Itzgrund
Straßenbau

Baustelle B 4: der Zeitplan, die Kosten, die Hintergründe

Die B 4 bekommt im Coburger Land auf acht Kilometern Länge zwischen Untersiemau und Kaltenbrunn mehr als nur einen neuen Fahrbahnbelag.
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Vorbote: Wenn die   Arbeiten an der Unterführung des Geh- und Radweges bei Großheirath abgeschlossen sind, geht es auf der Bundesstraße 4 im südlichen Landkreis Coburg erst richtig los. Dann wird auf rund acht Kilometern  Länge  die Fahrbahn zwischen Untersiemau und  Kaltenbrunn  erneuert.Berthold Köhler
Vorbote: Wenn die Arbeiten an der Unterführung des Geh- und Radweges bei Großheirath abgeschlossen sind, geht es auf der Bundesstraße 4 im südlichen Landkreis Coburg erst richtig los. Dann wird auf rund acht Kilometern Länge die Fahrbahn zwischen Untersiemau und Kaltenbrunn erneuert.Berthold Köhler
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Den Pendlern zwischen Coburg und Bamberg stehen drei ereignisreiche Monate bevor. Am Montag, 20. August, wird das Staatliche Bauamt Bamberg mit der Fahrbahnsanierung auf der Bundesstraße 4 zwischen Untersiemau und Kaltenbrunn beginnen. Zwölf Wochen lang wird es mehr oder weniger große Behinderungen geben - wenn alles glatt läuft. "Bei der Menge an Material, das bewegt werden muss, ist das ein durchaus sportlicher Zeitplan", sagte am Mittwoch Günter Engelhardt von der Kronacher Servicestelle des Staatlichen Bauamts, als er im Kaltenbrunner Rathaus den Zeitplan für die Baumaßnahme vorstellte.

Grundsätzlich werden sich die Verkehrsteilnehmer darauf einstellen müssen, dass die Arbeiten auf der B 4 unter Vollsperrung stattfinden. Das liegt einerseits - "völlig zu Recht", wie Engelhardt betonte - an neuen Vorschriften im Arbeitsschutz, hat aber auch technische Gründe: Der neue Belag wird auf kompletter Fahrbahnbreite neu aufgezogen, so dass die aus Sicht der Haltbarkeit problematische Mittelnaht in der Asphaltschicht wegfällt. "Damit haben wir einen Zeit- und einen Qualitätsvorteil", erklärte Engelhardt.

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Dass die Sanierung der Bundesstraße - die einst die "Hauptschlagader des Coburger Landes" (Engelhardt) war - dringend notwendig ist, stand bei der Vorstellung der Pläne außer Frage. "Bei Regen war die Straße wirklich kritisch", sagte Werner Thomas (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Itzgrund. Der Zahn der Zeit hat an der Straße genagt. In den 60er Jahren begannen die Bauarbeiten für die B 4, einige Umgehungen kamen Mitte der 80er hinzu, die letzte Oberbausanierung fand von vor gut 20 Jahren statt - "Spurrillen, offene Mittelnaht und Risse auf gesamter Länge" attestierte Günter Engelhardt der Straße.

3,7 Millionen Euro Baukosten

Los geht die Sanierung in anderthalb Wochen zwischen Untersiemau und Rossach. Extreme Verkehrsbehinderungen sind auf diesem Abschnitt nicht zu erwarten, weil es da ja noch die "alte B 4" als Umleitungsstrecke gibt. Klar: Dem Großheirather Bürgermeister, Udo Siegel (CSU), ist bewusst, dass der Verkehr im Ort dann fünf Wochen lang deutlich zunehmen und auch die Verbindung zwischen Buchenrod und Großheirath unterbrochen wird.

Aber es hätte schlimmer kommen können. Schließlich hatte der Landkreis den Plan, die CO 12 im südlichen Ortsbereich von Großheirath zu sanieren. Wären beide Projekte zeitlich aufeinander getroffen, wären die Auswirkungen nach Siegels Einschätzung katastrophal gewesen: "Dann hätte man uns nur noch aus der Luft erreichen können." Allerdings stand eine solche Überschneidung zu keiner Sekunde im Raum, versicherte Harald Schnappauf vom Staatlichen Bauamt: "Alles lief in enger Absprache." Vor 2019 wird der Landkreis auf keinen Fall die Ortsdurchfahrt ausbauen.

So herrscht bei den Planern der 3,7 Millionen Euro teuren Fahrbahnsanierung Gelassenheit. Nur beim zweiten Bauabschnitt zwischen Rossach und Kaltenbrunn gibt es keine Möglichkeit, lokal auszuweichen. Deshalb wird der überregionale Verkehr großräumig über Gleußen, Bad Staffelstein, die A 73 und die B 289 nach Untersiemau umgeleitet. Dramatisch dürfte diese Einschränkung nach Einschätzung des Bauamtes nicht werden, weil nach Fertigstellung der Autobahn die Bedeutung der B 4 "drastisch nachgelassen" hat, wie Harald Schnappauf weiß. Mit rund 4800 Fahrzeugen pro Tag liegt der Abschnitt quer durch den Itzgrund deutlich unter Durchschnitt der Bundesstraßen in Bayern.

Ein Abschnitt wird verschoben

Verschoben wurde die Sanierung der Fahrbahn zwischen den beiden Kaltenbrunner Abfahrten. Hintergrund: Weil die Brücke über die Freiberger Straße bald erneuert wird, wären Straßenbauarbeiten jetzt wenig sinnvoll. Brückenbau und Fahrbahnsanierung finden nun wohl erst 2020 statt.



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