Coburg

Albert und Victoria lieben sich weiter

"Albert & Victoria", das Musical über die Liebe des 19. Jahrhunderts, entzückte Tausende. Jetzt gibt es in der Ehrenburg nochmals neun Vorstellungen.
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Wie aus den historischen Gemälden: Marie-Sophie Weidinger als Queen  Victoria und Valentin Fruntke als Prinz Albert. Carolin Herrmann
Wie aus den historischen Gemälden: Marie-Sophie Weidinger als Queen Victoria und Valentin Fruntke als Prinz Albert. Carolin Herrmann
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Ach, sie ist so rührend, diese Coburger Liebesgeschichte. Erst Recht in der Musical-Fassung von Ulrike Barz-Murauer. "Albert & Victoria", wie das junge Mädchen Victoria Königin wird, wie sie dem noch unbeholfenen Coburger Prinzen begegnet, wie trotz des puren Kalküls eine große Liebe wächst, wie schwer es für den sensiblen Coburger Prinzen in London ist... "Albert & Victoria" war die theatrale Überraschung des letzten Jahres, obwohl es sich "nur" um eine allenfalls semiprofessionelle Produktion handelte. - Oder vielleicht gerade deshalb? Denn Laien können sehr wohl faszinieren auf der Bühne. Weil Theaterspiel eine ureigene Kunst des Menschen ist.

Jedenfalls wurde das nach eigenem Quellenstudium von der früheren Landestheatersängerin Ulrike Barz extra für Coburg verfasste Musical jetzt wieder aufgenommen, nachdem die Kartennachfrage letztes Jahr bei weitem nicht befriedigt werden konnte. Und so darf an sozusagen authentischem Ort, dem Riesensaal der Ehrenburg, in neun weiteren Aufführungen dem so schönen Paar wieder zugejubelt werden, mit extra an die Besucher ausgegebenen Great Britain-Fähnchen.

Denn einer der Trümpfe des vom Verein zur Förderung von Kleinkunst und Varietè getragenen Produktion unter der Leitung von Siegfried Pecher ist die Besetzung. Die ausgebildete Musical-Darstellerin Marie-Sophie Weidinger und der Schauspiel-Student Valentin Fruntke wirken als Victoria und Albert wie den Geschichtsbüchern und historischen Gemälden entsprungen. Es geht noch weiter, auch Maximilian Kurth als der wilde junge Ernst II. und Carsten Kumm als Onkel Leopold von Belgien ähneln den Originalen. Und wenn dann "Coburg, meine Heimat" gesungen wird - ach, ja doch. Oder gar, als Albert und Victoria, Marie-Sophie Weidinger und Valentin Fruntke beim "gemeinsamen Musizieren" wunderschön Schuberts "Leise flehen meine Lieder" singen. - Darf es nicht einfach mal schön sein?

Das als wirklich mutig zu bezeichnende Ensemble hat unter der musikalischen Leitung von Barbara Zeller nochmals an Format und Routine gewonnen, unter anderen Susann Lindner als Mutter Victoire, Dorothèe Brand als Baronin Lehzen, Carsten Kumm als Leopold von Belgien, Johanna Popp als Flora Hastings, Jessika Puschak als Hettie Standish, Wolfram Haupt als von Stockmar, Horst Gründel als Lord Melbourne, Ingmar Grapenbrade als böser John Conroy, der Zeitungsjunge Jakob Zeller.

Ohne elektronische Stütze werden in den einfühlsamen Songs von Ulrike Barz schlaglichtartig, aber durchaus tief blicken lassend, die Charaktere im Umfeld von Albert und Victoria beleuchtet. Tatsächlich bringt Ulrike Barz in ihrem dichten, zweieinhalb-stündigen Bühnenspiel auch viele kritische Aspekte der Geschichte zur Sprache, manchmal mit Witz und Sarkasmus, manchmal in packenden tänzerischen Szenen herausgearbeitet, etwa wenn die englische Gesellschaft Albert das Leben zur Hölle macht: Er ist so unverkennbar deutsch.

Hingewiesen sei auch auf das "Extrablatt", die reichhaltige Zeitung in Neuauflage zum historischen Hintergrund, welche die Produktion als Programmheft begleitet (verantwortet von Liliana Merlin Frevel). Die hebt man sich glatt auf.




"Albert & Victoria" Musical von Ulrike Barz-Murauer, die auch inszeniert hat, Regieassistenz Johanna Popp. Musikalische Leitung Barbara Zeller, Produktionsleitung Siegfried Pecher, Choreografie Ulrike Barz-Muarauer, Marie-Sophie Weidigner, Licht Hanna Dallmer-Zerbe. Grafikdesign Jessika Puschak, Zeitungsredaktion Liliana Merlin Frevel

Darsteller: Marie-Sophie Weidinger, Valentin Fruntke, Dorothée Brand, Susann Lindner, Rebecca Brinkmann, Maximilian Kurth, Carsten Kumm, Wolfram Haupt, Horst Gründel, Manfred Artus, Johanna Popp, Ingmar Grapenbrade, Jakob Zeller, Jessika Puschak, Jochen Seitz, Siegfried Pecher, Wolfgang Schüppler, Annegret Schüppler, Emma Stößel, Laurenz Fleischmann, Lena Büttner, Lisa Popp, Lena Wunder, Felicia Wunder, Wolfgang Müller, Holger Müller

Band: Barbara Zeller (Flügel), David Lange (Akustikbass), Anja Seitz (Akustikgitarre), Oliver Heß (Schlagwerk), Ann-Cathrin Weiß (Querflöte).

Wiederaufnahme: 14. bis 17. September, 20. bis 23. September, jeweils 19.30 Uhr, 24. September, 15 Uhr, im Riesensaal der Ehrenburg.

Karten bei allen Geschäftsstellen der VR-Bank Coburg für 26 Euro, ermäßigt 20 Euro, Premiere 30 Euro.
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