Laden...
Bad Rodach
Finanzen

Bad Rodach schnürt Rekordhaushalt

Rund 20 Millionen soll das Volumen des Haushalts 2019 betragen. Der Kämmerer stellte sein Konzept vor.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Brücke am Wallgraben in Bad Rodach muss saniert werden. Dafür sollen im städtischen Haushalt 20000 Euro eingestellt werden.Archiv/privat
Die Brücke am Wallgraben in Bad Rodach muss saniert werden. Dafür sollen im städtischen Haushalt 20000 Euro eingestellt werden.Archiv/privat

"Dicke Bretter" will der Stadtrat im laufenden Haushaltsjahr bohren. Kämmerer Michael Fischer stellte in der jüngsten Sitzung den ersten Entwurf des Haushalts 2019 vor. Dieser sieht Einnahmen und Ausgaben von Höhe von über 20 Millionen Euro vor. "Für eine Kommune in unserer Größe ein leicht rekordverdächtiger Haushalt", kommentierte Fischer das Zahlenwerk.

Erfreulich ist für Fischer, dass die Zinsbelastung auf 205 000 Euro gesenkt werden konnte. "Vor fünf bis sechs Jahren haben wir noch 340 000 Euro gezahlt", informierte er. Er musste aber einräumen, dass nach den Planungen eine Unterdeckung von rund 0,7 Millionen Euro zu Buche schlägt. Fischer schlug vor, für die rentierlichen Maßnahmen ein Darlehen aufzunehmen und darauf zu verzichten, auf die Rücklagen zurückzugreifen.

Den Worten des Kämmerers war zu entnehmen, dass er bei den Einnahmen keine Schlüsselzuweisungen eingeplant hat. "Der Bescheid liegt wird erst im Februar vorliegen, dann steht fest, ob wir staatliche Zuschüsse erhalten", ließ Fischer wissen. Ein Dorn im Auge ist ihm der Wegfall der Straßenausbaubeitragssatzung: Der Haushalt sieht daher für Straßenerneuerung ein Volumen von 160 000 Euro vor. "Ich bin mal gespannt, wie der Freistaat Bayern diese Lücke finanzieren wird. Uns fehlen die Einnahmen aus der Strabs", stellte Fischer fest.

Dem Entwurf zufolge will die Stadt im Vergleich zu 2018 ihre Ausgaben im Vermögenshaushalt von 5,6 Millionen Euro auf 8,8 Millionen Euro (58 Prozent) steigern. Der Kämmerer erläuterte hierzu, dass in der Summe 663 000 Euro an Tilgung von Krediten enthalten seien.

Größter Einzelplan ist der Bereich Bauen und Verkehr, der mit rund vier Millionen Euro angesetzt ist. Eine eher kleine Maßnahme schaffte es, die Sympathien einiger Stadträte zu erlangen. Als Fischer vortrug, für die Sanierung der Brücke über den Wallgraben und den Wiesenweg 20 000 Euro einzustellen, erntete er Applaus.

Eine bittere Pille gab Michael Fischer dem Stadtrat aber auch zu schlucken. Für die Wohnungsbaumaßnahme in der Max-Roesler-Straße (dort sollen 18 Wohnungen entstehen) muss die Stadt einen 2,6-Millionen-Euro-Kredit aufnehmen.

Das Zahlenwerk ist nicht in Stein gemeißelt, von den Fraktionen werden Änderungswünsche einfließen. So wünscht die SPD-Fraktion, finanzielle Mittel für ein Verkehrskonzept der Innenstadt Bad Rodachs einzustellen.

Einen Blick zurück tat der Kämmerer auf das Haushaltsjahr 2018. Fischer geht davon aus, dass das Ergebnis besser als angenommen ausfallen werde. 2017 war es nicht so gut gelaufen: Zum Ausgleich des Gesamthaushalts waren der allgemeinen Rücklage knapp 1,5 Millionen Euro entnommen worden, damit wurde die geplante Entnahme um rund 425 000 Euro überschritten. Grund dafür war unter anderem eine sehr hohe Kreisumlage (3,73 Millionen Euro).

Eckdaten

Ausgaben Verwaltungshaushalt 11,9 Millionen Euro, Vermögenshaushalt 8,8 Millionen Euro, Einnahmen Verwaltungshaushalt:12,7 Millionen Euro, Vermögenshaushalt: 7,3 Millionen Euro. Haushaltslücke 0,7 Millionen Euro, Zuführung Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt: 0,766 Millionen Euro. Defizitzuführung Therme Natur: 727000 Euro, davon städt. Anteil: 30100 Euro, (Zuschuss Stadt und Landkreis Coburg 426000 Euro), Kreisumlage: 2,385 Millionen Euro

Stadtrat in Kürze

Kindergarten Genehmigt wurde der Entwurfsplan zum Neubau eines zweigruppigen Kindergartens in Elsa.

Geschäftsordnung Auf Antrag von Christoph Herold (CSU) beträgt künftig die Frist für die Änderung der Tagesordnung fünf Tage (bisher drei Tage). Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) sprach sich vehement gegen eine Verkürzung der Frist zwischen Ladung und letztmöglicher Änderung der Tagesordnung aus, fand aber keine Mehrheit. Mit 12:8 Stimmen wurde dem Antrag von Herold zugestimmt.

Flächennutzungsplan Einstimmig wurde eine Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eins Bebauungsplans im Bereich Rudelsdorf beschlossen. Dort können nun drei Baugrundstücke entstehen.

Baumfällarbeiten Bürgermeister Ehrlicher informierte, dass im Bereich des "Schlittschuhteiches" umfangreiche Baumfällarbeiten durchgeführt werden. "Wir tun dies nicht aus Jux und Tollerei, sondern auch Sicherheitsaspekten", betonte das Stadtoberhaupt.

Beteiligungen Stephan Schink bat den Kämmerer um einen Bericht über die Beteiligungen der Stadt an anderen Unternehmen und Institutionen.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren