Mönchröden
Ausbau

B 4: Jetzt geht's außenrum statt mittendurch

Wegen der Brückenbaustelle zwischen Rödental und Neustadt bei Coburg ist der Verkehr auf der Bundesstraße 4 umgeschwenkt worden.
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Über eine provisorische Rampe  wird  der Verkehr auf der Bundesstraße zwischen Rödental und Neustadt auf die künftige Gemeindeverbindungsstraße verschwenkt und an der Brückenstelle vorbei geführt.Berthold Köhler
Über eine provisorische Rampe wird der Verkehr auf der Bundesstraße zwischen Rödental und Neustadt auf die künftige Gemeindeverbindungsstraße verschwenkt und an der Brückenstelle vorbei geführt.Berthold Köhler
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Die erste richtig "heiße Phase" beim Ausbau der Bundesstraße 4 zwischen Mönchröden und Haarbrücken hat begonnen: Am Dienstagnachmittag ist der Verkehr auf Höhe der großen Brückenbaustelle auf die Behelfsumfahrung umgeleitet worden. Für die Autofahrer heißt dies: Vorsichtig fahren! "Die Umfahrung der Baustelle ist teilweise nur sechs Meter breit", erklärt Roland Daum, der bei der für das Coburger Land zuständigen Servicestelle Kronach des staatlichen Bauamtes Bamberg mit der Großbaustelle auf der B 4 betraut ist.
Der Neubau der Brücke über die Bundesstraße hinweg ist Teil der "Vorwegmaßnahme" - diesen Titel hat das staatliche Bauamt dem ersten Abschnitt beim rund achteinhalb Millionen Euro teuren Ausbau der Bundesstraße zwischen Rödental und Neustadt gegeben. Die Brücke soll künftig dazu dienen, das "untergeordnete Wegenetz" (so nennen das die Fachleute) nördlich und südlich der Bundesstraße miteinander zur verbinden. Zu jenem Wegenetz wird auf lange Sicht neben den landwirtschaftlichen Begleitwegen auch eine Gemeindeverbindungsstraße zwischen Haarbrücken und Mönchröden gehören, die den lokalen Verkehr aufnehmen soll. Gut, dass Teile dieser Straße schon fertig sind - denn genau über sie führt nun die rund 600 Meter lange lokale Umfahrung an der Brückenbaustelle vorbei.


Straße wieder tiefergelegt

Keine Frage: Das staatliche Bauamt hätte es sich auch einfach machen und den Verkehr großräumig umleiten können. "Das wäre dann nur über die Kreisstraße CO 11 und den Stiefvater möglich gewesen", deutet Daum an, welch große Umwege die Verkehrsteilnehmer dann hätten in Kauf nehmen müssen. Dann doch lieber mal auf gut einem halben Kilometer Länge ein bisschen langsamer tun und vorsichtig an der Baustelle vorbei fahren. Unterhalb der Umleitung geht es schon ab Mittwoch zur Sache: Dann werden die Widerlager der Brücke betoniert, der alte Fahrbahnbelag der B 4 wird auch gleich abgefräst. Im Anschluss daran beginnen die Erdbauarbeiten, bei denen die neue Fahrbahn rund einen Meter tiefer gelegt wird. "Nur so kommen wir auf die nötigen 4,50 Meter Durchfahrtshöhe für die Brücke", erklärt Roland Daum, warum es einen Einschnitt im Gelände geben wird.
Eng wird die Verkehrsführung schon, darüber ist sich Roland Daum im letzten Abstimmungsgespräch mit seinem Kollegen Bauamtskollegen Christoph Krüglein und Richard Barth (Polier bei der Baufirma Richard Schulz) einig: Sechs Meter Fahrbahnbreite standen bislang nur direkt in der Engstelle an den Brückenfundamenten zur Verfügung. "Da kann es bei zwei großen Lastwagen im Begegnungsverkehr schon eng werden", weiß Roland Daum. Aber er sagt mit Blick auf die Autofahrer auch: "Das ist doch immer noch besser als eine weiträumige Umfahrung, oder?"
Nur theoretischer Natur ist der Gedanke, die jetzt anstehenden Arbeiten an der Brücke und der Fahrbahn bei laufendem Verkehr unter halbseitiger Sperrung durchzuführen. "Unter Verkehr wäre das nicht machbar gewesen", erinnert sich Richard Barth ans vergangene Jahr, als wegen einer Fahrbahnausbesserung nur für ein paar Stunden eine Ampel auf der B 4 stand. Da war der Stau im Berufsverkehr gleich über einen Kilometer lang.


Zeitplan: Noch keine Details

Angesichts der enormen Ausmaße der noch anstehenden Arbeiten gibt das staatliche Bauamt noch keinen konkreten Zeitplan bis zur Fertigstellung heraus. Jens Laußmann, Leiter der Servicestelle Kronach, ging jüngst davon aus, dass die 11,50 Meter breite Neubaustrecke zwischen Rödental auf Neustadt "auf keinen Fall vor Ende 2020" fertig sein wird. "Derzeit laufen verschiedene Genehmigungsverfahren", weiß Roland Daum. Und grundsätzliche Vorschriften gibt es ja auch noch: So dürfen die fälligen Baumrodungen im Wald vor Haarbrücken aus Gründen des Naturschutzes erst im kommenden Herbst/Winter stattfinden. Klar ist zumindest der späteste Termin, wenn der Verkehr wieder im Bereich der Brücke wieder zurück auf die neue Trasse gelegt wird: Ende August. Dann soll die Vorwegmaßnahme abgeschlossen sein. Alleine für diesen Teil rechnet das staatliche Bauamt mit Kosten in Höhe von rund zweieinhalb Millionen Euro.
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