LKR Coburg
Kreistag

Arnold-Gymnasium: Sanierung beginnt 2019

Beta-Bau: Sanierungsfall. - Alte Turnhalle: Energieverschwender. - Heizung: veraltet. Jetzt investiert der Landkreis Coburg am Arnold-Gymnasium Neustadt.
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Der Beta-Bau des Neustadter Arnold-Gymnasiums wird, wenn alles glatt läuft, im kommenden Jahr saniert.  Mindestens 5,5 Millionen Euro stehen dafür als Kosten im Raum.
Der Beta-Bau des Neustadter Arnold-Gymnasiums wird, wenn alles glatt läuft, im kommenden Jahr saniert. Mindestens 5,5 Millionen Euro stehen dafür als Kosten im Raum.
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Der Landkreis setzt die Investitionen in seine Bildungseinrichtungen fort. Ohne Gegenstimme hat der Kreistag gestern Nachmittag im Landratsamt beschlossen, Pläne für weitreichende Investitionen ins Neustadter Arnold-Gymnasium (AG) in Auftrag zu geben. Alleine 5,7 Millionen Euro stehen dabei nur für die Sanierung des Beta-Baus im Raum. Ob weitere Arbeiten an der alten Turnhalle und am Gamma-Bau sowie die Neugestaltung eines Pausenhofes dazu kommen, wird die Landkreispolitik nach Vorliegen der Detailplanung wohl erst im Winter entscheiden.
Die Entscheidung fiel ohne Gegenstimme, aber nicht ohne Diskussion. Besonders aus den Reihen der Freien Wähler (Christian Gunsenheimer) und der Unabhängigen Landkreisbürger (Markus Mönch) kam noch einmal Kritik an der Informationspolitik der Landkreisverwaltung. Hintergrund: Erst im Dezember fiel im Kreistag die Entscheidung, den Beta-Bau zu sanieren. Sämtliche weiteren Probleme kamen für einige Kreisräte überraschend erst in jüngster Vergangenheit dazu - angefangen von der offensichtlich überalteten Heizungsanlage bis hin zum exorbitant hohen Energiebedarf der alten Turnhalle. Christian Gunsenheimer gefiel dies vor der gestrigen Entscheidung gar nicht: "Ich fühle mich unter Druck gesetzt."
Um wie viel Geld es am Ende beim Arnold-Gymnasium gehen wird, vermochte noch niemand zu prognostizieren. Im Raum stehen 5,7 Millionen Euro für den Beta-Bau, knapp über 1,6 Millionen für die Turnhalle, 685 000 Euro für die energetische Sanierung am Gamma-Bau und 370 000 für den Pausenhof. Aber Landrat Michael Busch (SPD) stellte gleich klar: "Das sind noch keine realistische Zahlen." Am Ende ging es gestern ohnehin nur um die Planungskosten in Höhe von rund 150   000 Euro. Liegen Planung und genaue Kostenschätzung vor, kann der Kreistag erneut über Art und Umfang der Arbeiten über den Beta-Bau hinaus entscheiden. Unterstützung von ungewohnter Seite bekamen der Landrat und die Verwaltung durch den sonst eher kritischen Christoph Raabs (ÖDP). Dass die Verwaltung angesichts der anstehenden Arbeiten am Beta-Bau noch einmal genau hingeschaut und dabei weitere Schwachpunkte entdeckt habe, sei doch gut: "Es war sinnvoll, die Defizite mit zu betrachten."
Für kurzzeitige Unruhe innerhalb der Verwaltung sorgte die Anfrage von Renate Schubart-Eisenhardt (CSU/Landvolk). Sie wollte wissen, ob die Errichtung eines komplett neuen Gebäudes als Ersatz für den Beta-Bau als Alternative zur Sanierung geprüft wurde. Der Landrat verwies sofort auf sein "Vorstellungsproblem", das er bei diesem Vorschlag bekomme - schließlich habe der Beta-Bau nicht nur eine zentrale Position, sondern auch eine zentrale Funktion im gesamten AG-Komplex. Auch Andrea Aust von der Hochabteilung im Landratsamt bezeichnete es als "sehr schwierig", den kompletten Block abzureißen und an anderer Stelle einen neuen Komplex zu errichten. Als dann auch noch Kämmerer Manfred Schilling darauf verwies, dass die Regierung von Oberfranken bei den anstehenden Gesprächen über die staatlichen Zuschüsse größten Wert auf die Wirtschaftlichkeit legen werde, zeigte man sich bei CSU/Landvolk zufrieden. Fraktionsvorsitzender Rainer Mattern erklärte, nicht mehr auf eine Prüfung der Neubauvariante zu bestehen.
Ein Ausblick auf den zeitlichen Ablauf war der Verwaltung nur bei der beschlossenen Sanierung des Beta-Bau möglich. Demnach stehen für heuer nur die Phasen bis zur Entwurfsplanung zur Diskussion, der Beginn der Bauarbeiten wäre nach dem Frühjahr 2019. Rund zwei Jahre dürften die Arbeiten für die Sanierung dauern.


Hoher Zuschuss für Turnhalle?

Wie Manfred Schilling zudem erläuterte, drängt bei der Turnhallen-Sanierung die Zeit. Zumindest dann, wenn sie über finanzielle Mittel aus dem kommunalen Investitionsprogramm für Schulgebäude finanziert werden soll. Dafür endet nämlich heute die Frist für die Einreichung der Pläne bei der Regierung von Oberfranken. Insgesamt, berichtete der Kreiskämmerer, stehen für den Regierungsbezirk Oberfranken knapp über 67 Millionen an solchen Sondermitteln zur Verfügung. Wie hoch der Zuschuss für Projekte des Landkreises sein kann, wird sich nach Angaben von Manfred Schilling erst bei den Verhandlungen mit der Regierung ergeben.
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