Witzmannsberg
Wiederbelebung

Alle schuften für den Freitag im Kulturhaus Witzmannsberg

Das Freizeitzentrum mausert sich zur Kulturhalle und am Freitag sollen die Bürger sehen, was aus der Ruine gemacht wurde.
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Noch sieht die ehemalige Schwimmhalle nicht so aus, doch am Freitag wird sie eine Festhalle sein, wenn das neue Kulturzentrum in Witzmannsberg eröffnet wird. Rainer Lutz
Noch sieht die ehemalige Schwimmhalle nicht so aus, doch am Freitag wird sie eine Festhalle sein, wenn das neue Kulturzentrum in Witzmannsberg eröffnet wird. Rainer Lutz
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Wer die Baustelle betritt, die das ehemalige Freizeitzentrum in Witzmannsberg noch immer ist, der kann sich kaum vorstellen, dass bereits am Freitag dort eine Eröffnungsfeier stattfinden kann. Doch was Bürgermeister Martin Finzel beim Besuch Anfang der Woche beruhigte, war die beachtliche Zahl von Arbeitern, die an allen Ecken und Enden des Komplexes emsig beschäftigt war.

Es bleibt also dabei, die Kulturhalle, die aus den Ruinen des Freizeitzentrums auferstehen soll, wird am Freitag ihren ersten großen Tag begehen. "Ich hoffe, wir können viele Bürger neugierig machen, wie es wird", sagt Martin Finzel. Nach der Eröffnung mit geladenen Gästen um 16 Uhr dürfen um 19 Uhr alle, die möchten, beim Partnerschaftsabend mit den Gemeinden Eisfeld und Irdning-Donnersbachtal dabei sein.

Das ist auch die erste Gelegenheit, sich ein Bild von der Gastronomie zu machen, die künftig im Waldrestaurant "Drei Eichen" geboten sein wird. Pächter Torsten Bauer und Angelika Tetzlaff möchten ihre Gäste künftig Mittwoch bis Sonntag mit fränkischer und bayerischer Kost bewirten.

Wer es am Samstag noch nicht schafft, beim Partnerschaftsabend das neue Kulturzentrum kennenzulernen, der kann sich den Samstag vormerken. Da gibt es einen Tag der offenen Tür mit buntem Programm und einer Ausstellung, die den Wandel vom leer stehenden Freizeitzentrum bis zur Kulturhalle dokumentiert.

Neues Kapitel

Wenn am Freitag nun endlich eine Halle ihre Türen öffnet, wie es sie im westlichen Landkreis laut Martin Finzel so sonst nicht gibt, dann ist das nicht das Ende aber ein neues Kapitel einer sehr langen Geschichte. "Es war das Hochzeitgeschenk für die ehemals selbstständige Gemeinde Witzmannsberg", erinnert der Bürgermeister an die Gebietsreform der 70er Jahre. 1978 entstand ein Freizeitzentrum mit Schwimmbad, Minigolf, Tennisplätzen und Restaurant, wie es kaum eine Gemeinde in der Größe Witzmannsbergs vorweisen konnte. Vier Millionen Mark hatte es gekostet. Die Gemeinde erhoffte sich einen Tourismusboom. Den gab es aber nicht. Ausgelastet wurde die Anlage so gut wie nie. Die Gemeinde Ahorn war mit den Kosten für die Instandhaltung des Geländes und der Gebäude überfordert. Schon um die Jahrtausendwende wurde über Möglichkeiten der Sanierung diskutiert.

Ein Sanierungsfall

2015 diskutierte man noch immer. Da war das Freizeitzentrum im Grunde eine Ruine, Schwimmbecken undicht, Kegelbahn überschwemmt, Rohrleitungen gebrochen, Elektrik defekt. Ein Gutachten ging von 3,5 Millionen Euro für eine Sanierung aus. Der Gemeinderat hatte diese aber auf 1,5 Millionen gedeckelt. So kam es zu den Plänen, die jetzt umgesetzt wurden. Überraschungen während des Umbaus und die Kostensteigerung bei den Vergaben der Aufträge führten dazu, dass dann doch 1,8 Millionen aufgebracht werden mussten.

Förderung machts möglich

Doch die Gemeinde kann mit hoher Förderung aus verschiedenen Töpfen rechnen. Allein aus europäischen Geldern über das Amt für ländliche Entwicklung gab es über 600 000 Euro. Weitere sechsstellige Beträge bekam Ahorn für das Restaurant, den Abriss und die Neugestaltung des Außenbereiches. Außerdem: "Kommunen finanzieren ihre Vorhaben derzeit sehr günstig und Ahorn ist fast schuldenfrei", sagt Martin Finzel. Wann also, wenn nicht jetzt, aus der Ruine ein neues Glanzstück machen?

Von Anfang an stand für den Bürgermeister auch fest: "Wir wollen die Seele des Gebäudes erhalten." Die Witzmannsberger sollen "ihr" Freizeitzentrum im neuen Komplex wiedererkennen.

Dass die Gemeinde gleichzeitig ein weiteres großes Projekt, nämlich das neue Lehrschwimmbecken und die Sanierung des so genannten Schusterbaus der Schule Ahorn in Angriff genommen hat, so Finzel, hatte politische Gründe. "Es war mein Ziel die Gemeinde nicht politisch zu spalten", sagt der Bürgermeister. Denn beide Projekte hatten ihre Befürworter und Gegner. So bekommt jede Seite ihr Wunschprojekt und alle können mit dem Erreichten zufrieden sein, ist Martin Finzel überzeugt.

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