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Coburg
Kinderbetreuung

Ascolino in den Startlöchern

Der erste bilinguale Kindergarten Oberfrankens entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Spindlervilla in Modulbauweise. Anmeldungen sind ab sofort möglich.
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Präsentieren die Pläne am neuen Standort: Architekt Peter Kammerscheid, Kindergartenleiterin Sabine Groh und Ascolino-Chef Matthias Schmidt-Curio. Im hinteren Bereich wird eine Außenspielfläche mit Hangrutsche entstehen.Christiane Lehmann
Präsentieren die Pläne am neuen Standort: Architekt Peter Kammerscheid, Kindergartenleiterin Sabine Groh und Ascolino-Chef Matthias Schmidt-Curio. Im hinteren Bereich wird eine Außenspielfläche mit Hangrutsche entstehen.Christiane Lehmann
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Matthias Schmidt-Curio hatte die Mühlen der Verwaltung unterschätzt. Eigentlich wollte er "seinen" Kindergarten schon im September eröffnen. Jetzt wird es Januar. Der Geschäftsführer der ASCO- Sprachenschule ist voller Tatendrang und freut sich, dass er nun loslegen kann. Alle Unklarheiten sind beseitigt. In der Stadtratssitzung vom September bewilligte die Stadt Coburg einen Zwei-Drittel-Zuschuss für den Bau. "Eine freiwillige Leistung, nicht selbstverständlich", betont Schmidt-Curio zufrieden.

Statt der Sanierung eines leerstehenden Geschäfts im Steinweg wird "Ascolino" jetzt neu gebaut.

Ascolino ohne Hausnummer

Zum Pressetermin bringt Schmidt-Curio die künftige Leiterin des ersten bilingualen Kindergartens in Oberfranken gleich mit: Sabine Groh, bisher Kindergartenleitung beim Diakonischen Werk. Auch Peter Kammerscheid als Architekt ist auf das Gelände der ehemaligen Spindlervilla gekommen und breitet die Pläne für den ein-gruppigen Kindergarten aus. Er wird in einer Modulbauweise entstehen. 15 Container werden dafür angemietet.

Beim Tag der offenen Tür der Coburger Kindertagesstätten am Samstag, 12. Oktober, werden Konzept und Baupläne erläutert - "auf dem Grundstück in der Alexandrinenstraße, das übrigens keine Hausnummer hat", wie Schmidt-Curio schmunzelnd kommentiert.

25 Kinder im Alter von zweieinhalb bis zum Schuleintritt werden in dem neuen 27 Meter langen Gebäude, das als "Interimslösung" gilt, betreut. Interimslösung deshalb, weil die Plätze nur auf fünf Jahre befristet genehmigt wurden. Für zwei Jahre hat Schmidt-Curio die Container angemietet, danach soll entschieden werden, ob ein langfristiger Neubau genehmigt werden kann. Dann wäre auch eine staatliche Förderung möglich. "Aus der sind wir wegen der Befristung jetzt rausgefallen", bedauert der Investor.

Anders als die Medauschule, die 50 neue Plätze für ein Montessori-Kinderhaus geschaffen hat - ebenfalls vorübergehend in Modulbauweise. Die Eröffnung des Bergwichtel-Kinderhauses ist allerdings bereits am kommenden Samstag. Der Neubau wird bereits geplant. Staatliche Fördermittel sind bewilligt, da es keine Befristung für die 50 Plätze gibt.

Bedarfsplan zügig fortschreiben

"Die Fortschreibung des Bedarfsplans wird zügig vorangetrieben", weiß Peter Kammerscheid, auch Stadtrat für die Wählergemeinschaft Pro Coburg. Immerhin 90 Plätze fehlten insgesamt zum neuen Kindergartenjahr.

Nicht nur die Baufirmen stehen in den Startlöchern - Wasser- und Stromanschlüsse müssen neu verlegt werden - auch das künftige Ascolino-Kindergartenpersonal kann es kaum erwarten. Sabine Groh freut sich auf die neue Aufgabe. Zusammen mit zwei weiteren Erzieherinnen, einer Kinderpflegerin und einer so genannten Muttersprachlerin wird sie das pädagogische Konzept umsetzen. Es verbindet den bilingualen Ansatz mit erlebnispädagogischen Elementen sowie Grundlagen des selbstbestimmten Lernens nach Emmi Pikler.

Englisch sprechen mit Meghan

Neu ist vor allem der Einsatz von Meghan Freme aus Amerika. Die 27-Jährige hat Sozialwissenschaften in den USA studiert und wird mit den Kindern täglich zwischen 8 und 12 Uhr englisch reden. "Es ist nicht Sinn des bilingualen Kindergartens, dass deutschsprachige Erzieherinnen in einer festgelegten Zeit englisch sprechen - vielmehr gilt das Prinzip ,eine Person - eine Sprache'', erläutert der Leiter der ASCO-Sprachenschule. Dadurch werde verhindert, dass es bei den betreuten Kindern zu einer "Sprachverwirrung" kommt. Nach dem gleichen Konzept hat Meghan Freme auch schon in Indien gearbeitet, wo sie ebenfalls mit den Kindern englisch gesprochen hat.

Unterstützung für dieses Konzept hat Schmidt-Curio von Anfang an von der Industrie- und Handelskammer. Präsident Friedrich Herdan hat in einem mehrseitigen Schreiben die Bedeutung eines zweisprachigen Kindergartens für die heimische Wirtschaft unterstützt. Das Angebot steigere die Standort-Attraktivität.

Tatsächlich ist es so, dass Schmidt-Curio Anfragen von Eltern aus Nürnberg und Amerika hat, die gerne einen Kindergartenplatz buchen möchten, weil die Familie berufsbedingt nach Coburg umzieht. Zehn konkrete Reservierungen gibt es für Ascolino bereits.

Ab sofort können Anmeldungen - online über die KiTa-Börse der Stadt - entgegen genommen werden. Allerdings weist Schmidt-Curio darauf hin, dass nur 20 Prozent der Kinder aus dem Landkreis aufgenommen werden können - das sei eine Bedingung der Stadt Coburg, die den Bau zu zwei Dritteln bezuschusst.

Die Kosten für einen Kindergartenplatz liegen je nach Buchungszeit zwischen 230 und 280 Euro. In den Gebühren ist der Zuschuss des Freistaats Bayern in Höhe von 100 Euro je Monat noch nicht berücksichtigt.

Gut informiert

KiTa-Börse Der Tag der offenen Tür in den Coburger Kindertageseinrichtungen findet am Samstag, 12. Oktober, von 10 bis 15 Uhr in den jeweiligen Einrichtungen statt.

Ascolino Der neue Kindergarten wird auf dem Gelände in der Alexandrinenstraße anhand von Plänen und im persönlichen Gespräch vorgestellt.