Witzmannsberg
Feuerwehrfest

Aufmarsch der roten Leistungsträger in Witzmannsberg

Die Feuerwehr Witzmannsberg feierte ihren 150. Geburtstag. Das Fest fiel nicht so groß aus wie erwartet. Diejenigen, die gekommen waren, genossen es sehr.
Artikel drucken Artikel einbetten
Höhepunkt des 1. Feuerwehr-Oldtimertreffens in Witzmannsberg war die Präsentationsfahrt durch den Ort. Das älteste Fahrzeug war der Dodge aus dem Jahr 1942 der Feuerwehr Schottenstein. Foto: Michael Stelzner
Höhepunkt des 1. Feuerwehr-Oldtimertreffens in Witzmannsberg war die Präsentationsfahrt durch den Ort. Das älteste Fahrzeug war der Dodge aus dem Jahr 1942 der Feuerwehr Schottenstein. Foto: Michael Stelzner
+9 Bilder

Der Vorsitzende der Feuerwehr Witzmannsberg, Karl-Heinz Müller, und sein Organisationsteam hätten sich schon ein paar mehr Geburtstagsgäste zu ihrem 150. Geburtstag gewünscht. Beim Festkommers am Samstag war das Zelt zwar gut gefüllt. "Über ein paar mehr Gäste hätten wir uns schon gefreut", betont Müller. Enttäuschend war vor allem der Sonntag. Denn es fanden von den angemeldeten 40 Feuerwehroldtimern nur 15 den Weg nach Witzmannsberg. Trotzdem wurde eindrucksvoll die Feuerwehrgeschichte im puncto technische Entwicklung über Jahrhunderte hinweg an den ausgestellten Spritzen, Geräten und Fahrzeugen gezeigt. Es waren auch Löschfahrzeuge aus der ehemaligen DDR dabei. Die älteste Feuerwehrspritze war aus dem Jahre 1861, die Feuerwehr Gleußen hatte diese neben anderen Gerätschaften wie einen alten Scheinwerfer mitgebracht. Aber auch verschiedene Feuerwehrhelme, Verteiler und sogar ein Säureschutzanzug stellte ein Sammler aus. Das älteste Fahrzeug war der Dodge der Feuerwehr Schottenstein aus dem Jahr 1942.

Den Weg nicht gescheut

Die Feuerwehrleute zeigten und erklärten den Besuchern gerne die alten Gerätschaften und wie sie verwendet wurden. Auch die Zahl der Besucher war überschaubar. Es hätten ruhig ein paar mehr sein können. "Denn dies ist eine gute Möglichkeit, einmal die alten Geräte, die von den Wehrleuten über die Jahre hinweg in ihrer Freizeit neben dem Feuerwehrdienst gehegt und gepflegt werden, zu zeigen", sagten viele Wehrleute. Manche geben ihren Fahrzeugen sogar einen Namen. So nennt die Feuerwehr Tauperlitz aus der Nähe von Hof ihr Löschfahrzeug aus dem Jahre 1961 "Flocki 01". Sie hatten den Weg nach Witzmannsberg nicht gescheut und waren mit einer ganzen Mannschaft gekommen.

Höhepunkt war am Sonntag die Präsentationsfahrt der Feuerwehroldtimer durch Witzmannsberg, die von den Ehrenmitglieder in einer Pferdekutsche angeführt wurde. Die Zuschauerkulisse an den Straßenrändern hatte sehr große Lücken. "Die Feuerwehr ist immer da, wenn man sie braucht, deshalb sollte man die Wehr mit dem Besuch auch unterstützen", sagten diejenigen, die sich dieses Schauspiel nicht entgehen ließen. Die Zeit bis zur Prämierung der Feuerwehroldtimer - es gab goldene Pokale - überbrückten die "Werrataler Musikanten". Bei der Prämierung stellte Landrat Sebastian Straubel fest, dass sich die Region Coburg in Sachen Ehrenamtlichkeit nicht zu verstecken brauche. Er machte das an den vielen Veranstaltungen und Aktionen, die Woche für Woche im Landkreis Coburg stattfänden, fest. Er lobte vor allem das Engagement der Feuerwehren, deren stetige Einsatzbereitschaft sowie Bereitschaft zur Fortbildung. Denn das Feuerwehrwesen werde immer komplexer.

Grußworte beim Festkommers

Beim Festkommers im festlich geschmückten Zelt blickte der Vorsitzende in seiner Chronik auf die 150-jährige Geschichte der Feuerwehr Witzmannsberg zurück. Schirmherr Bürgermeister Martin Finzel sagte in seiner Festrede, dass der Brandschutzes schon sehr alt sei und von ihm das Gemeinwesen ausgegangen sei. Er ging auf die Nachwuchsarbeit der Feuerwehren ein, die in Ahorn sehr gut funktioniere. Eine Herausforderung insbesondere für die kleinen Wehren sei es, den Brandschutz sicherzustellen. "Die Wehren sind auch für die Dorfgemeinschaft sehr wichtig und notwendig, nicht nur in der Gemeinde Ahorn, sondern in allen Dörfern und Gemeinden. Mit all ihren Aufgaben sind die Wehren eine tragende Säule für das Gemeinwesen", sagte Finzel. Besonders dankte er der Feuerwehr Witzmannsberg für die Organisation des Festes. Er lobte die Lebensleistung Karl-Heinz Müllers, der seit 1982 der Feuerwehr vorstehe und über 25 Jahre lang Kommandant gewesen sei und viel für seine Feuerwehr erreicht habe.

Der stellvertretende Landrat Rainer Mattern lobte die Gemeinschaftsleistung aller Wehrleute in den vergangenen 150 Jahren mit den Worten: "Dies ist ein Zeichen, das die Gemeinschaft stimmt." Er erinnerte an den Kauf der Drehleiter und die Unterstützung der Jugendfeuerwehren durch den Landkreis.

Kreisbrand Manfred Lorenz blickte in seinem Grußwort nach vorne. Man müsse den Wandel der Zeit erkennen und die Kinder und Jugendlichen für die Feuerwehr begeistern, sagte er und betonte: . "Wir müssen hier Anreize schaffen." Aufgaben und Verantwortung müssten an die Jugend weitergegeben werden, um der Jugend eine Chance zu geben, sich zu beweisen. Die Ortsvereine gratulierten und überreichten Geschenke im Kuvert. Karl-Heinz Müller betonte, dass diese Zuwendungen der Jugend in der Feuerwehr Witzmannsberg zugutekommen würden.

Auszeichnungen

Beim Festkommers wurden Mitglieder, die schon länger als 55 Jahre der Feuerwehr Witzmannsberg angehören und schon die Ehrenmitgliedschaft innehaben, besonders geehrt. Ausgezeichnet wurden: Gerhard Janson, Dieter Hartmann und Erwin Schreiner.

Weiter wurden für langjährigen außergewöhnlichen Einsatz Maschinist Daniel Menzel und Kommandant Pascal Lindlein geehrt.

Folgende Feuerwehren erhielten einen Pokal für Oldtimer und Gerätschaften: Tauperlitz (bei Hof), Eisfeld, Oberhaid, Schottenstein, Weidenberg (Oberpfalz), Großwallbur, Gleußen und Kronach.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren