Coburg
Samba Festival

Abzocke bei Eintrittspreis? Sambaco weist Vorwürfe zurück

Zwei Neuregelungen bei den Eintrittspreisen des Samba-Festivals sorgen in Teilen der Bevölkerung für Aufregung. Zum einen steht der Sonntag im Kreuzfeuer: Wer nur für diesen Tag ein Ticket möchte, muss heuer erstmals zwölf statt bislang zehn Euro hinlegen.
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Foto: Archiv / Jochen Berger
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Und das, obwohl es am Sonntagabend nicht noch einen prominenten Showact gibt; in den Vorjahren waren nach dem Samba-Umzug noch Roberto Blanco sowie Percival aufgetreten. Sambaco-Pressesprecher Andi Ebert weist den Vorwurf der "Abzocke" allerdings entschieden zurück.

Denn davon abgesehen, dass der Tarif für den Sonntag sehr lange konstant gewesen sei, obwohl schon seit längerem viele Kosten und Gebühren für den Veranstalter kontinuierlich steigen: Den Preis für das Drei-Tage-Ticket habe man in diesem Jahr sogar von 30 auf 25 Euro gesenkt, wie Ebert zu bedenken gibt. Auch der Freitag (17 statt bisher 18 Euro) sowie der Samstag (20 statt 25 Euro) seinen als Einzelticket billiger geworden. Und: Wer sich rechtzeitig um sein Ticket kümmert, kommt sowieso am billigsten davon. So hatte das Drei-Tage-Ticket im Vorverkauf nur 17 Euro gekostet - was allerdings auch zwei Euro mehr als im Vorjahr waren.

Behinderte müssen bezahlen
Zum anderen meldete sich gestern auch ein Mensch mit Behinderung beim Tageblatt und erhob gegenüber Sambaco den Vorwurf der "Abzocke". Denn: Selbst bei einem Behinderungsgrad von 100 Prozent würde in diesem Jahr kein freier Eintritt mehr beim Samba-Festival gewährt. Stattdessen müssten Karten zu ganz regulären Preisen gelöst werden. "Also eine 100-prozentige Erhöhung - und das auf Kosten einer schwachen Gruppe", sagt der Mann, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte.

Andi Ebert bestätigte gestern in einem Gespräch mit dem Tageblatt eine entsprechende Neuregelung, was Menschen mit Behinderung betrifft. Er bitte aber auch im Verständnis und holt für seine Erklärung zunächst ein bisschen aus. So habe es bis vor zwei Jahren überhaupt keine feste Eintrittsregelung für Menschen mit Behinderung gegeben. Doch als dann eine wahre "Flut an Anfragen" eingegangen sei, habe man sich dazu entschlossen, bei einem Behinderungsgrad von 100 Prozent grundsätzlich freien Eintritt zu gewähren.

Bisherige Regelung "ausgenutzt"
2012 wurde dieses Angebot sogar noch insofern erweitert, dass auch die jeweilige Begleitperson kostenlos mit aufs Festivalgelände durfte. Aber: "Das wurde leider ausgenutzt", berichtet Andi Ebert, "da gab es regelrecht Betrügereien."

Freier Eintritt nur für Begleitpersonen
Deshalb habe man Kontakt zur oberfränkischen Regionalstelle des Zentrums Bayern für Familie und Soziales in Bayreuth aufgenommen und gemeinsam nach einer für alle Seiten akzeptablen Lösung gesucht. Und die sehe nunmehr so aus: Auch Menschen mit Behinderung müssen ganz regulär Eintritt bezahlen - sobald sie allerdings auf eine Begleitperson angewiesen sind, erhält diese Begleitperson freien Eintritt.

Faire Lösung?
Andi Ebert bezeichnet diese Lösung als "fair" und verweist darauf, dass es bei vergleichbaren Großveranstaltungen - wie etwa dem Afrika-Festival in Würzburg - überhaupt keine Preisnachlässe oder Vergünstigungen für Menschen mit Behinderung gebe.

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