Coburg

Auf ein gutes Kino-Jahr in Coburg

Mit "Fack ju Göthe" hat es ein Film aus deutschen Landen sogar an die Spitze der heimischen Leinwand-Charts geschafft. Doch am Horizont warten schon die nächsten Blockbuster aus Hollywood.
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"The Wolf of Wall Street": Als junger Börsenmakler in New York träumt Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) den amerikanischen Traum und wacht auf in der korrupten Realität des Kapitals, das nur eine Maxime kennt - hemmungslose Habgier (Bundesstart: 16. Januar). Foto: Universal
"The Wolf of Wall Street": Als junger Börsenmakler in New York träumt Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) den amerikanischen Traum und wacht auf in der korrupten Realität des Kapitals, das nur eine Maxime kennt - hemmungslose Habgier (Bundesstart: 16. Januar). Foto: Universal
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Jetzt, da er die Übersicht über die Filme des Jahres 2014 höchstpersönlich zusammengeschrieben hat, kann Oskar Heublein fast ein bisschen zu seiner eigenen Überraschung die Liste zufrieden abnicken. "Schaut gut aus", sagt der Betreiber des "Utopolis" zu all dem, was demnächst in die deutschen Kinos kommt.


Da macht es nicht einmal etwas aus, dass im Juni/Juli wieder einmal eine Fußball-Weltmeisterschaft ins Haus steht. "Klar, das werden wieder vier zähe Wochen", weiß Heublein schon jetzt. Wohl nicht zuletzt auch deshalb hat sich Warner als Verleiher von "Der Hobbit: Hin und Zurück" auch von seiner ursprünglichen Idee verabschiedet, den dritten Teil der Verfilmung des "Kleinen Hobbit" im Sommer ins Kino zu bringen.



Jetzt wird der Abschluss der Geschichte von Bilbo Beutlin kurz vor Weihnachten in die Kinos kommen - ähnlich wie es beim derzeit laufenden zweiten Teil ("Der Hobbit: Smaugs Einöde") der Fall war. Solche Filme und solche Termine lassen einem Kinobetreiber natürlich das Herz aufgehen. Denn der Hobbit, der lief laut Heublein "einfach wahnsinnig konstant". Klar: Wer den ersten Teil gesehen hat, will natürlich wissen, wie die Reise durch die Fantasy-Welt weitergeht.

Aus Rot wird Blau

Und "Smaugs Einöde" entwickelte sich, freilich wenig überraschend, zum Volltreffer. Obwohl das Fantasy-Abenteuer nach der Tolkien-Romanvorlage seinen Bundesstart erst vor drei Wochen hatte, liegt es schon auf Platz 2 der rein auf Coburg ausgelegten Bestenliste, die sich Oskar Heublein immer zusammenstellt. Auf Platz 1 dagegen steht, noch, ein absoluter Überraschungserfolg: "Fack ju Göthe". Der "Utopolis"-Chef freut sich, dass es seit langer Zeit mal wieder ein deutscher Film geschafft hat, die meisten Besucher innerhalb eines Jahres in Coburger Kino zu locken.


"Witzige Handlung, gut gemacht, passende Darsteller", attestiert Heublein "Fack ju Göthe".
Insgesamt stehen sogar vier deutsche Filme in den Coburger Top-Ten - wobei das Teenager-Abenteuer "Rubinrot" davon profitierte, dass Coburg als Drehort dabei eine große Rolle spielte. Im Sommer kommt übrigens die Fortsetzung "Saphirblau", wobei es Oskar Heublein in Branchenkreisen schon läuten gehört hat, dass "Saphirblau" bei den Zuschauerzahlen ein bisschen zulegen muss, um es bis zum dritten Teil (der dann "Smaragdgrün" wäre) zu schaffen. Heublein wünscht es dem Film, nicht nur aus eigenem Interesse: "Bundesweit hätte der Film mehr Zuschauer verdient gehabt."


Das erste Kino-Vierteljahr 2014 wird geprägt von bewährten Hollywood-Stars, die alleine schon vom Namen her eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit aufweisen. Das beginnt schon vorgezogen am Neujahrstag mit Ben Stiller und dem Remake von "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty". Zwei Wochen später folgt dann "The Wolf of Wall Street", in dem Leonardo DiCaprio einen Investment-Banker spielt. Martin Scorsese führte dabei Regie. Das verspricht Spannung.


Mit großen Erwartungen bringt der Traditionsverleih "20th Century Fox" am 20. Februar die "Monuments Men" nach Deutschland. Dort sind unter anderem George Clooney (auch Regie), John Goodman, Matt Damon und Bill Murray als Spezialeinheit im Kriegs-Deutschland unterwegs, um seltene Kunstgüter vor der Zerstörung durch die Nazis zu retten.
Der Film steht auch schon als Beitrag der Internationalen Filmfestspiele in Berlin (Termin: 6. bis 16. Februar) fest und dürfte damit in Deutschland eine enorme mediale Präsenz erfahren.

Es geht immer weiter

Und die ist genau das, was heute einem Film den Weg in die Charts ebnet. Dennoch hat auch ein Branchenkenner wie Oskar Heublein zusehends Probleme, die Erfolgsaussichten kommender Filme einzuschätzen. "Es ist schon arg zufällig, welche Filme in den großen Medien aufgegriffen werden", rätselt der Kinobetreiber. Dazu komme noch, dass der Markt inzwischen deutlich enger geworden ist - alleine schon von der Quantität her.


Selbst gute Filme fallen manchmal einfach durch


Diese sei, sagt Heublein mit Blick auf die Startliste 2014, nicht mehr mit der Vergangenheit vergleichbar: "Es kommen viel mehr Filme als vor zehn Jahren auf den Markt." Und manche, richtig gute, gehen in dieser Masse einfach unter. Die siebenfach oscar-nominierten "Silver Linings" fallen da Heublein auf der Stelle ein.


Fortsetzungen sind der Renner


Was im Kino heutzutage, das war schon einmal ("Highlander"!) anders, immer geht: Fortsetzungen. Die "Avengers", der "Spider-Man", die "Tribute von Panem", die deutsche Erfolgskomödie "Eine ganz heiße Nummer" (Gisela Schneeberger, Monika Gruber) - sie alle kommen wieder. Manche sogar immer wieder. Nach dem Top-Ten-Erfolg für "Fast & Furios VI" soll es trotz den überraschenden Todes von Paul Walker einen siebten Teil geben. Wenn nicht 2014, dann spätestens 2015.


Kino in Coburg - was war, was kommt


Die Coburger Top Ten 1. Fack ju Göthe. - 2. Der Hobbit: Smaugs Einöde. - 3. Kokowääh II. - 4. Ich, einfach unverbesserlich. - 5. Hangover III. - 6. Schlussmacher. - 7. Fast & Furios VI. - 8. Django unchained. - 9. Rubinrot. - 10. Die Tribute von Panem - catching Fire.

Start: 2. Januar Paranormal Activity: Fünfter Teil der erfolgreichen Horrorserie.

Start: 9. Januar: Zwei vom alten Schlag: Das ultimative Gipfeltreffen der Haudrauf-Generation. Sylvester Stallone und Robert de Niro als alternde Boxer vor ihrem letzten Kampf. - Diana: Fast schon zu spätes Drama mit Naomi Watts über die letzten Jahre der Kult-Prinzessin.

Start: 16. Januar 12 Years a slave: Anspruchsvolles Sklavendrama aus dem 19. Jahrhundert.

Start: 23. Januar I, Frankenstein: Dreidimensionales SciFi-Abenteuer, bei dem die Kreatur die Menschen vor Alien retten muss. - Der blinde Fleck: Benno Führmann recherchiert über das Oktoberfest-Attentat 1980.

Start: 30. Januar 47 Ronin 3D: Keanu Reeves und 47 Samurai begeben sich auf einen Rache-Feldzug. - Mandela: Der lange Weg zur Freiheit: Die Lebensgeschichte des südafrikanischen Volkshelden. - Anchorman: Die Legende kehrt zurück: Will Ferrell spielt ein zweites Mal den eitlen Nachrichtensprecher Ron Burgundy.

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