Neustadt bei Coburg
Empfang

Alles Gute zum 60. Geburtstag! Großer Bahnhof für Frank Rebhan in Neustadt bei Coburg

Viele würdigten den seit fast 25 Jahren amtierenden Oberbürgermeister für dessen Verdienste - und einige dachten sich wohl genau das Gegenteil, wie der Jubilar süffisant anmerkte.
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Immer wieder musste Frank Rebhan am Samstag beim Empfang in der kultur-werk-stadt Hände schütteln - hier bei den Mitgliedern der Stadtkapelle, die "ihrem" OB ein Ständchen gespielt hatten.Foto: Oliver Schmidt
Immer wieder musste Frank Rebhan am Samstag beim Empfang in der kultur-werk-stadt Hände schütteln - hier bei den Mitgliedern der Stadtkapelle, die "ihrem" OB ein Ständchen gespielt hatten.Foto: Oliver Schmidt
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Bei einem großen Stadtempfang in der kultur-werk-stadt wurde am Samstag der 60. Geburtstag von Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) gefeiert.

Ein bestimmtes politisches Lager aus Neustadt war der Veranstaltung nahezu komplett fern geblieben - was wohl als Nachwehen des jüngsten und zugleich heftigsten Streits gewertet werden muss, den Rebhan in seiner bald 25-jährigen Amtszeit auszufechten hatte.

Ausgerechnet Elke Protzmann (CSU) war es, die beim Geburtstagsempfang die Eröffnungsrede hielt. Zur Erinnerung: Die Zweite Bürgermeisterin war beim besagten Mega-Streit von 2017 sozusagen die Schlüsselfigur. Elke Protzmann hielt in diesen turbulenten Zeiten fest zu Rebhan (und umgekehrt galt das gleiche), und sie ließ sich auch dadurch nicht beirren, dass ihr viele Weggefährten aus der eigenen Partei deshalb die Freundschaft aufkündigten. "Die einen bewundern dich - die anderen beneiden dich", sagte Protzmann in Richtung Rebhan und ließ keinen Zweifel daran, dass sie selbst zu den Bewunderern gilt. Denn: "Du suchst mit viel Hingabe und Herzblut immer das Bestmögliche für die Menschen." Rebhan stehe für "Echtheit, Authentizität und eine stabile Haltung".

Beeindruckt von Rebhan zeigte sich auch Sonnebergs heutiger Bürgermeister Heiko Voigt (CSU) - obwohl die ersten Begegnungen nicht einfach waren, wie er sich erinnerte. Mitte der 1990er Jahre hatten die beiden Nachbar- und Partnerstädte so manch "kritisches Thema", wie es der damalige Stadtbaudirektor Voigt freundlich umschrieb. Unter anderem wurde ja über ein gemeinsames Hallenbad verhandelt (beziehungsweise gestritten). Inzwischen ist das Verhältnis zwischen Sonneberg und Neustadt nicht nur entspannt, sondern sogar freundschaftlich. "Von einer solchen Zusammenarbeit habe ich immer geträumt", sagte Rebhan - "es macht einfach tierisch Spaß!" Voigt wiederum bekannte: "Ich bin froh, dich an meiner Seite zu haben."

Coburgs Alt-OB Kastner, der zugleich ein "Ganz-Alt-Freund" von Rebhan ist, sagte mit Blick auf die Karrieren, die sie beide hingelegt haben: "Wenn uns vor 40 Jahren einer gesagt hätte, dass ich dir mal in so einem Rahmen zum 60. Geburtstag gratuliere, dann hätten wir uns bestimmt gedacht: Was hat denn der geraucht? Beziehungsweise: Von dem Zeug hätten wir auch gerne was..."

Übrigens: Kastner stellte fest, dass am Samstag kein offizieller Vertreter der Stadt Coburg beim Empfang anwesend war. Deshalb übernahm es Kastner kurzerhand einfach selbst, Rebhan "auch im Namen der Stadt" zu danken. Rebhan war in den ersten OB-Jahren von Kastner dessen persönlicher Mitarbeiter sowie Pressesprecher der Stadt Coburg. Kastner betonte: "Du warst ein Glücksfall für Coburg und für mich."

Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) würdigte, dass sich Rebhan auch stets weit über die Grenzen Neustadts hinaus engagiert habe - außer im Kreistag auch im Bezirkstag und im bayerischen Städtetag. "Sein Rat wird gesucht", sagte Starke, der sich einen Seitenhieb auf ein Laster des Geburtstagskindes nicht verkneifen konnte: "Es ist nicht einfach, mit ihm unterwegs zu sein - denn alle zehn Minuten gibt es eine Zigarettenpause..."

Für Coburgs IHK-Präsident Friedrich Herdan ist Rebhan "einer der profiliertesten politischen Persönlichkeiten in unserer Region". Respekt zollte er ihm vor allem dafür, wie er in Neustadt nach dem Aus der Firma Siemens "aktiv und mit Bravour" den Wandel gestaltet habe.

Auch der stellvertretende Coburger Landrat Rainer Mattern (CSU) lobte speziell Rebhans Einsatz für die Wirtschaft sowie auch für die Schulen im Landkreis. Bei Matterns Worten wurde außerdem deutlich, dass er und Rebhan zwar nicht immer einer Meinung sind, dass sie aber sehr wohl gut miteinander umgehen können. Denn: "Streit und Diskriminierung sind kein politischer Stil." Vielmehr gehe es darum, gemeinsam den Landkreis voranzubringen.

Frank Rebhan ließ zum Schluss noch einmal all die lobenden Worte, die beim Empfang über ihn gesagt wurden, gedanklich Revue passieren und stellte fest: "Es gibt Leute, die heute nicht hier sind - die denken genau das Gegenteil über mich."

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