Neustadt bei Coburg
Kultursenat

Arbeiterfußball: eine Neustadter Geschichte

Der ASV 06 möchte eine Ausstellung des Deutschen Fußballmuseums nach Neustadt holen und in der Kultur.werk.stadt präsentieren.
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Der ASV sanierte 1987 seinen Fußballplatz zu einem Glanzstück für Neustadt. Das Foto entstand 1989. CT-Archiv/Hagen Lehmann
Der ASV sanierte 1987 seinen Fußballplatz zu einem Glanzstück für Neustadt. Das Foto entstand 1989. CT-Archiv/Hagen Lehmann
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Der Arbeitersport hat in Deutschland eine besondere Geschichte. Sie beginnt Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin zunächst mit Turnvereinen der Arbeiterbewegung. Anfang des 20. Jahrhunderts entstehen die ersten Arbeiter-Fußballvereine. Zu den ersten gehört damals der FC Arminia 06 Neustadt, der später zum ASV wurde. Grund genug für den Verein, sich um eine Wanderausstellung zu bewerben, die das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund vor wenigen Wochen geschaffen hat.

Wie Dritter Bürgermeister Martin Stingl (SPD) bei der Sitzung des Kultursenats am Dienstag informierte, möchte der ASV die Ausstellung in der Kultur.werk.stadt präsentieren. Der Senat steht dem durchaus positiv gegenüber. Nun sollen die Modalitäten geklärt werden, um die Ausstellung voraussichtlich im Herbst 2019 zeigen zu können.

Der Arbeitersport wird zunächst auch stets politisch gesehen. Bereits im Ersten Weltkrieg geraten Sozialdemokraten und Arbeitersportler unter Druck, dürfen aber zum großen Teil weiter Sport treiben. Dass die Zahl der Vereine sinkt, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass viele Sportler im Krieg fallen. Nach dem Krieg wächst die Arbeitersport-Bewegung wieder, ehe sie im Nationalsozialismus gar verboten wird.

Von Nazis verboten

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Der FC Arminia 06 Neustadt hatte sich 1922 dem sozialdemokratischen Arbeiter-Turn- und Sportbund angeschlossen. April 1933 folgte das Verbot des SV Arminia und der Freien Turner im Zuge der so genannten Gleichschaltung nach der Machtergreifung Adolf Hitlers. Das verwaiste Sportgelände wird 1936 durch den Reichsarbeitsdienst in Besitz genommen.

23. Juni 1947 folgte die Neugründung des SV Arminia und der Freien Turner in einem nunmehr gemeinsamen Arbeitersportverein. 15. August 1949 erfolgt Umbenennung des Vereins in ASV 06 Neustadt. Der Verein hat also gute Gründe, sich um die Wanderausstellung zu bewerben.

Ehre für die Botschafter

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Sylke und Hans-Bernd Carl haben es geschafft. Sie besuchten zehn Neustadts der Vereinigung Neustadt in Europa. Somit dürfen sie sich Neustadt-Botschafter nennen. Reinhold Pollach hat diese Anforderung schon zum dritten Mal erfüllt und Dieter Seyfarth ist schon zum vierten Mal Neustadt Botschafter. Er brach eine Lanze für die Partnerstädte der Vereinigung: Die Neustadts eignen sich übrigens auch sehr gut als Ziele für Vereinsausflüge." Er selbst organisiert seit Jahren Busfahrten zu den Neustadt-Treffen.

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