Coburg
Badespaß

Bakterien lauern in den Coburger Seen und Teichen

Auch wenn es nicht verboten ist, muss derzeit vor dem Baden in freien Gewässern des Coburger Landes gewarnt werden.
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Ein Schild warnt am Goldbergsee vor dem Kontakt mit dem durch Blaualgen belasteten Wasser.Oliver Schmidt
Ein Schild warnt am Goldbergsee vor dem Kontakt mit dem durch Blaualgen belasteten Wasser.Oliver Schmidt
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Das Schild lässt keinen Zweifel, im Goldbergsee sollte jetzt niemand baden. Blaualgen im Wasser können zu gesundheitlichen Problemen führen. Generell ist es zurzeit nicht ratsam, sich in Freigewässer zu stürzen, warnen Behörden und Biologen.
Der Goldbergsee im Stadtgebiet ist der einzige Badesee in der Region. "Im Landkreis Coburg gibt es keinen einzigen Badesee", erklärt Dieter Pillmann, Pressesprecher des Landratsamtes. Am Froschgrundsee wurde zwar eine Liegewiese und ein Badebereich angelegt, als er entstand. Doch als Badesee, dessen Wasserqualität auch ständig kontrollierte wird, ist er schon seit Jahren nicht mehr ausgewiesen. Ähnlich der Fischbacher Teich, früher ein beliebter Badeort. Sein tiefgrün-trübes Wasser lädt heute nicht mehr dazu ein, sich in die Fluten zu stürzen.
Generell ist es zunächst nicht verboten, in Freigewässern zu baden, ist vom Wasserwirtschaftsamt zu erfahren. Das regelt das bayerische Wassergesetz unter dem Begriff "Gemeingebrauch" im Paragraf 18: "Jede Person darf (...) soweit es ohne rechtswidrige Benutzung fremder Grundstücke geschehen kann und soweit eine erhebliche Beeinträchtigung des Gewässers und seiner Ufer sowie der Tier- und Pflanzenwelt nicht zu erwarten ist, außerhalb von Schilf- und Röhrichtbeständen oberirdische Gewässer zum Baden, Waschen, Tränken, Schwemmen, Schöpfen mit Handgefäßen, Betrieb von Modellbooten ohne Verbrennungsmotoren, Eissport und Befahren mit kleinen Fahrzeugen ohne eigene Triebkraft benutzen."


Einschränkungen

Das gilt per Gesetz aber nicht für "Gewässer in Hofräumen, Gärten, Park- und Betriebsanlagen, wenn sie den Eigentümern dieser Grundstücke oder Anlagen gehören, sowie auf ablassbare, ausschließlich der Fischzucht dienende Teiche." Weil so etwas nicht immer gleich ersichtlich ist, kommen ohnehin schon nicht mehr viele Teiche für eine spontane Erfrischung in der Natur infrage.
Ganz generell rät Biologe Frank Reißenweber zur Vorsicht. "Bei den hohen Temperaturen vermehren sich Bakterien sehr stark, nicht nur die Cyanobakterien, die die meisten als Blaualgen kennen, sondern beispielsweise auch Colibakterien." Es gibt also generell ein gewisses Gesundheitsrisiko in Freigewässern bei diesen Temperaturen. Die Erwärmung der Gewässer wird ab 28 Grad Celsius kritisch, sagt der Biologe. Dann wird mit einem Fischsterben bei den Arten gerechnet, die kühleres Wasser brauchen. In der Itz werden zurzeit Werte von bis zu 22 Grad gemessen. Der Main zeigte stellenweise bereits bis zu 24 Grad - und ein Nachlassen der Hitze ist noch nicht in Sicht. Der Wasserstand sinkt, was die Erwärmung fördert.
Wer unbedingt im Freien ins Wasser möchte, sollte also vorsichtig sein. Das Waldbad in Bad Rodach bietet da einen Kompromiss zwischen einer Infrastruktur wie im Freibad und einem Gewässer, das eben doch noch sehr natürlich ist.


Sicher nur im Bad

Wer vor Blaualgen ganz sicher sein möchte, ist aber weiterhin gut beraten, die öffentlichen Freibäder der Region aufzusuchen, auch wenn er dort das Badevergnügen wahrscheinlich mit recht vielen Gleichgesinnten teilen muss.
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