Coburg
Schule

Auf drei Herberts folgt Stephan

Das Gymnasium Alexandrinum erhält zum 16. Februar einen neuen Schulleiter. Herbert Brunner tritt nach neun Jahren am "Alex" in den Ruhestand.
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Die Schulleiter Herbert Brunner (Alexandrinum, links) und Burkhard Spachmann (Casimirianum, rechts) rücken dem designierten Direktor des Alexandrinums, Stephan Feuerpfeil, den Chefsessel zum Probesitzen zurecht. Ab 16. Februar ist dies dann Feuerpfeils Büro.Ulrike Nauer
Die Schulleiter Herbert Brunner (Alexandrinum, links) und Burkhard Spachmann (Casimirianum, rechts) rücken dem designierten Direktor des Alexandrinums, Stephan Feuerpfeil, den Chefsessel zum Probesitzen zurecht. Ab 16. Februar ist dies dann Feuerpfeils Büro.Ulrike Nauer

Seit 32 Jahren hießen alle männlichen Schulleiter am Alexandrinum mit Vornamen Herbert. Diese Ära geht nun zu Ende. Das Coburger Gymnasium bekommt zum 16. Februar einen neuen Schulleiter: Stephan Feuerpfeil wechselt vom Casimirianum in den Chefsessel seiner ehemaligen Schule. Herbert Brunner, der das Alexandrinum seit dem Schuljahr 2010/11 leitete, verlässt sein "Herbertinum" (siehe unten) und tritt in den Ruhestand.

"Ich hätte schon noch ein Jahr länger machen können", sagt Herbert Brunner am Montagnachmittag, als er den Wechsel offiziell bekannt gibt. Aber so schön wie in diesem Jahr wären die Termine für ihn im Februar 2020 nicht zusammengefallen. Genau an seinem letzten Diensttag, dem 15. Februar, wird Brunner nämlich 65 Jahre alt. Außerdem feiert er sein 40. Dienstjubiläum - und Zwischenzeugnisse gibt's auch noch.

Entscheidung im September

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"Viele haben mir nicht geglaubt, als ich im vergangenen September gesagt habe, ich höre auf", erzählt Brunner schmunzelnd. So ging es auch dem Leiter des Gymnasiums Casimirianum, Burkhard Spachmann, der mit Brunner seit Jahrzehnten gut bekannt ist. Für ihn bedeutet der Ruhestand seines Kollegen eine logistische Herausforderung, denn der künftige Direktor des Alexandrinums, Stephan Feuerpfeil, war in den letzten beiden Jahren Spachmanns ständiger Stellvertreter am Casimirianum.

Nun muss zum einen ein neuer ständiger Stellvertreter gefunden werden, zum anderen ein Lehrer, der Feuerpfeils Fächer Mathematik und Physik unterrichtet. Dieses Problem ist bereits gelöst, die Stelle bleibt praktisch in der Familie. Feuerpfeils Frau, Margitta, unterrichtet die gleiche Fächerkombination wie ihr Mann, und wird vom Alexandrinum ans Casimirianum wechseln. "Ich darf ja nicht Dienstvorgesetzter meiner Ehefrau sein", erläutert Stephan Feuerpfeil.

Im November wurde die Stelle des Schulleiters ausgeschrieben. Für die Entscheidung, sich zu bewerben, blieben dem 48-Jährigen nur 14 Tage Zeit. Dass es an seiner ehemaligen Schule - Feuerpfeil hatte von Februar 2000 bis Februar 2017 am "Alex" unterrichtet - geklappt hat, sei für ihn ein reizvoller Schritt. "Ich finde es spannend, auch wenn die Schule vertraut ist", erklärt Feuerpfeil. "Man lernt das Kollegium und auch die Schüler neu kennen, aus einer anderen Perspektive."

Große Fußstapfen zu füllen

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Burkhard Spachmann bedauert den Weggang seines Stellvertreters ("er hinterlässt eine große Lücke, ich hatte schon fünf Jahre mit ihm gerechnet"), hat aber auch Verständnis und ist zuversichtlich, dass Feuerpfeil sein neues Amt gut machen werde. "Als Stellvertreter lernt man schon eine Menge, aber Chef ist noch mal was anderes." Die Fußstapfen, die Brunner hinterlasse, seien schon groß, sagt Spachmann.

Brunner sieht das entspannt. Er freue sich auf die freie Zeit und hat sich einiges vorgenommen: Geschichtsbücher lesen, reisen und zu Hause gebe es auch genug zu tun. "Eines werde ich aber ganz bestimmt nicht tun", sagt Brunner und lacht, "für ausfallenden Unterricht einspringen!"

Rund um das "Alex"

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"Herbertinum" In den letzten 32 Jahren hießen alle männlichen Schulleiter des Gymnasiums mit Vornamen Herbert: Herbert Lauer (1987 bis 1994), Herbert Röser (2005 bis 2010) und Herbert Brunner (2010 bis 2019). Von 1994 bis 2005 war Ingeborg Pauli Direktorin.

Geschichte Am 6. Mai 1852 wurde die Alexandrinenschule, eine privat geführte, höhere Unterrichtsanstalt für Mädchen, in Coburg eröffnet. Gründerin: Caroline Stößel. Herzogin Alexandrine, Gattin von Herzog Ernst II., unterstützte die Schule, die zunächst in der Webergasse 34 untergebracht war, finanziell. 1853 zog die Schule in das Eckhaus Große/Kleine Johannisgasse und noch im selben Jahr ins Münzmeisterhaus in der Ketschengasse. Zum 1. September 1853 wurde die Schule vom Staatsministerium anerkannt. 1902 zog das Alexandrinum erneut um: in einen Neubau am nördlichen Ende des Salvatorfriedhofes (heute Albertinum). Am 1. Mai 1905 wurde die Schule verstaatlicht und 1915 zum Lyzeum erhoben. 1955 war der Neubau an der Seidmannsdorfer Straße fertig, wo das Alexandrinum bis heute zu finden ist.

Zweige Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium , Sprachliches Gymnasium und Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Gymnasium mit sozialwissenschaftlichem Profil - alle mit Englisch als erster Fremdsprache. Gegenwärtig besuchen etwa 660 Schüler das Alexandrinum, darunter zwei Drittel Mädchen, was an seine Tradition als einstiges Mädchengymnasium (bis 1983) erinnert.

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