Coburg

"Albert & Victoria" wieder in der Ehrenburg

Über 2100 Besucher sahen letztes Jahr das neue Musical. Jetzt kommen nochmals neun Aufführungen im Riesensaal der Coburger Ehrenburg.
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Albert und Victoria haben sich gefunden. Marie-Sophie Weidinger und Valentin Fruntke.  Foto: Carolin Herrmann
Albert und Victoria haben sich gefunden. Marie-Sophie Weidinger und Valentin Fruntke. Foto: Carolin Herrmann
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Sehnsuchtsvoll sang Prinz Albert: "Coburg meine Heimat, Coburg mein Zuhaus'", eine Coburg-Hymne geradezu. Es ging so zu Herzen, der Jubel im Riesensaal der Ehrenburg war grandios.
Das war im reichen Coburger Kulturleben letztes Jahr aber schon noch etwas Besonderes: das Musical "Albert & Victoria", das die frühere Landestheater-Sängerin Ulrike Barz-Murauer extra für Coburg geschrieben und komponiert hat. 2100 Zuschauer kamen zu den neun Vorstellungen in den Riesensaal der Ehrenburg. Dabei agierten überwiegend Laiendarsteller, allerdings unter professioneller Anleitung, in der Regie von Barz-Murauer und unter musikalischer Leitung von Barbara Zeller.
Die musikalische Szenenfolge über die Liebe des 19. Jahrhunderts, die so eng mit Coburg verbunden ist, verzauberte so, dass noch viel mehr Interessierte keine Karten mehr erhielten.


Authentischer Aufführungsort

Gleichzeitig war das etwa 20-köpfige Ensemble, das bereits 2013 mit Ulrike Barz' "Musical für Coburg" - damals mit fast 80 Beteiligten - im Kongresshaus einen großen Erfolg gelandet hatte, kaum mehr zu stoppen. "Albert & Victoria" musste weiterleben. "Ich hab' ihnen gleich die Kostüme mit nach Hause geschickt", hatte Produktionsleiter Siegfried R. Pecher damals lachend gesagt.
Und tatsächlich, der Vorsitzende des Fördervereins Kleinkunst und Varieté, der die Produktion trug und trägt, hat es erneut geschafft, dass man der frei en Truppe nochmals den Riesensaal der Ehrenburg überlässt: für neun weitere Aufführungen jetzt vom 14. bis 9. September. Es war auch der authentische historische Rahmen, der dieser Liebesgeschichte - wie der junge, schüchterne Coburger Prinz Albert das Herz der englischen Thronfolgerin Victoria erobert - solche Aura, solches Flair verschaffte.
Und dass die Darsteller von Queen Victoria, der Coburger Prinzen Albert und Ernst und ihres Onkels Leopold wie den historischen Bildern entsprungen wirkten. Zeigten die im vergangenen Jahr schon beachtliches darstellerisches und gesangliches Können, so ist hier für heuer sogar von weiterer Professionalisierung auszugehen.


Sie zeigen auch die Schatten

Marie-Sophie Weidinger hat ihr Musical-Studium bereits vor über einem Jahr abgeschlossen. Sie bringt heuer gleich noch eine ehemalige Kommilitonin mit, Rebecca Brinkmann, die alternierend mit Susann Lindner Victorias Mutter darstellen wird. Valentin Fruntke, der sich als Prinz Albert seinen Status am englischen Hof hart erringen muss, hat es geschafft, an der Filmuniversität Babelsberg, Potsdam, angenommen zu werden. Und der entzückend wilde Striezi Ernst II., Maximilian Kurth, ist an der Schauspielschule in Hamburg gelandet. Der bringt wiederum einen Kollegen mit, Ingmar Grapenbrade, der den einflussreichen Nachlassverwalter John Conroy spielen wird.
Zum Stück selbst, wir erinnern uns: Mit der Uraufführung von "Albert und Victoria. Die Liebe des 19. Jahrhunderts" hat sich die beliebte frühere Landestheatersängerin Ulrike Barz-Murauer, mittlerweile freischaffend in Hamburg lebend, als beachtenswerte Komponistin vorgestellt.
Im gängigen Musical-Sound mit einfühlsamen Songs und auftrumpfenden Finale verfolgt Barz die Geschichte der jungen Queen Victoria als üppiges, gut zweieinhalbstündiges Bühnenspiel. Ihr intensives Quellenstudium - eine über hundert Jahre alte Biografie über Albert und Victoria, die sie geerbt und schon in früheren Jahren las, sowie die Unmengen an vorhandenen Briefen - hatte Barz jedoch auch die Schattenseiten der so rührenden Geschichte gezeigt.
Neben dem Herzschmerzigen gibt sie in ihrer Darstellung deshalb sehr wohl auch Raum für das Intrigante im Hintergrund, die schwierige Befreiung der jungen Victoria von der Bevormundung des machtgierigen John Conroy, den explosiven Charakter Victorias und vor allem auch die früher wenig beachtete, aber bedeutende Rolle des Beraters Christian Friedrich von Stockmar.
Karten gibt es in allen Filialen der VR-Bank.

"Albert & Victoria" Musical von Ulrike Barz-Murauer, die auch inszeniert hat, Regieassistenz Johanna Popp. Musikalische Leitung Barbara Zeller, Produktionsleitung Siegfried Pecher, Choreografie Ulrike Barz-Muarauer, Marie-Sophie Weidigner, Licht Hanna Mannagottera. Grafikdesign Jessika Puschak

Darsteller: Marie-Sophie Weidinger, Valentin Fruntke, Dorothée Brand, Susann Lindner, Rebecca Brinkmann, Maximilian Kurth, Carsten Kumm, Wolfram Haupt, Horst Gründel, Manfred Artus, Johanna Popp, Jakob Zeller, Jessika Puschak, Jochen Seitz, Siegfried Pecher, Wolfgang Schüppler, Annegret Schüppler, Emma Stößel, Laurenz Fleischmann, Lena Büttner, Lisa Popp

Band: Barbara Zeller (Flügel), David Lange (Akustikbass), Anja Seitz (Akustikgitarre), Oliver Heß (Schlagwerk), Ann-Cathrin Weiß (Querflöte).

Wiederaufnahme: 14. bis 17. September, 20. bis 23. September, jeweils 19.30 Uhr, 24. September, 15 Uhr, im Riesensaal der Ehrenburg.

Karten bei allen Geschäftsstellen der VR-Bank Coburg für 26 Euro, ermäßigt 20 Euro, Premiere 30 Euro.

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