Coburg
Fassadensanierung

Backstein für die Coburger Schrickervilla ist zu teuer

Wie das Verwaltungsgebäude der Rückert-Mittelschule in der Schrickervilla in Coburg in Zukunft aussehen wird, ist eine Geldfrage. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.
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Hochbauamtsleiter Ullrich Pfuhlmann erläutert, welche Kosten die Fassadensanierung an der Schrickervilla verursacht. Foto: Helke Renner
Hochbauamtsleiter Ullrich Pfuhlmann erläutert, welche Kosten die Fassadensanierung an der Schrickervilla verursacht. Foto: Helke Renner
Der Restaurator hat ein Sanierungskonzept erstellt und die Mitglieder des Bau-und Umweltsenats sind entsetzt. Die Erhaltung der Klinkerfassade am Gebäude Löwenstraße 24, der sogenannten Schrickervilla, würde die Stadt zwischen 300.000 und 335.000 Euro kosten. "Das hat mit unserer ursprünglichen Planung nichts mehr zu tun", sagt Hochbauamtsleiter Ullrich Pfuhlmann. Im Jahr 2009 hatte das Hochbauamt 73.000 Euro für die Sanierung der Fassade des zukünftigen Verwaltungsgebäudes der Rückert-Mittelschule veranschlagt.

Früher gab es an dem Haus noch architektonisch unpassende Anbauten. Sie waren marode geworden und sind bereits verschwunden. Nun wird das Einzeldenkmal, das Bernhard Brockardt im Jahre 1883 gebaut hat, zum Verwaltungsgebäude umgestaltet. Die Mitglieder des Bau- und Umweltsenats machten sich gestern vor Ort mit den Gegebenheiten vertraut.


Die Schrickervilla im Stil der Neorenaissance ist ein Backsteinbau mit Sandsteinbauelementen. Für die Wiederherstellung des zwischenzeitlich schon einmal verputzten Gebäudes hat sich Annette Faber, Referentin des bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, ausgesprochen.

Klinker erhalten oder verputzen?

Die Mitglieder des Bau- und Umweltsenats, die zunächst spontan auch die Erhaltung der Klinkerfassade favorisierten, waren jedoch von den hohen Kosten, beeindruckt. "Angesichts des Umfelds der Rücker tschule mit seinen Bausünden ist es nicht zu verantworten, für die Fassade des Verwaltungsgebäudes über 300.000 Euro auszugeben", sagt Senatsmitglied Jürgen Oehm (CSU). Die preiswertere Variante wäre, sie wieder zu verputzen, wobei die Sandsteinbauteile als Schmuckelemente hervorgehoben werden könnten.

Auf Bitte der Zweiten Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) treffen die Senatsmitglieder in ihrer gestrigen Sitzung noch keine Entscheidung. "Ich möchte das vorher noch einmal mit der Denkmalpflege besprechen", sagt die Bürgermeisterin. Erst dann solle der Senat sich positionieren.
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