Coburg
Interview

Ärztechor und Ärzteorchester proben für Benefizkonzert in Coburg

Wie sich das Deutsche Ärzteorchester und der Deutsche Ärztechor auf ihr Benefizkonzert am Samstag in der Coburger Morizkirche vorbereiten.
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Der Deutsche Ärztechor und das Deutsche Ärzteorchester proben unter der musikalischen Leitung von Alexander Mottok für ihr Benefizkonzert, das am Samstag in derMorizkirche stattfindet.Foto: Jochen Berger
Der Deutsche Ärztechor und das Deutsche Ärzteorchester proben unter der musikalischen Leitung von Alexander Mottok für ihr Benefizkonzert, das am Samstag in derMorizkirche stattfindet.Foto: Jochen Berger
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Musik füllt an diesem Mittwoch die Coburger Morizkirche - ausnahmsweise aber keine Kirchenmusik, keine Orgelmusik. Stattdessen: Carl Orffs "Carmina Burana" und Benedikt Bryderns "Glasperlenspiel". Der Dirigent Alexander Mottok probt mit dem Deutschen Ärztechor und dem Deutschen Ärzteorchester für ein Benefizkonzert, das am Samstag in St. Moriz zugunsten der Erweiterung der Schuke-Orgel stattfindet (Beginn: 18 Uhr). Bereits am Donnerstag und Freitag gestalten Chor und Orchester mit dem gleichen Programm Konzerte in Würzburg un Erlangen. Im Interview gibt Mottok Einblick in die Probenarbeit.

Wo sind bei diesem Programm die Herausforderungen für den Dirigenten?

Alexander Mottok: Das Deutsche Ärzteorchester ist zwar kein Profiorchester, aber die Musiker bringen dennoch eine sehr gute Vorbildung mit. Es ist ja grundsätzlich auffällig, dass viele Mediziner eine besondere Beziehung zur Musik haben. Anders als bei Konzerten mit Profiensembles haben wir relativ viel Zeit bei der Probenarbeit. Seit Freitag arbeiten wir an dem Programm - das Orchester in Schney, der Chor in Vierzehnheiligen. Heute haben wir zum ersten Mal die Gelegenheit, gemeinsam zu proben und alles zusammen zu fügen.

Worauf müssen Sie bei der Probe besonders achten?

Vor allem auf die Klangbalance. Wir haben bei diesem Programm eine große Schlagwerkgruppe dabei, bei der wir auch von Gästen unterstützt werden. Deshalb ist es wichtig, auf den klanglichen Ausgleich zu achten. Die Integration des Schlagwerks wird heute ein Schlüsselmoment sein. Generell gibt es sehr viele Faktoren, die man miteinander in Einklang bringen muss. Das ist eine schöne Herausforderung, die mir viel Freude macht.

Welche Voraussetzungen sind wichtig für das Gelingen eines solchen Projekts?

Wir haben im Laufe der Jahre ein ausgeklügeltes System erarbeitet, um am Ende ein gutes Ergebnis zu erzielen. Dazu gehören auch einzelne Stimmproben. Zudem kommen die Mitglieder des Orchesters und die Choristen individuell gut vorbereitet. Schließlich kommen die Mitwirkenden aus allen Teilen der Bundesrepublik. Aber dadurch, dass es bei Chor und Orchester einen festen Stamm gibt, müssen wir nicht bei jedem Projekt komplett von vorne beginnen.

Wie hat sich das Programm ergeben?

Orffs "Carmina Burana" waren ein Wunsch des Chores. Das Werk habe ich mit dem Ärzteorchester zwar schon einmal 2005 dirigiert, aber damals gab es den Ärztechor noch nicht. Und weil wir für Orff eine große Schlagwerkgruppe benötigen, habe ich ein weiteres Werk gesucht, bei dem das Schlagwerk ebenfalls eine wichtige Rolle spielt - Benedikt Bryderns "Glasperlenspiel".

Was ist das Besondere bei der Arbeit mit diesem Chor und diesem Orchester?

Alle Mitwirkenden kommen ja freiwillig zu diesem Projekt, weil sie Spaß daran haben und gemeinsam Musik machen wollen. Das schafft einen besonderen Geist, der die Arbeit beflügelt und gute Ergebnisse ermöglicht.

Rund um das Benefizkonzert in St. Moriz

Konzert-Tipp Samstag, 21. September, 18 Uhr, Benefizkonzert - Benedikt Brydern "Glasperlenspiel", Carl Orff "Carmina burana", Deutscher Ärztechor, Deutsche Ärzteorchester, Schulchor des Christian-Ernst-Gymnasiums Erlangen, Gesamtleitung: Alexander Mottok; Solisten: Katharina Leyhe (Sopran), Michael Connaire (Tenor), Dragutin Matic (Bariton), Violinsolisten Tirza Bluhm und Friederike Trost Der Deutsche Ärztechor wurde aus dem Wunsch heraus gegründet, mit dem Deutschen Ärzteorchester auch große Oratorien musizieren zu können. Der Chor kam Ende Dezember 2007 erstmals zusammen. Er besteht aus einem lockeren Zusammenschluss von mittlerweile mehr als 500 Ärztinnen und Ärzten sowie Angehörigen weiterer medizinischer und medizinverwandter Tätigkeitsfelder aus allen Teilen Deutschlands. Das Deutsche Ärzteorchester wurde im Jahr 1989 gegründet. Im Ärzteorchester spielen Mediziner aus ganz Deutschland, geprobt und konzertiert wird im Rahmen von drei bis vier Arbeitsphasen im Jahr. Seit 2003 leitet Alexander Mottok die Arbeitsphasen und Konzerte des Orchesters. Alexander Mottok, 1972 in Kiel geboren, studierte Chor- und Orchesterleitung bei Erich Wächter, Thomas Lang, Gerd Müller-Lorenz sowie in den USA bei James Daugherty und Larry Dalton und Violine bei Christiane Edinger an der Musikhochschule Lübeck. Im Jahr 1995 gründete er das Collegium Musicum Lübeck, ein professionelles Ensemble aus freiberuflichen Musikern und ausgewählten Hochschulstudenten. Dies leitet er seitdem wechselweise als Dirigent und Konzertmeister.

Schuke-Orgel Die Orgel von St. Moriz aus dem Jahr 1989 zählt bis heute zu den bedeutsamen Instrumenten ihrer Art in Oberfranken. Durch die Kirchenrenovierung haben sich allerdings die Akustik und der Klang des Instruments verändert: Der Bassbereich ist mittlerweile zu schwach. Für dieses Problem gibt es aber eine Lösung: Schon in der Barockzeit waren die Orgeln in den großen Kirchen oft mit tiefen Bassregistern ausgestattet, die für die nötige Klangabrundung sorgten. Deshalb soll die Orgel um die Pedalregister Untersatz und Posaune 32 Fuß erweitert werden. Diese Maßnahme kostet etwa 120000 Euro.

Eintrittskarten für das Benefizkonzert mit dem Deutschen Ärzteorchester und Ärztechor in der Morizkirche gibt es im Vorverkauf in der Tageblatt-Geschäftsstelle, Hindenburgstraße 3a.red

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