Coburg
Basketball

BBC Coburg verpflichtet Franzosen Tidjan Keita

NBA-Erfahrung für die Coburger Korbjäger.
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Der 2,08 Meter große Franzose Tidjan Keita am Freitagnachmittag direkt nach der Ankunft am Nürnberger Flughafen. Foto: Martin Vogel
Der 2,08 Meter große Franzose Tidjan Keita am Freitagnachmittag direkt nach der Ankunft am Nürnberger Flughafen. Foto: Martin Vogel

Mit dem Franzosen Tidjan Keita nehmen die Vestestädter einen Center unter Vertrag, der bereits bei den Phoenix Suns unterschrieben hatte. Keita ersetzt beim BBC den langzeitverletzten Center Shore Adenekan.

Nun muss man voranstellen, dass Keita exakt einen Tag bei dem Klub aus Arizona unter Vertrag stand, ehe er wieder entlassen wurde und sich dem Farmteam der "Sonnen" anschloss. Dennoch zeigt allein dieses kleine Detail, dass der Neu-Coburger Potenzial für das allerhöchste Niveau besitzt.

"Spannweite" von 2,23 Metern

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg für den 23-Jährigen, der erst seit fünf Jahren Basketball spielt. Vor allem körperlich bringt Keita alles mit, wonach Scouts heutzutage suchen: Trotz seiner Größe von 2,08 Metern ist er beweglich und schnell auf den Beinen, hat dazu eine Spannweite von 2,23 Metern. Beeindruckende Zahlen, doch bislang fiel es dem Center schwer, das auch auf das Spielfeld zu bringen. Der Mann aus Paris begann erst mit 17 Jahren, Basketball zu spielen. Nach einem Jahr in seiner Heimatstadt zog er über den Atlantik, wo er sich an einer Prep School in Quebec einschrieb und an seinen Fähigkeiten feilte.

Und plötzlich ging es ganz schnell: Als Ersatz für einen verletzten Spieler konnte Keita sein Können 2017 im Rahmen eines Pre-Draft-Camps bei den Toronto Raptors zeigen. Die Kanadier luden ihn zur NBA Summer League nach Las Vegas ein, wo er direkt in der ersten Aktion per Dunk auf sich aufmerksam machte. Am Ende waren es jedoch die Suns, die sich die Dienste des jungen Franzosen sicherten.

Um dauerhaft in der NBA zu bleiben erwies sich Keita bislang jedoch als zu roh. Dass er die Fähigkeiten dazu besitzt attestiert ihm kein geringerer als Dwane Casey, Headcoach der Detroit Pistons: "Er hat die Athletik, die Länge. Er ist noch jung, muss das Spiel noch lernen, vor allem die Grundlagen. Er hat alle physischen Fähigkeiten, um ein NBA-Spieler zu werden. Fast alle jungen Spieler müssen lernen. Wie man abseits des Balles agiert, mit seinen Mitspielern zusammen spielt, die defensiven Rotationen - aber all diese Dinge werden mit der Zeit kommen, und er hat alles beisammen, um auf einem sehr hohen Level zu spielen."

Der Coburger Neuzugang kam am Freitagnachmittag am Flughafen Nürnberg an und trainierte am Abend erstmals mit seinem neuen Team. Am Samstag reist Keita mit seinem neuen Team nach Frankfurt, wo um 15 Uhr das Auswärtsspiel bei den Fraport Skyliners Juniors auf dem Programm steht. In der Basketball City Mainhattan gibt er sein Debüt.

Die Hessen sind derzeit punktgleich mit den Vestestädtern. Neben Coburg und Frankfurt weisen auch die Teams aus Gießen und Hanau jeweils fünf Siege und fünf Niederlagen auf. Die Baskets Speyer auf Rang vier haben derzeit einen Sieg mehr; die neuntplatzierten Ulmer stehen mit einem Sieg weniger da. Derzeit macht die Tagesform den Unterschied zwischen einem Platz, der in der ersten Playoff-Runde Heimrecht bedeuten würde, und einem Verpassen der Playoffs aus.

Der verletzte Brite Shore Adenekan, der sich einen Achillessehnenriss zugezogen hat, wurde in der vergangenen Woche erfolgreich operiert und hat bereits mit Reha-Maßnahmen begonnen.

Auch Krug fällt länger aus

Leider gesellt sich mit Johannes Krug ein weiterer Spieler zu den Langzeitverletzten: Der 20-Jährige Forward riss sich beim Spiel mit der Zweitvertretung von medi Bayreuth das Kreuzband, wird für den Rest der Saison ausfallen. Der BBC wünscht "Jojo" von dieser Stelle eine schnelle und vollständige Genesung und wird den Youngster dabei nach Kräften unterstützen.

Immerhin steht das Comeback von Jevon Perschnick bevor. Der Youngster war bei einem Spiel der Bayreuther Regionalliga-Mannschaft disqualifiziert worden und verpasste die vergangenen beiden Spiele in der ProB gesperrt.

Bei der zweiten Mannschaft der Frankfurter sticht vor allem Bruno Vrcic heraus. Der 19-Jährige kam im Sommer vom FC Bayern München an den Main und sammelte in seiner kurzen Karriere bereits einige Titel. In Frankfurt überzeugt der Flügelspieler bislang mit 18,8 Punkten pro Spiel, trifft gute 38,3 Prozent von der Dreierlinie und fischt sich 3,9 Rebounds im Schnitt. Neben ihm läuft mit Len Schoormann ein weiteres Toptalent auf. "Wir müssen ihn gut bearbeiten, unter Druck setzen", sagt Coach Ulf Schabacker.

Kühler Kopf am Korb?

Insgesamt hofft der Cheftrainer trotz personeller Probleme auf einen kühlen Kopf am Korb: "Es gilt, am Brett den Rebound zu kontrollieren. Die Frankfurter spielen schnell aus dem Defensivrebound, sind athletisch. Wir müssen den Rhythmus verlangsamen und sie im Eins-gegen-Eins im Griff haben."

Internet-Tipp

Das Spiel des BBC Coburg wird von den Hessen auch live im Internet übertragen. Unter: http:// bit.ly/BBCinFRA geht es direkt zum Livestream.

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