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Coburg
Ausgedient

Bald ist die Coburger Angerhalle Geschichte

Im Inneren der Halle ist der Abriss bereits im Gange. Nun wird die Baustelle eingerichtet und dafür ein Streifen des Angers gesperrt.
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Um auszuschließen, dass hinter Verkleidungen und unter Bodenbelägen möglicherweise Schadstoffe lauern, wurden an vielen Stellen in der Dreifachsporthalle Proben genommen, wie hier in der großen Halle an den markanten orangefarbenen Paneelen. Ulrike Nauer
Um auszuschließen, dass hinter Verkleidungen und unter Bodenbelägen möglicherweise Schadstoffe lauern, wurden an vielen Stellen in der Dreifachsporthalle Proben genommen, wie hier in der großen Halle an den markanten orangefarbenen Paneelen. Ulrike Nauer
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Von außen ist der alten Dreifachsporthalle am Anger kaum anzusehen, dass ihre Tage gezählt sind. Gut, ziemlich marode sieht sie schon länger aus, aber noch hat kein Bagger an den beige-grauen Mauern gekratzt. Innen dagegen ist der Abriss schon in vollem Gange. Wobei Abriss das falsche Wort ist, denn die 42 Jahre alte Halle wird nicht einfach mit einer Abrissbirne dem Erdboden gleich gemacht, sondern akribisch in ihre Einzelteile zerlegt, die dann sauber entsorgt werden.

Etwa ein Dreivierteljahr haben die Mitarbeiter des städtischen Baureferats auf den Abbruch der Halle hingearbeitet, berichtet Hochbauamtsleiter Peter Cosack bei einem Rundgang. Dabei war zunächst gar nicht klar, ob tatsächlich die komplette Halle abgerissen werden sollte oder vielleicht nur ein Teil. Schließlich hatte es Überlegungen gegeben, auf den Fundamenten die Interimsspielstätte für das Landestheater zu errichten. Die soll nun am ehemaligen Güterbahnhof gebaut werden, und damit wird die alte Dreifachsporthalle nicht mehr gebraucht.

Platz für Mulden und Maschinen

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Ab Montag, 29. Oktober, geht es auch draußen, vor der Halle, richtig los. Für die Einrichtung der Baustelle muss erneut ein Teil des Ketschenangers gesperrt werden. Weil rund um die Halle kaum Lagerfläche zur Verfügung steht, müssen Container, Fahrzeuge und Baumaschinen auf dem Anger abgestellt werden. Gebraucht werde aber nicht die gesamte Fläche, die Sperrung betreffe nur den unmittelbaren Bereich um das Gebäude, beruhigt Cosack.

Den Auftrag, die Sporthalle abzutragen, hat die Firma Ruppert aus Unterfranken erhalten, die langjährige Erfahrung mit solchen Projekten hat. Wobei die Coburger Angerhalle eher "ein kleineres Objekt" sei, wie Geschäftsführer Hans-Werner Ruppert sagt. Größere, aufwendigere Projekte dauerten auch gerne einmal zwei Jahre. Am Ketschenanger wird es deutlich schneller gehen: Ziel ist es, bis Februar eine freie Fläche zu haben.

Alte Akten halfen beim Planen

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Bei der Planung des Abbruchs spielte Cosack und seinen Kollegen in die Hände, dass die Halle Baujahr 1976 und damit noch nicht sehr alt ist. "Deshalb hatten wir auch noch viele Unterlagen", sagt der Hochbauamtsleiter. Weil man aber nie wissen kann, was hinter Verschalungen oder unter Bodenbelägen lauert, wurden vorher an allen möglichen Stellen Proben genommen. "Wir haben im Vorfeld geklärt, ob wir irgendwo mit Schadstoffen zu rechnen haben", erläutert Cosack. Zum Glück sei nichts Verdächtiges wie Asbest oder teerhaltige Kleber gefunden worden.

In der großen Halle, wo sich über die Jahrzehnte Generationen von Schülern durch den Sportunterricht gequält haben, lagern nun - "sortenrein" voneinander getrennt - Dämmmaterial in großen weißen Säcken, Hölzer, Möblierung, Pappe und abgeschälter Fußbodenbelag. Die markanten orangefarbenen Wandpaneele bestünden aus Pressspan, so Ruppert. "Die werden verbrannt." Ziel sei es, am Ende reinen Beton übrig zu behalten, der weiter vermarktet werden könne - zum Beispiel im Straßenbau.

Übrigens: Durch den Abbruch fallen auch die öffentlichen Toiletten an der Seite der Halle weg. Ersatz, inklusive Behinderten-WC, befinde sich übergangsweise im Umkleidehaus der Benno-Benz-Anlage, so Cosack. Zur besseren Orientierung würden am Anger auch noch entsprechende Hinweisschilder aufgestellt.

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