Coburg
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Auch Sozialwohnungen sind geplant

Die Wohnbau Coburg saniert ihr letztes eigenes Haus in der Ketschengasse. Ein riesiges Banner zeigt, wie es aussehen soll, wenn es fertig ist.
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Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber, Wohnbau-Architekt Rainer Wessels, Wohnbau-Chef Christian Meyer, Oberbürgermeister Norbert Tessmer und Sebastian Engelhardt, dessen Firma das Banner hergestellt und installiert hat, (von links) informierten über die Sanierung des Hauses Ketschengasse 42.  Foto: Ulrike Nauer
Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber, Wohnbau-Architekt Rainer Wessels, Wohnbau-Chef Christian Meyer, Oberbürgermeister Norbert Tessmer und Sebastian Engelhardt, dessen Firma das Banner hergestellt und installiert hat, (von links) informierten über die Sanierung des Hauses Ketschengasse 42. Foto: Ulrike Nauer
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Es ist zweifellos ein außergewöhnliches Geburtstagsgeschenk, und der Chef der Wohnbau Stadt Coburg (WSCO), Christian Meyer, hat sogar noch ein rotes Schleifchen angebracht: Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) durfte an seinem Geburtstag am Freitag das rote Bändchen durchschneiden und damit symbolisch den Startschuss für die Sanierung des Hauses Ketschengasse 42 geben. Dabei war das Schleifchen nicht an der echten Haustür befestigt, sondern an einem riesigen Banner, das vor die Fassade gespannt wurde und schon einmal einen Eindruck vermitteln soll, wie das Haus nach der Sanierung aussehen wird.
Elfeinhalb auf zwölf Meter ist das Banner aus winddurchlässigem Meshgewebe groß, erklärt Sebastian Engelhardt von der gleichnamigen Coburger Firma für Schilder, Displays und Lichtwerbung. Per Digitaldruck wurde das Bild der hellgrünen Fassade auf das Gewebe gebannt, das mit Gurtband sicher am Gerüst befestigt ist. Engelhardts Firma hatte 2016 auch schon das Fassadenbanner für das ehemalige Schlick-Gebäude im Steinweg angefertigt.


Vermutlich um 1300 gebaut

Das Haus in der Ketschengasse, direkt hinter dem Säumarkt-Brunnen, ist ein "Baudenkmal von 1524" - so ist auf dem Banner zwischen dem ersten und zweiten Stockwerk zu lesen. Aber vermutlich sind Teile des Hauses noch viel älter, wie WSCO-Architekt Rainer Wessels erläutert. Erstmals erwähnt wurde es im 15. Jahrhundert, wahrscheinlich ist es aber schon kurz nach 1300 erbaut worden. Ein Seitenflügel sei dann 1562 dazugekommen, das Hinterhaus um 1618.
"Über mehrere Jahrhunderte beherbergte das Haus eine Schmiede", weiß Wessels - einen Pfannenschmied, um genau zu sein. Überhaupt seien im Bereich um den Säumarkt bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hauptsächlich Schmieden angesiedelt gewesen - und nicht, wie der Name Säumarkt vielleicht vermuten ließe, Metzger, sagt Wessels. Später wurde das Haus Ketschengasse 42 in erster Linie als Wohnhaus genutzt, mit Gewerbe in den unteren Räumen.
Seit mehreren Jahren steht das Gebäude nun leer, ist im derzeitigen Zustand nicht mehr bewohnbar. Aber der Blick ins Innere, auf den kleinen Innenhof mit Laubengang, zeigt, dass es unbedingt erhaltenswert ist. Aber hier lässt sich selbst für den Laien erahnen, wie viel Arbeit und Zeit investiert werden muss, bis das Haus fertig ist.


Sehr gute Förderung gesichert

"Es ist eine wirkliche Herausforderung", bestätigt Christian Meyer und bittet gleichzeitig diejenigen um Geduld, denen es mit der Sanierung nicht schnell genug geht. "Wir haben allein zwei Jahre an der Finanzierung gearbeitet", sagt der WSCO-Chef. "Aber wir haben eine sehr gute Förderkulisse geschaffen, ohne die wäre die Sanierung nicht machbar."
Was die Dauer der Sanierung angeht, da verweist Rainer Wessels zunächst auf die Konjunktur, die es derzeit schwierig mache, Handwerksfirmen zu bekommen. Seine Schätzung: etwa eineinhalb Jahre - insgesamt also gute vier Jahre. "Bei so einem Objekt ist das aber nichts Ungewöhnliches", betont Christian Meyer. Deshalb rechne man für ein Sanierungsgebiet mindestens 15 Jahre.


Signal: Es geht weiter!

Nach der Sanierung soll das Gebäude sechs Wohnungen plus eine kleine Gewerbeeinheit bieten. "Das wird ein Integrationsprojekt", kündigt Meyer an, sprich, es werde auch "sozial gebundener Wohnraum" entstehen. Meyer: "Wir sorgen für ein gemischtes Quartier. Das sollen ganz gezielt keine Luxuswohnungen werden."
Das neue Banner solle nicht nur zeigen, wie die Fassade dereinst aussehen soll, sondern sei gleichzeitig das Signal an die Coburger, "es geht weiter!", so Meyer.
Einen Zusammenhang zwischen dem Banner und der jüngst geäußerten Kritik der Gemeinschaft Stadtbild Coburg an der Fassadengestaltung des Neubaus Albertsplatz 4 weisen Meyer und auch Oberbürgermeister Tessmer entschieden zurück. Die Idee, am Haus Ketschengasse 42 ein Fassadenbanner aufzuhängen, sei nicht neu, sondern existiere schon seit mehreren Jahren, betont Meyer, und Tessmer ergänzt, nicht "jede Einzelmeinung" sei entscheidend, sondern, dass sich im Quartier etwas tue. "Dadurch werden auch die privaten Hauseigentümer motiviert und mitgerissen, ihre Häuser schön herzurichten."
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