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Großheirath
Ausstellung

Ausstellung über Ludwig Heymann in Großheirath

Der Rossacher Künstler Ludwig Heymann hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert. Zu diesem Anlass zeigt eine Ausstellung abstrakte und realistische Bilder des Malers.
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Künstlerischer Leiter der Ausstellung und Freund des Künstlers Ludwig Heymann Ingo Cesaro (rechts) spricht mit den Kindern des Malers, Artur Heymann und Gerlinde Brückner über die Bilder der Ausstellung. Fotos: Thomas Heuchling
Künstlerischer Leiter der Ausstellung und Freund des Künstlers Ludwig Heymann Ingo Cesaro (rechts) spricht mit den Kindern des Malers, Artur Heymann und Gerlinde Brückner über die Bilder der Ausstellung. Fotos: Thomas Heuchling
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Dynamik, Kraft und Rhythmus sind Wörter die Ingo Cesaro immer wieder benutzt, wenn er mit Begeisterung über die Bilder seines Freundes Ludwig Heymann spricht. Der wäre am 31. März 100 Jahre alt geworden. Dieses Datum haben die Familie von Heymann, die Gemeinde Großheirath und nicht zuletzt sein Freund, der Schriftsteller Ingo Cesaro, zum Anlass genommen eine Ludwig-Heymann-Gedächtnisausstellung zu initiieren.

"Ich habe meinem Freund Ludwig Heymann versprochen zu diesem Anlass eine Ausstellung mit seinen Bildern zu machen. Ich löse also nur ein Versprechen ein", sagt Cesaro. Er trägt die künstlerische Verantwortung für die Ausstellung in der Siegfried-Möslein-Grundschule in Großheirath.

75 Bilder hat er ausgewählt. 45 zeigen das Hauptwerk Heymanns, abstrakte Bilder voller "Dynamik und Kraft". 35 bilden realistisch die ehemalige Lebenswelt des Künstlers ab.
Darunter oberfränkische Fachwerkhäuser und Motive aus dem bäuerlichen Leben. "Ludwig Heymann war ein Verfechter der abstrakten Kunst, aber immer offen für andere Richtungen. Realistische Bilder hat er auch gemalt um seinen Lebensunterhalt zu verdienen", sagt Cesaro und zeigt auf ein Bild, dass aus Blau- und Rot-Tönen besteht.

Die Linienführung geben dem Bild eine Dynamik. "Es ist beeindruckend mit welcher Kraft und Dynamik er bis ins hohe Alter seine Bilder malte. Dieses hier ist von 1997, da war er 84 Jahre alt", sagt Cesaro.
Sein Freund ist vor sechs Jahren im Alter von 94 Jahre gestorben.

Wenn Cesaro von ihm und seinen Bildern erzählt, dann lächelt er. Aber auch neben seinen Bildern sind Spuren von Heymann im Coburger Land, in Oberfranken und darüber hinaus zu finden. Beim Betreten der Großheirather Grundschule hält der Besucher gleich ein Stück von Heymanns Kunst in der Hand. Die Türgriffe sind Mosaike des Künstlers. Diese sind nur ein kleiner Auszug der "Kunst am Bau", mit der sich Heymann ebenfalls beschäftigte. So sind zum Beispiel die Fassaden der Rathäuser in Ebersdorf und Grub am Forst von ihm gestaltet worden.

"Ich bin Anhänger der modernen Kunst", hat Heymann einmal gesagt. Aber er orientierte sich auch daran, was in heimischen Gefilden nachgefragt war. Er malte den Coburgern Landschafstbilder, Stillleben oder Blumen. Seine abstrakten Werke verkaufte der Künstler nach Frankfurt am Main oder in die Schweiz.
"95 Prozent der Leute kennen ihn nur durch seine abstrakten Werke", erklärt Cesaro.

An einem anderen Bild stehen Artur Heymann und Gerlinde Brückner, die Kinder des Künstlers. "Ich bin sehr stolz, das seine Bilder hier zu sehen sind. Mein Vater lebte seit 1948 in Großheirath und hat bis ins hohe Alter gemalt", sagt Artur Heymann.Ingo Cesaro hat sich an einen Tisch gesetzt und beginnt, wie er sagt, ein modernes Märchen zu erzählen: "Zum 90. Geburtstag von Ludwig Heymann saß ein Mann neben mir. Ich erzählte ihm, was Großheirath für einen tollen Künstler hat und fragte warum es denn keine Daueraus tellung über das Werk von Heymann gibt." Cesaro wusste nicht, das neben ihm Bürgermeister Udo Siegel saß. "Kurz darauf hat die Gemeinde 50 Werke von Heymann angekauft und im Rathaus eine Dauerausstellung eingerichtet. Jedes Märchen hat ein Happy End", sagt Cesaro.

Über Heymann sagt Cesaro, dass es mit seiner Kunst den Leuten und auch jungen Künstlern Mut machen wollte. "Die meisten Bilder haben keinen Titel, dass war ihm nie wichtig. Der Betrachter soll mit den Bildern in einen Dialog treten und abhängig von seiner Stimmung eine eigene Interpretation finden", erklärt Cesaro. Seinen langjährigen Freund lernte er Ende der sechziger Jahre kennen. "Auch damals bewunderte ich ihn schon für seine Kunst und das Eintreten für das Abstrakte", erinnert sich Cesaro.

Bevor Heymann seine Kreativität voll ausleben konnte, machte er eine Malerlehre und eine Ausbildung an der Industrieschule in Sonneberg. Anfang der dreißiger Jahre besuchte er die Kunstakademie in Stuttgart. Unter der Hitler-Diktatur blieb es Heymann zunächst verwehrt seine Liebe zur modernen Kunst frei auszuleben. Nach den Kriegsjahren ließ er sich in Rossach nieder. Dort widmete er sich der Kunstmalerei.

Heymann selbst sagte schon früher über seine Kunst: "Zunehmend neige ich zur gegenstandslosen, zur konkreten Malerei, meine Bilder sind Endformen, in denen die Seele sich sammelt und Distanz zur Realität gewinnt."


In Kürze

Eröffnung
Am Sonntag eröffnet die Ausstellung mit 75 Bildern von Ludwig Heymann in der Aula der Siegfried-Möslein-Grundschule in der Schulstraße 34 in Großheirath. Es wird auch ein kurzer Dokumentarfilm über den Künstler zu sehen sein.

Ausstellung Vom 31. März bis zum 3. April ist Ausstellung täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Besuch ist kostenfrei.
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