Oberelldorf
Infrastruktur

B 303: Was der Ausbau den Oberelldorfern bringt

Eine Umgehung wäre den Oberelldorfern sicher lieber gewesen, aber auch der Ausbau der Bundesstraße Richtung Coburg bringt Erleichterung mit sich.
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Zugreifen, bitte: Projektleiter Harald Schnappauf übernahm bei der Verkehrsfreigabe sogar die Verteilung der Scheren an Uwe Zeuschel, Friedrich Herdan, Hans Michelbach, Melanie Huml, Andreas Scheuer, Martin Mittag und Michael Busch  (von links) höchstpersönlich.Foto: Berthold Köhler
Zugreifen, bitte: Projektleiter Harald Schnappauf übernahm bei der Verkehrsfreigabe sogar die Verteilung der Scheren an Uwe Zeuschel, Friedrich Herdan, Hans Michelbach, Melanie Huml, Andreas Scheuer, Martin Mittag und Michael Busch (von links) höchstpersönlich.Foto: Berthold Köhler
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Zur offiziellen Verkehrsfreigabe für den Ausbau der Bundesstraße 303 in und östlich von Oberelldorf musste der Bundesverkehrsminister terminbedingt mit dem Hubschrauber anreisen und in Hafenpreppach landen - die Bedeutung des Straßenverkehrs hatte er aber auf dem Luftweg nicht vergessen. "Auch kleinere Projekte sind wichtig für den ländlichen Raum", sagte Andreas Scheuer (CSU) gestern im Seßlacher Stadtteil. Und mit 7,8 Millionen Euro Baukosten, da waren sich alle Festredner einig, war der Ausbau ein kleines Projekt. Aber ein für die Anwohner eben auch enorm wichtiges.

Bürgermeister Martin Mittag (CSU) räumte ein, dass ihm der Ausbau in Rekordzeit (Dauer: 14 Monate) "einige graue Haare" gebracht habe. Viele Gespräche, viele Verhandlungen und, ja, auch Meinungsverschiedenheiten habe es mit den Oberelldorfern gegeben. Doch am Ende habe man, da dankte der Bürgermeister explizit auch dem Bauleiter vor Ort, Harald Schnappauf vom Staatlichen Bauamt Bamberg, "das Projekt toll über die Bühne gebracht". Klar: Auch Mittag räumte ein, dass eine Umgehung für den Ort sicher die bessere Lösung gewesen wäre. Aber die Oberelldorfer sollten sich dennoch über den Spatz in der Hand freuen - schließlich sei es ein goldener.

Die Bedeutung der Bundesstraße strich Landrat Michael Busch (SPD) heraus: "Sie ist die einzige vernünftige Ost-West-Verbindung im Coburger Land." Dass die B 303 auf ihrem Weg von Schweinfurt nach Coburg nur noch durch zwei Ortschaften (Oberelldorf und Tambach) führt, war für Busch eine Herausforderung für die Zukunft. Den Blick Richtung Osten und den nahen Tambacher Berg gewandt, erinnerte Busch die Vertreter der Landes- und Bundespolitik: "Da haben wir noch ein riesiges Problem."

Ein Thema der Verkehrsfreigabe war auch das demonstrative Fernbleiben der Vertreter der Landwirtschaft - aus Protest, weil die B 303 als Kraftverkehrsstraße ausgewiesen und damit für landwirtschaftliche Fahrzeuge gesperrt ist. Der Landrat stellte sich grundsätzlich hinter die Entscheidung: Es wäre eine "Zumutung für die Autofahrer", wenn sie auf dem dreispurigen Abschnitt von langsam fahrenden Traktoren behindert würden. Aber Busch deutete auch an, dass man für den überörtlichen landwirtschaftlichen Verkehr auf der Suche nach einer vernünftigen Lösung sei.

Mit den Landwirten reden

In die gleiche Richtung war zuvor auch der Bundesverkehrsminister gegangen, indem er den Landwirten versicherte, dass "die Diskussion noch nicht abgeschlossen" ist. Aber Scheuer warnte die Bauern vor übertrieben hohen Erwartungen: "Es werden nicht alle 150-prozentig zufrieden sein."

Mit einem anerkennenden Kopfnicken erinnerte Melanie Huml (Staatsministerin für Gesundheit und Pflege) an den schnellen Baufortschritt in Oberelldorf. Das sei wichtig, schließlich ist die B 303 für Huml die wichtigste Verkehrsader zwischen Ober- und Unterfranken. Gerade die Menschen in ländlichen Regionen, betonte die Gesundheitsministerin, seien auf Mobilität angewiesen.

Das Lob für die Leistung der beteiligten Firmen und des Staatlichen Bauamtes zog sich quer durch alle Festreden. Verkehrsminister Scheuer hätte die ebenfalls bei der Freigabe anwesenden Arbeiter der Baufirma am liebsten gleich mit nach Berlin genommen: Dort könne man so einen Bautrupp auf dem Hauptstadtflughafen sicher gut gebrauchen, meinte Scheuer.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Blaskapelle Oberelldorf. Den kirchlichen Segen spendeten die beiden Pfarrer, Norbert Lang (katholisch; Seßlach) und Stefan Köttig (evangelisch; Altenstein-Hafenpreppach).

Die Begrüßung der Gäste (unter ihnen auch viele Oberelldorfer, die nachher ins Gemeinschaftshaus eingeladen waren) übernahm Uwe Zeuschel. Der Fachbereichsleiter für Tiefbau beim Staatlichen Bauamt in Bamberg bezeichnete es als sehr wichtig, dass der Bund "strukturpolitisch wichtige Bundesstraßen" mit dreispurig ausgebauten Abschnitten versehe. Dass sich manch Oberelldorfer nur "schweren Herzens und nach zähen Verhandlungen" von seinen für den Ausbau notwendigen Flächen getrennt habe, verschwieg Zeuschel nicht. Da dankte er insbesondere Martin Mittag für dessen Moderation: "Ohne ihn wäre es nicht so gelaufen, wie es gelaufen ist."

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