Ahorn
Drama

Tödliche Schießerei: Jugendgruppe aus Ahorn erlebt Albtraum in Kopenhagen

Eine Gruppe des Ahorner Schlupfwinkels musste in Kopenhagen hautnah eine tödliche Schießerei miterleben. Die Jugendlichen blieben körperlich unversehrt.
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Die zwei bewaffneten Männer, die in einem Hotel im Stadtteil Nørrebro um sich schossen, entkamen der Polizei. Symbolbild: Tom Wall/AP/dpa
Die zwei bewaffneten Männer, die in einem Hotel im Stadtteil Nørrebro um sich schossen, entkamen der Polizei. Symbolbild: Tom Wall/AP/dpa
Es sollten sechs unbeschwerte Tage in Dänemark werden: Die Reisegruppe vom Jugendzentrum Schlupfwinkel in Ahorn, die am Montag nach Kopenhagen aufgebrochen war, hatte unter anderem Besuche des berühmten Vergnügungsparks "Tivoli" und natürlich der Kleinen Meerjungfrau als Programmpunkte. Doch das alles rückte am Dienstagabend plötzlich in den Hintergrund. Im Hotel, in dem die knapp 30-köpfige Gruppe untergebracht war, kam es zu einer tödlichen Schießerei.


Verfeindete Gangs

In Kopenhagen liefern sich, wie dänische Medien erklären, zwei verfeindete Gangs regelmäßig heftige Auseinandersetzungen. Auch Schüsse seien dabei schon gefallen. Dennoch gelte Kopenhagen als eine für Touristen sehr sichere Stadt.

Wie dänische Medien weiter berichten, stürmten am Dienstagabend zwei bewaffnete Männer in ein Hotel im Stadtteil Nørrebro und schossen um sich. Eine Person wurde dabei getötet. Zwei weitere Personen wurden verletzt, eine davon schwer. Alle drei würden, so teilte später die Polizei mit, einer der beiden verfeindeten Gangs angehören. Die Täter konnten flüchten.

In dem Hotel, in dem sich der Vorfall ereignete, ist auch die Jugendgruppe aus dem Schlupfwinkel einquartiert. Und nicht nur das: Als im Foyer die Schüsse fielen, befanden sich die Jugendlichen in unmittelbarer Nähe in einem Nebenraum.

Aber zum Glück konnten sie schon bald Entwarnung in Richtung Heimat geben: "Uns geht's gut", schrieb ein 15-jähriger Coburger via Whatsapp an seine Eltern, "hier ist jetzt alles abgesperrt, wir sind in Sicherheit". Trotzdem saß der Schock verständlicherweise tief - auch bei den besorgten Angehörigen zu Hause im Coburger Land.

Eine wichtige Erkenntnis, die zumindest ein wenig zur Beruhigung beitragen kann, scheint zu sein: Es handelte sich nicht um einen Anschlag, bei dem die Täter wahllos auf Leute geschossen haben. Stattdessen sind wohl ganz gezielt die Mitglieder der verfeindeten Gang ins Visier genommen worden.

Die Reise der Schlupfwinkel-Gruppe wird, wie am Mittwoch nach Rücksprache mit einigen Eltern verlautete, fortgesetzt.

Das Jugendhaus Schlupfwinkel im Ahorner Ortsteil Schorkendorf nahm vor 25 Jahren seine Arbeit auf. Die Familie Stoschek hatte das frühere Radlerheim gekauft und dem Förderverein Ahorn überlassen. Seit 1998 gibt es unter der Leitung der Sozialpädagogin Edith Gellner-Seemann ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm, zu dem etliche kulturelle Ereignisse, aber auch Reisen wie die nach Kopenhagen gehören.


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