Neustadt bei Coburg
Internationales Puppenfestival

And the Neustadter "Puppen-Oscar" goes to...

Bei der Verleihung des "Max-Oscar-Arnold-Kunstpreise" war in Neustadt bei Coburg die Vielfalt der zeitgenössischen Puppenkunst zu bestaunen.
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Puppenkunst kann auch mit einem Augenzwinkern geschafften worden  sein - hier  bei Helga Batows "Diatkönigin" zu sehen. - Foto; Berthold Köhler
Puppenkunst kann auch mit einem Augenzwinkern geschafften worden sein - hier bei Helga Batows "Diatkönigin" zu sehen. - Foto; Berthold Köhler
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Eine der erfolgreichsten deutschen Puppenkünstlerinnen der zurückliegenden 50 Jahre hat am Mittwochabend im Familienzentrum den großen Preis für ihr Lebenswerk erhalten: Hildegard Günzel ist beim 25. Wettbewerb um den "Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis" für zeitgenössische Puppenkunst mit dem Preis für das beste Gesamtwerk eines etablierten Künstlers ausgezeichnet worden. Mehr geht in dieser Kunstsparte eigentlich nicht.

Für Hildegard Günzel stellt die Ehrung einen Höhe- und Wendepunkt dar: Ende des Jahres wird sie ihre Manufaktur in Duisburg schließen. "Künstlerisch kreativ sein", das versicherte sie gestern in Neustadter ausdrücklich, werde sie aber weiterhin.

Die Bedeutung des Neustadter Puppen-Kunstpreises unterstrich Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) schon in seiner Begrüßung. "Wer hier einen Preis gewinnt, erhält eine außergewöhnliche Wertschätzung", sagte Rebhan beim Festakt auf dem Schützenplatz. Das liegt alleine schon daran, dass die Preisverleihung anlässlich des Neustadter Puppenfestivals als weltweit einzige ihrer Art gilt, die ausschließlich kommunal und nicht von kommerziellen Interessen gesteuert, vergeben wird.

Das führt dazu, dass sich der Neustadter Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis auch im 25. Jahr seines Bestehens einer zuverlässig guten Beteiligung erfreuen darf. So bilanzierte Kulturbürgermeister Martin Stingl (SPD) in seiner Begrüßung, dass die Gesamtzahl der Einreichungen - es waren knapp 100 - in etwa im Bereich des Vorjahres lag. Obwohl der Preis, wie es Stingl formulierte, "seinen Weg der internationalen Weiterentwicklung erfolgreich fortsetzen konnte", gibt es auch Entwicklungen, die eine Herausforderung darstellen. So fehlten heuer Künstlerinnen aus Japan und Südkorea gänzlich im Wettbewerb - das hat es seit vielen Jahren nicht mehr gegeben. Martin Stingl erklärte, dass dies am Ausfall der Verbindungspersonen liege, die bislang den asiatischen Künstlerinnen beim Überwinden der Hürden bei der Sprache und der Kommunikation halfen. Das soll nicht so bleiben, versicherte der dritte Bürgermeister: "Wir müssen eine Wiedereinbindung der Schaffenden aus diesen Ländern ermöglichen." Gelinge dies, könnte es den "Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis" sicher noch mehr internationale Bedeutung verleihen.

Frank Rebhan würdigte die hohe Qualität der eingereichten Exponate. Für den OB stand außer Frage: "Puppenmachen ist Kunst." Einer Sache eine Seele zu geben, mit einem Exponat eine Geschichte zu erzählen - das mache eine lebendige Puppe aus, die dann auch Eingang in das Leben der Menschen finde.

Umrahmt wurde die Preisverleihung von der musikalischen Ausgestaltung durch das Salonorchester der Gesellschaft der Musikfreunde Neustadt sowie von Isolde Kalter. Die Heimatpflegerin hatte wieder ein Vortragsthema gefunden, das interessante Details über den Namengeber des Kunstpreises offenbarte. Diesmal im Mittelpunkt: "Max-Oscar Arnold und die Volksabstimmung von 1919."

Alle Puppen in einer Halle

Die Verleihung des Kunstpreises stellt traditionell den kulturellen Höhepunkt des internationalen Puppenfestivals dar. Sämtliche Puppen, die von den Künstlern eingereicht wurden, sind noch bis einschließlich Samstag in der Mehrzweckhalle an der Heubischer Straße zu sehen - neben Werken von Hildegard Wegner.

Die Preisträger beim "Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis 2019"

Beste Spielpuppe Jenny Fae Blank (Glienicke bei Berlin, Deutschland).

Beste Babydarstellung Iveta Eckertová (Tschechien).

Beste Kinderdarstellung Regina Helmschrot & Bettine Klemm (beide Deutschland).

Beste Jugendlichendarstellung Olga Venzhega (Deutschland).

Beste Erwachsenendarstellung Gisela Mackeldey (Storchsdorf).

Beste Portraitpuppe Ekaterina Shardakova (Russland).

Beste Fantasiepuppe Maryna Zimina (Deutschland).

Beste Miniaturpuppe Cosette Gall-Claude (Schweiz).

Beste Karrikatur Helga Batow (Deutschland).

Beste Themenarbeit Inga Ivashchenko (Russland).

Experimentelle Puppenkunst Silvia Baukloh und Sonja Wieland (beide Deutschland).

Nachwuchsförderpreis Anna Morozova (Russland) und Viacheslav Osypenko (Ukraine).

Kategorie der Preisträger Anastasia Yanovskaya (Russland).

Bestes Gesamtwerk Hildegard Günzel (Duisburg, Deutschland).

Das internationale Puppenfestival - wos ist was los?

Donnerstag, Himmelfahrt

6 bis 16 Uhr: Antik- und Sammlerflohmarkt auf dem Neustadter Marktplatz und seinen Nebenstraßen.

10 bis 17 Uhr: Börse sowie Puppen- und Bärenwettbewerb im "Sonnebad" in Sonneberg.

10 bis 17 Uhr: Sonderausstellung "Grenzenlos 29" und lebende Werkstätten im Museum der deutschen Spielzeugindustrie am Hindenburgplatz.

10 bis 17 Uhr: Öffnungszeit des Spielzeugmuseums Sonneberg in der Beethovenstraße 10.

10 bis 17 Uhr: Ausstellung "Spielzeug aus der Region" in der "Kultur.Werk.Stadt" in der Neustadter Bahnhofstraße.

10 bis 17 Uhr: Präsentation der Puppen aus dem Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis und Künstlerpuppenausstellung in der Mehrzweckhalle an der Heubischer Straße.

14 bis 17 Uhr: Führungen in der Stadtkirche St. Georg Neustadt.

Freitag

10 bis 17 Uhr: Sonderausstellung "Grenzenlos 29" und lebende Werkstätten im Museum der deutschen Spielzeugindustrie am Hindenburgplatz Neustadt.

10 bis 17 Uhr: Sammlerbörse für Puppen, Figuren und Blechspielzeug in der Neustadter Frankenhalle.

10 bis 17 Uhr: Börse sowie Puppen- und Bärenwettbewerb im "Sonnebad" in Sonneberg.

10 bis 17 Uhr: Öffnungszeit des deutschen Spielzeugmuseums Sonneberg in der Beethovenstraße 10.

10 bis 17 Uhr: Ausstellung "Spielzeug aus der Region" in der "Kultur.Werk.Stadt" in der Bahnhofstraße Neustadt.

10 bis 17 Uhr: Präsentation der Puppen aus dem Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis und Künstlerpuppenausstellung in der Mehrzweckhalle an der Heubischer Straße in Neustadt.

15 bis 16 Uhr: Sonderführung mit Schätzen aus dem Museumsdepot im Deutschen Spielzeugmuseum Sonneberg in der Beethovenstraße 10.

19 Uhr: Festabend mit Verleihung der Preise "German Open Meisterbär" und "German Open Meisterpuppe" im Gesellschaftshaus Sonneberg, Charlottenstraße 5.

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