Neustadt bei Coburg
Aktion

Alle 100 Meter eine Bank - eine Erfolgsgeschichte

Menschen mit Geh- und Mobilitätseinschränkungen oder mit gesundheitlichen Problemen haben in Neustadt weitere Möglichkeiten, sich auszuruhen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Sie alle sorgten dafür, dass es jetzt nun alle 100  Meter eine Bank gibt, eine Pausenbank zum Erholen.  Foto: Manja von Nida
Sie alle sorgten dafür, dass es jetzt nun alle 100 Meter eine Bank gibt, eine Pausenbank zum Erholen. Foto: Manja von Nida
+2 Bilder

"Endlich ist es so weit und die Freude ist groß: Die Aktion ,Alle 100 Meter 1 Bank‘ hatte wieder Erfolg", richtete Neustadts Zweite Bürgermeisterin Elke Protzmann (CSU) ihre Worte an die Spender jener neuen Ruhebänke, die sich in der bayerischen Puppenstadt so wunderbar vermehrt hatten. Diese Bänke sollen in Neustadt eine Ruhemöglichkeit bieten. Sie sollen an gut befestigten und altengerechten Fuß- und Radwegen, aber auch an den sogenannten "Präferenz-Wegen" älterer Menschen, also Wege im Alltagsleben sowie an zentralen Punkten der Stadt aufgestellt werden. "Insbesondere ist es uns hier auch ein Anliegen, den Weg in die Innenstadt für Senioren erreichbarer zu machen, zumal sich rund um unseren Stadtkern doch allerhand in der nächsten Zeit bewegt", sagte Protzmann. Menschen mit Geh- und Mobilitätseinschränkungen oder mit gesundheitlichen Problemen bräuchten in Abständen, ihrer Kraft und Ausdauer entsprechend, eine Gelegenheit zur Pause und Erholung. "Hierfür sollte in der Regel in einem Abstand von 100 Metern eine Ruhebank vorhanden sein", erinnerte Elke Protzmann.

Die erste ausgewählte Strecke (vom Alten- und Pflegeheim Phönix über das der Awo und des ASB in Richtung Innenstadt) mit vier Bänken konnte mit elf weiteren aufgestockt werden, informierte Protzmann. Auf dringenden Wunsch der Bewohner im Kalmusrangen seien nun zwei weitere am Sportplatz hinzugekommen und würden zur Freude auch rege genutzt. "Und dies dank Ihrer Hilfe und Großzügigkeit", galten Protzmanns Worte den geladenen Spendern in der Kultur.werk.stadt.

Möglichst auf öffentlichem Grund

Für die zweite Aktion 2019 sei gut überlegt worden: "Wo werden Bänke benötigt?" Der demografische Wandel zeige sich überall. Barrierefreiheit und der Inklusion stellten auch Neustadt vor immer neu zu bewältigende Herausforderungen (Gehwegabsenkungen, Verkehrsberuhigung, barrierefreie Zugänge...). "Und manchmal sind es kleine Dinge, die hier Erleichterung bringen, wie sich auf einem Weg mal zwischendurch hinsetzen zu können", ergänzte die Bürgermeisterin. Bei der Umsetzung sei wichtig gewesen, Stellplätze auf öffentlichem Raum zu finden, da eine Verschmalerung von Gehwegen weder zulässig noch sinnvoll sei. "Nachdem Ihre Spenden eingegangen sind und wir wussten, dass die Strecke bestückt werden kann, haben wir die Bänke wieder in den Rummelsberger Werkstätten bestellt und konnten sie am 20. Mai heuer abholen."

Bauhofchef Gerhard Reh habe mit seinen Mitarbeitern die Stellplätze präpariert, die Ruheplätze in der vergangenen Woche aufgestellt und mit den Spender-Schildchen versehen. "Dass ich die Arbeit des Bauhofs in Anspruch nehmen konnte, ist der Zustimmung von Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) zu verdanken", sagte Elke Protzmann. "Und der war von der Idee der Aktion genauso begeistert." Die künftige Pflege der Bänke, die ganzjährig aufgestellt seien, sei ebenso gesichert. "Ich möchte dafür ganz großen Dank dem Bauhof aussprechen, denn ohne ihn wäre es nicht gegangen."

Die Aufstellung der Bänke sei ohne Wertung oder Anspruch auf einen bestimmten Stellplatz vorgenommen worden. Detlef Heerlein als Demografie-Beauftragter habe mit Gerhard Reh für die richtigen Standorte unterstützend mitgewirkt. Beide Herren hätten ihre Erfahrungen eingebracht, dankte Protzmann. "Jetzt kann ausgehend vom Freizeitpark eine günstige Wegstrecke Richtung Innenstadt bestückt werden." Und wer "seine Bank" (mit Spendernamen versehen) und den Stand schon wissen wollte, konnte die Anordnung auf dem Plan betrachten. Elke Protzmann nannte die vielen bisherigen Bank-Spender und teilte mit, diese Bank-Aktion in Neustadt, die sie einst als Idee aus Heiligenstadt mitgebracht habe, habe zwischenzeitlich auch überregional Aufmerksamkeit erregt. Dazu finde in Himmelkron am 22. Juli eine Veranstaltung statt und sie werde mit Neustadts Seniorenbeauftragtem Dr. Gerhard Beyer dort ihr Projekt zur Nachahmung vorstellen, sagte Protzmann. "Das ist eine große Freude für uns. Zeigt die Teilnahme an der Aktion doch Ihre Verbundenheit zur Stadt und das hohe Interesse, Neustadt auch in den kleinen Bestandteilen unserer Infrastruktur als Bürger gut aufgestellt zu wissen." In Heiligenstadt sei dieses Bank-Projekt allerdings inzwischen eingeschlafen. Zudem erwähnte Protzmann, es seien für die 3. Aktion 2020 bereits wieder Sponsoren bereit, sich mit einer Spende zu engagieren. Und mächtig verblüfft habe sie Peter Jung von der Firma Prysmian: "Wir bekommen von Prysmian gleich zehn weitere Bänke. Aber diese müssen wir dann wirklich für unsere 3. Aktion im nächsten Jahr auf den Plan bringen", freute sich die Bürgermeisterin.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren