Bad Rodach
Bau- und Umweltausschuss

Bad Rodach hat sich etwas zur Sicherheit der Bürger einfallen lassen

Ein Gehweg-Provisorium in Bad Rodach erfreut die Bürger und stellt die Stadträte zufrieden.
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Anwohner der "Schmückerwiese" baten darum, den Einmündungsbereich in die Heldritter Straße für Fußgänger sicherer zu machen. Die Stadt kam mit einem provisorischen Fußgängerweg diesem Wunsch nach und erntet Lob. Foto: Martin Rebhan
Anwohner der "Schmückerwiese" baten darum, den Einmündungsbereich in die Heldritter Straße für Fußgänger sicherer zu machen. Die Stadt kam mit einem provisorischen Fußgängerweg diesem Wunsch nach und erntet Lob. Foto: Martin Rebhan

Neue Weg beschreitet der Stadtrat Bad Rodach. Nachdem es in der letzten Sitzung Unmut der Besucher darüber gegeben hat, dass man fast eine halbe Stunde vor verschlossener Tür warten musste, ließ Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) im Rahmen der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses wissen, dass der Beginn der öffentlichen Sitzungen ab sofort um eine halbe Stunde nach hinten verschoben werde. Die so gewonnene Zeit werde dann für den nichtöffentlichen Teil genutzt. Die Stadtverantwortlichen gehen davon aus, dass es dadurch nicht mehr nötig wird, Bürger warten zu lassen. Am vergangenen Montag öffnete sich pünktlich um 17.30 Uhr die Tür zum Sitzungssaal im Rathaus.

Mit einer erfreulichen Nachricht startete Bürgermeister Ehrlicher in die Zusammenkunft. Wie von ihm zu erfahren war, hätten die Anwohner rund um die Straße "Schmückerwiese" die Anlage eines provisorischen Fußwegs gelobt. Dieser sei durch Absperrungen im Bereich der Einmündung zur Heldritter Straße entstanden. Tobias Ehrlicher kommentierte dies mit den Worten: "Wir reagieren, wenn Bürger uns etwas sagen, sofern eine Umsetzung möglich ist."

Kosten dürfen nicht überschritten werden

Acht Tonnen schwer, 3,10 Meter breit und 11,5 Meter lang soll sie werden: die Brücke über den Wallgraben. Nach kurzer Diskussion kam man überein, in den Handlauf nach unten strahlende Beleuchtungselemente einbauen zu lassen. Kämmerer Michael Fischer erläuterte hierzu, dass die indirekte Beleuchtung Insekten schütze. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 5000 Euro. Christoph Herold verwies darauf, dass im Haushalt für die Gesamtmaßnahme 30 000 Euro veranschlagt seien, die nicht überschritten werden dürften. Mit der Brücke grundsätzlich einverstanden erklärte sich Zweiter Bürgermeister Ernst-Wilhelm Geiling (FW). Allerdings gefalle ihm die Konstruktion mit einem nach innen gekipptem Geländer nicht, machte er deutlich.

In diesem Jahr wird es keinen betriebswirtschaftlichen Einschlag im Stadtwald geben, es gebe zu viel Schadholz. Darüber informierte Michael Fischer den Ausschuss. Ein durch einen Pilz verursachtes Kiefernsterben mache eine Entnahme befallener Bäume notwendig. "Wir werden etwa 1800 Festmeter Holz einschlagen müssen", ließ Fischer wissen. Nach Birke, Esche und Eiche sei es nun die vierte Baumart, die Sorgen bereite.

Auch Bad Rodach tut etwas für den Artenschutz

Die CSU-Fraktion stellte einen Antrag zum "Arten- und Umweltschutz auf freiwilliger Basis". Kernpunkt dieses Antrages war es, dass die Stadt Grünflächen zu blühenden Wiesen umwandelt und diese dann an "Paten" verpachtet. Auch wenn der Antrag ohne Gegenstimmen genehmigt wurde, ganz ohne eine kritische Betrachtung durchlief er das Gremium nicht. So war es Ernst-Wilhelm Geiling, der von einem "modernen Ablasshandel" sprach, um das ökologische Gewissen zu beruhigen. Für ihn sehe es so aus, als ob sich Grundstücksbesitzer von ihrer Verantwortung freikaufen könnten. Christoph Herold (CSU) widersprach. Er verwies darauf, dass es in der Kurstadt viele Besitzer von Eigentumswohnungen gebe, die keine Möglichkeit hätten, Grünflächen zu bewirtschaften. "Ich bin mal gespannt, wie viele dieser Eigentümer sich an dem Projekt beteiligen", zweifelte Geiling abschließend. Axel Dorscht (SPD) schlug vor, um nichts falsch zu machen mit der Umsetzung zu warten, bis der Entwurf der bayerischen Staatsregierung zum neuen Artenschutzgesetz vorliegt. Auf der Suche nach einem geeigneten Gelände ist die Stadt fündig geworden. Tobias Ehrlicher empfahl ein etwa 4800 Quadratmeter großes Areal im Kurpark. Die Kosten für das auszubringende Saatgut bezifferte er mit etwa 2000 Euro. Einstimmig beschloss der Bau- und Umweltausschuss, Patenschaften von drei Jahren über eine Fläche von je 100 Quadratmeter zum Preis von einmalig 100 Euro zu vergeben. Das Projekt soll im Herbst 2019/Frühjahr 2020 umgesetzt werden, sofern bis dahin mindestens zehn Paten gefunden wurden.

Bauausschuss in Kürze

Friedhof: Vertagt wurde die Entscheidung über die Anschaffung von zwei Baumstelen aus Stahl zur Gestaltung für ein Erinnerungsmal im Bereich der Baumbestattung. Einige Stadträte waren sich unsicher, ob die vorgeschlagenen Elemente das widerspiegeln, was man sich als Erinnerungsmal vorgestellt hat. Ein Gespräch mit dem Anbieter soll Klarheit bringen.

Feuerwehr: Beschlossen wurde die Anschaffung von 30 Einsatzjacken und -hosen für die Atemschutzträger der Feuerwehr Bad Rodach. Nach Abzug einer Förderung on Höhe von rund 6900 Euro verbleiben für die Stadt noch 17 300 Euro an Investitionskosten.

Regenüberlaufbecken: Vergeben wurde der Auftrag zur Erneuerung und Erweiterung der Elektro- und Steuerungstechnik für das Regenüberlaufbecken in Stadtteil Heldritt in Höhe von 41 789,59 Euro.

Bauhof: Einstimmig beschlossen wurde die Anschaffung eines Tanksystems zum Spülen von Rohrleitungen und Gießen der städtischen Grünflächen für das Geräteträgerfahrzeug Multicar. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 23 000 Euro.

Tagespflege: In der Heldburger Straße entsteht Tagespflegeeinrichtung mit 15 Plätzen. Auf Nachfrage von Christoph Herold konnte Bürgermeister Ehrlicher informieren, dass die für Bad Rodach wichtige Einrichtung ursprünglich im Frühjahr dieses Jahrs seine Pforten öffnen wollte, der Betreiber, die Diakonie Coburg, den Eröffnungstermin auf Herbst 2019 verschoben hat.

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