musikfreunde statt. Häufig mit ihm im Gespann - wie auch hier - ist die ebenfalls in Es-Dur stehende Sinfonie Nr. 3, die Eroica.

Beinahe hätte das Konzert nicht in dieser Form stattfinden können, war doch der ursprünglich vorgesehene Pianist Alexej Gorlatsch kurzfristig erkrankt, sodass zwei Tage vor dem Konzert ein neuer Solist gesucht werden musste. Zum Glück erklärte sich der international renommierte Pianist Gerold Huber - er war in Coburg schon als Liedbegleiter des Baritons Christian Gerhaher beim Festival "Lied und Lyrik" aufgetreten - bereit, den Part in Beethovens Klavierkonzert zu übernehmen.


Blendend und temperamentvoll

Gerold Huber war bestimmt schon mit dem Notentext vertraut, musste aber zur Sicherheit aus den Noten spielen, was seiner phänomenalen Leistung keinen Abstrich tat. Kurz gesagt, er zog sich blendend aus der Affäre, mit sicherer Technik, expressivem Anschlag und temperamentvoller Gestaltung, was ihm minutenlangen, stürmischen Beifall einbrachte.

Das anpassungsvoll begleitende Philharmonische Orchester des Landestheaters wurde von Roland Kluttig (diesmal ohne Taktstock) exakt und differenziert gestaltend geleitet.

Hauptwerk des Abends war nach der Pause die Sinfonia eroica, die - so oft man sie hören mag - immer wieder mit neuen Überraschungen aufwartet. Auffallend an Roland Kluttigs Interpretation war die in allen Sätzen äußerst straffe Temponahme, die aber der Brisanz des Werkes zugute kam.

Sehr gut heraus gearbeitet wurden die schroffen Gegensätze im 1. Satz. Auch in dem berühmten Trauermarsch bestach die differenzierte Liebe zum Detail nebst der eindringlichen Verdichtung im polyphonen Teil. Sehr exakt und spritzig kam das Scherzo mit dem gelungenen Horntrio.

Transparenter Klang

Eine weitere Steigerung war das geniale Finale, eine Mischung aus Variations- und Sonatenform, das mitreißend bis zum triumphalen Schluss musiziert wurde. Auch hier starker, anhaltender Beifall.

In Anbetracht des engen Po diums hatte man das Orchester etwas verkleinert, was der Transparenz des Klanges zugute kam. Zudem hatte man auch historische Instrumente wie ventillose Trompeten und alte Kesselpauken eingesetzt, um dem Originalklang nahe zu kommen. Trotz des guten Besuchs und der größeren Kapazität des Kongresshauses gegenüber dem Theater bleibt der bisher unerfüllte Wunsch aller Musikfreunde Coburgs nach einem eigenen Konzertsaal wie es einst der des Coburger Hofbräu in der Mohrenstraße war.


Ausblick Klassik-Open-Air "Fiesta" im Coburger Rosengarten, Samstag, 28. Juni, 20.30 Uhr; Sinfoniekonzert "Sturm und Drang" - Montag, 7. Juli, 20 Uhr, Landestheater Coburg

Programm Werke von Carl Philipp Emanuel Bach, Johann David Heinichen, Wolfgang Amadeus Mozart

Interpreten Christoph Hartmann, Bernhard Forster (Oboe), Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg, Leitung: Roland Kluttig

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