Coburg
Kirche

Back to church in Coburg: Neues Konzept soll Gottesdienste füllen

Wie kann man Menschen, die den Kontakt zu Kirche und Glauben verloren haben, wieder dafür begeistern? Mit Back to church! Doch was ist das genau?
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So proppenvoll wie hier beim Konzert der Royal Choral Society sowie dem Chor und dem Philharmonischen Orchester des Landestheaters muss die Morizkirche ja gar nicht immer sein. Aber über ein bisschen mehr Gottesdienstbesucher würde man sich schon freuen. Foto: Jochen Berger
So proppenvoll wie hier beim Konzert der Royal Choral Society sowie dem Chor und dem Philharmonischen Orchester des Landestheaters muss die Morizkirche ja gar nicht immer sein. Aber über ein bisschen mehr Gottesdienstbesucher würde man sich schon freuen. Foto: Jochen Berger

Für die einen ist er selbstverständlich, für andere ist der Weg dorthin oft zu weit - der Gottesdienst. Wie aber kann man die Menschen erreichen, die sich aus unterschiedlichen Gründen von Kirche und Glaube entfernt haben?

Eine nun vom evangelisch-lutherischen Dekanat in Coburg initiierte und von Pfarrerin Gabriele Töpfer umgesetzte Idee soll genau diese Kirchenfernen wieder in den Sonntagsgottesdienst bringen.

"Back to church" heißt das Konzept. Dabei sollen Gemeindeglieder Nachbarn, Bekannte oder Verwandte einladen, sie in den Gottesdienst zu begleiten, die in den verschiedenen Gemeinden an festgelegten Tagen stattfinden werden.

Werbung für Selbstverständliches

Ihren Ursprung hat die Idee 2002 in Manchester. Bereits 2015 haben 25000 protestantische Gemeinden in 17 Ländern sie übernommen, in Bayern fanden die ersten Gottesdienste 2016 statt. Von Mitte September bis Mitte Oktober wird das Konzept nun auch im Dekanat Coburg umgesetzt.

"Es ist eine Werbeaktion für etwas, das für uns selbstverständlich ist", sagt Dekan Stefan Kirchberger.

Pfarrerin Töpfer berichtet von den vorbereitenden Treffen: "Da ist ein ganzer Prozess losgegangen." Denn nicht nur die Gemeindeglieder seien aufgefordert, aktiv zu werden. Auch die Gemeinden selbst hätten überlegen müssen, was ist einladend, was wirkt vielleicht abschreckend. Denn die Menschen sollten merken, sie sind willkommen.

In welcher Form der Gottesdienst an den jeweiligen Tagen gestaltet wird, bleibt jeder Gemeinde selbst überlassen. Kirchberger betont aber, man würde mit den Mitteln arbeiten, die zur Verfügung stünden. Überzeugen solle der Gottesdienst durch seinen Vollzug. "Wir feiern den Gottesdienst, den wir feiern können, putzen uns aber etwas heraus", sagt er.

Durch diese Art der Werbung würden die Hürden zum Gottesdienst niedrig gehalten. Dort könnten all jene, die selten oder nie in den Gottesdienst gehen, wieder positive Erfahrungen machen. Außerdem, so Töpfer, sei es durchaus eine Übung, das Sprechen über den Glauben wieder häufiger zu praktizieren.

Info:

Idee Gemeindeglieder, die regelmäßig in die Kirche gehen, sollen Bekannte dazu einladen, sie an den vorgesehenen Sonntagen zum Gottesdienst zu begleiten.

Gottesdienst In welcher Form der Gottesdienst gestaltet wird, entscheidet jede Gemeinde selbstständig. Ob ein Chor singt, die Predigt dem Anlass angepasst ist oder es den "gewöhnlichen" Gottesdienst gibt, ist also nicht festgelegt.

Wann und Wo? Stattfinden werden die Back to church-Gottesdienste im Zeitraum zwischen Mitte September und Mitte Oktober. Die genauen Termine der einzelnen Gemeinden sind unter www.evangelische-termine.de im Kapitel Kalender durch eine Suche nach "Back to church" im Dekanat Coburg zu finden. Auch die beteiligten Gemeinden sind dort aufgeführt. Die meisten Gottesdienste finden am 22. und 29 . September statt.

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