Frohnlach
Fußball

Aufbruchstimmung beim VfL Frohnlach

Der Landesliga-Absteiger VfL Frohnlach präsentierte am Montagabend sein neues Team. Mit sieben Neuzugängen will der Klub sofort zurück in die Landesliga.
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Mit zahlreichen Neuzugängen startet der VfL Frohnlach nächste Woche in die Bezirksliga-Saison (von links): Der stellvertretende Vorsitzende Klaus Schillig, Spielertrainer Bastian Renk, Christopher Rödel, Ata Simitci, Manuel Friedlein; (vorne von links): Daniel Oppel, Emre Özdemir, Patrick Jauch, Tayfun Özdemir und Eliass Maak. - Es fehlt: Ertan Sener. Foto: Heinrich Weiß
Mit zahlreichen Neuzugängen startet der VfL Frohnlach nächste Woche in die Bezirksliga-Saison (von links): Der stellvertretende Vorsitzende Klaus Schillig, Spielertrainer Bastian Renk, Christopher Rödel, Ata Simitci, Manuel Friedlein; (vorne von links): Daniel Oppel, Emre Özdemir, Patrick Jauch, Tayfun Özdemir und Eliass Maak. - Es fehlt: Ertan Sener. Foto: Heinrich Weiß
Beim VfL Frohnlach herrscht trotz der angestrebten und dann schnell wieder geplatzten Fusion mit dem TSV Sonnefeld und zwei Abstiegen in Folge so etwas wie Erleichterung. Das klingt paradox, ist aber so. Grund: Der Worst Case 2018 wurde verhindert!
Vor rund einem halben Jahr, als während der Landesliga-Winterpause schon befürchtet wurde, dass die Mannschaft von der Bayernliga bis hinunter in die Bezirksliga durchgereicht werden könnte, kursierte in Fußballerkreisen nämlich ein Gerücht, das sich hartnäckig hielt: Der langjährige Vorzeige- und stets in der höchsten Liga der Region spielende Klub muss sich aus dem Spielbetrieb zurückziehen! Gravierender Personalmangel und fehlende Man-Power seien dafür mögliche Ursachen. Doch weit gefehlt!


Den Super-Gau verhindert

Denn soweit ließen es die VfL-Macher erst gar nicht kommen. Ganz im Gegenteil: Mit der Verpflichtung ihres langjährigen Spielmachers Bastian Renk ("Unser verlorene Sohn ist zurückgekehrt"/O-Ton Vorsitzender Ulrich Kossak gestern Abend) ging ein Ruck durch den Klub. Schnell machte sich im Frühjahr Aufbruchstimmung breit. Als fest stand, dass die erhoffte Zusammenarbeit mit dem Nachbarn TSV Sonnefeld nicht klappt, setzte der "Wischi-Klub" mit Ulrich Kossak, seinem Stellvertreter Klaus Schillig und Abteilungsleiter Michael Werner an der Spitze schnell wieder auf die "blau-weiße Solokarte". Und das mit durchschlagenden Erfolg.


Sieben Jungs vom TSV Sonnefeld

Im Sog von Bastian Renk entschieden sich sechs weitere Spieler des Landesliga-Konkurrenten TSV Sonnefeld für einen sechs Kilometer langen "Seitensprung" zum Nachbarklub. Einige Spieler, die bereits über ihren Abschied vom VfL laut nachdachten, entschieden sich daraufhin zu bleiben. Mit Daniel Oppel wurde zudem ein antrittsschneller, torgefährlicher Stürmer vom FC Lichtenfels verpflichtet. Und das, obwohl sich der Ex-Gruber, der derzeit ein Haus baut und auch für den TBVfL Neustadt-Wildenheid auf Torejagd ging, im Winter bereits für einen Wechsel zum TSV Sonnefeld entschieden hatte.
In der Summe macht das natürlich einen schlagkräftigen Spielerkader, der sich seit vier Wochen unter der Regie ihres ehrgeizigen Spielertrainers gewissenhaft auf die Bezirksliga-Saison 2018/2019 vorbereitet.
Gestern Abend wurden die Neuzugänge nun auch offiziell im Willi-Schillig-Stadion präsentiert. Zwar hatte die Veranstaltung lange nicht das Flair zurückliegender Jahre, als Groß-Sponsor Willi Schillig zahlreiche Fans bei Freibier und kostenlosen Bratwürsten begrüßte, doch da war sie wieder spürbar: Die unübersehbare Aufbruchstimmung - es herrschte beste Laune und großer Optimismus!
Dazu kommt erstmals auch Vorfreude auf eine Punktrunde in der Bezirksliga Oberfranken West. Dort, wo in der Vergangenheit nicht einmal mehr die Reserve spielte, geht der ehemalige Regional- und langjährige Bayernligist nämlich ab sofort an den Start. Und das mit sehr großen Ambitionen.


Renk: "Wir schlagen Ebersdorf"

Der Vereinsboss sprach vom "sofortigen Durchmarsch" und Spielertrainer Renk will "mit diesen Spielern die Bezirksliga dominieren". Den rund 20 anwesenden Fans versprach er sogar schon einen Auftaktsieg gegen Aufsteiger SC Sylvia Ebersdorf, der mit Ex-VfL-Trainer Dieter Kurth am 1. Spieltag in Frohnlch zu Gast ist.


Trawally zu Don Bosco Bamberg

Allerdings haben einige wichtige Spieler den Klub verlassen. Darunter ist auch der bisher beste Stürmer Sayko Trawally, der sich dem Bayernligisten DJK Don Bosco Bamberg angeschlossen hat. Trotzdem zählt das Renk-Team ab nächster Woche zweifelsohne zu den großen Favoriten auf die Meisterschaft und damit auch auf die sofortige Rückkehr in die Landesliga Nordost. Die Vorschusslorbeeren, die die Konkurrenz verteilt, reichen von Meeder über Aufsteiger Ebersdorf bis weit in den Bamberger Raum. Fast alle der 15 Gegner haben den "großen VfL" auf ihrer Rechnung. Der Hauptsponsor von Nachbar SC Sylvia Ebersdorf, Stefan Finzel, der sich nach eigenen Angaben regelmäßig mit VfL-Gönner Klaus Schillig austauscht, hievt den Lokalrivalen ebenfalls ganz oben auf das Bezirksliga-Schild und schiebt dem VfL damit gleich die Favoritenrolle in die Schuhe: "Die Frohnlacher müssen doch mit dieser Truppe aufsteigen".


Reichlich Vorschusslorbeeren

Wie stark das allseits gelobte neue VfL-Team ist, wird sich bereits am Freitag, 20. Juli, ab 18.30 Uhr zeigen. Die Spielleitung trug dem Frohnlacher Wunsch nämlich Rechnung, dass das Eröffnungsspiel gegen den SC Ebersdorf beim VfL stattfindet - für viele sind die Sylvianer sogar eine Art "Geheimfavorit". Jedenfalls verspricht dieses Duell jede Menge Brisanz.


Welche Rolle spielt Edi Mühlherr?

Bleibt noch die neue Rolle von Eduard Mühlherr beim VfL Frohnlach zu klären. Der zuletzt als großzügige Gönner beim TSV Sonnefeld aktive Geschäftsmann macht jedenfalls kein Hehl aus einer gewissen Verärgerung über die geplatzte Fusion. Die Mehrheit der Sonnefelder lehnten bekanntlich im Frühjahr eine Zusammenarbeit ab. Klar ist auch, dass Mühlherr, der mehrere Ex-Spieler des TSV auch nach deren Wechsel zum VfL Frohnlach weiter in seinen Betrieben beschäftigt, künftig öfters in Frohnlach, als in Sonnefeld auf dem Fußballplatz zu sehen sein wird. Gestern Abend war er bei der Präsentation der Mannschaft aber nicht dabei.
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