Coburg
Ermittlungen

Ausgesperrt am Ernestinum

Ein möglicher verspäteter Abi-Scherz sorgte am Donnerstag für Gerüchte rund um das Gymnasium Ernestinum.
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Die Nachricht verbreitete sich am Donnerstag rasend schnell über die sozialen Medien: Das "Ernes" blieb um 8 Uhr erstmal dicht.Jochen Berger
Die Nachricht verbreitete sich am Donnerstag rasend schnell über die sozialen Medien: Das "Ernes" blieb um 8 Uhr erstmal dicht.Jochen Berger
Die Polizei ermittelt nun wegen Hausfriedensbruchs.


Als die ersten Schüler und Lehrer am Morgen zum Schulhaus kamen, mussten sie feststellen, dass die Verbindungstüren der Flure im Inneren teilweise versperrt waren. "Wenn diese Brandschutztüren versperrt sind, können wir die Schüler nicht in das Gebäude lassen", erklärte Schulleiter Bernd Jakob auf Anfrage. Also mussten alle Schüler zunächst auf dem Pausenhof warten.


Wie ein Lauffeuer

"Wäre das vor 20 Jahren passiert, wären alle nach 20 Minuten in ihre Klassenzimmer gegangen und das wäre es gewesen", ist Bernd Jakob überzeugt. Heute ist das anders. Im Nu waren Hunderte Mobiltelefone gezückt und es schaukelten sich die Nachrichten über den Vorfall hoch. Bald hieß es, es hätte sich jemand im Gebäude verbarrikadiert und die Polizei müsse ihn erst festnehmen.


So etwas kann gerade die jüngeren Schüler auch ängstigen, befürchtet Bernd Jakob. Daher ging er persönlich durch die Klassen, um zu beruhigen und sich ein Bild davon zu machen, wie die Situation aufgenommen worden ist.


Abi-Scherz als Vermutung

Ob es tatsächlich ein schlechter Scherz des Abiturjahrgangs war, steht noch nicht fest. Es wird aber auch nicht ausgeschlossen. "Normalerweise stimmt man so einen Scherz mit der Schulleitung ab. Da verstehen wir dann schon Spaß und halten dicht oder machen mit", sagt Bernd Jakob. So auch beim "offiziellen" Scherz dieses Jahres. Auch da wurden Eingänge blockiert - aber mit Luftballons. Es gab ein Labyrinth aus Teilen eines Bauzaunes, durch das sich einen Weg suchen musste, wer ins Schulgebäude wollte.

Ein Scherz also, mit dem auch die Schulleitung leben konnte. Solche Scherze mit der Schulleitung abzustimmen, hat an Bedeutung gewonnen in Zeiten, in denen mit ungewöhnlichen Situationen sensibler umgegangen wird als früher. Ohne Absprache kann ein an sich harmloser Scherz rasch mit einer Bedrohungslage verwechselt werden, die entsprechendes Vorgehen seitens der Schulleitung und der Ordnungskräfte auslöst. Im aktuellen Fall steht daher für Bernd Jakob fest: "Es war eine Störung und Hausfriedensbruch."


Daher konnte und wollte die Schulleitung den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen. Vor allem nicht, um den Gerüchten Einhalt zu gebieten, die als Paradebeispiel für die Entstehung von "Fake News" gelten dürfen.


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