Coburg
Abitur 2018

Absolventen des Alexandrinums Coburg erleben eine Abifeier mit viel Philosophie

Drei Abiturienten des Coburger Gymnasiums Alexandrinum schließen ihre Schullaufbahn mit der Traumnote 1,0 ab.
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Mit Leistungsprämien wurden die besten Abiturienten des Jahrgangs 2018 am Alexandrinum ausgezeichnet. Vorne von links: Katja Richter, Rebecca Köhler, Jana Baudler, Larissa Sprigade, Johanna Zöller; hinten von links: Oberstufenkoordinatorin Christl Wolf, Paula Schagerl, Aurelius Scheer, Julian Feuerpfeil, Patrick Höfer und Oberstudiendirektor Herbert Brunner. Foto: Martin Rebhan
Mit Leistungsprämien wurden die besten Abiturienten des Jahrgangs 2018 am Alexandrinum ausgezeichnet. Vorne von links: Katja Richter, Rebecca Köhler, Jana Baudler, Larissa Sprigade, Johanna Zöller; hinten von links: Oberstufenkoordinatorin Christl Wolf, Paula Schagerl, Aurelius Scheer, Julian Feuerpfeil, Patrick Höfer und Oberstudiendirektor Herbert Brunner. Foto: Martin Rebhan
Eines haben im diesem Jahr die Abiturienten des Alexandrinums und der Schulleiter, Oberstudiendirektor Herbert Brunner, gemeinsam. Beide starteten gemeinsam ihre Laufbahn. Allerdings mit anderen Vorzeichen behaftet. Brunner hatte bereits seit mehreren Jahren das Abitur in der Tasche und stellte sich an, "Chef" am ehemaligen Mädchen-Gymnasium zu werden. Der Abiturjahrgang 2018 hatte damals noch einige Schuljahre vor sich, um da anzukommen, wo er seit Freitag ist: Abiturienten des Alexandrinums zu sein.

In einem würdigen Rahmen wurde die Leistung der jungen Erwachsenen gewürdigt. Alle der 91 Prüflinge haben den hohen Anforderungen Stand gehalten und durften gestern ihre heiß begehrten Zeugnisse in Empfang nehmen. Für Aurelius Scheler, Paula Schagerl und Julian Feuerpfeil ging der Prüfungsstress besonders erfolgreich aus. Sie schlossen mit einer Traumnote von 1,0 ab. Nur knapp dahinter liegen Patrick Höfer (1,1), Rebecca Köhler (1,3), Larissa Sprigade (1,3), Katja Richter (1,5) und Jana Baudler (1,5). Aber unabhängig von der Endnote, alle erfolgreichen Schüler könnten stolz auf das Erreichte sein, sagte Schulleiter Brunner. Dass es nicht alle geschafft haben, sei in diesem Jahr in Bayern vermehrt festzustellen.

In seinen Worten zum Abschied stellte der Schulleiter auf den ersten Blick nicht die Abiturienten in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen, sondern beleuchtete das Leben von Andreas Sarti, einer literarischen Figur, der Berthold Brecht Leben eingehaucht hat. Leicht machte es der Schulleiter dem
Auditorium nicht, seinem anspruchsvollen Gedankengang über das Werk von Brecht "Das Leben des Galilei" sofort eine Hinführung zu der Abiturfeier zu finden. Herbert Brunner durchleuchtete im Detail das literarische Meisterwerk und versetzte die Zuhörer in die Lage, zu vergessen, dass es nicht um Berthold Brecht, sondern um die Abiturienten geht. Aber nicht nur Brecht wurde herangezogen, auch Dürrenmatt, der Historiker Christopher Clark, Konrad Paul Liessmann, Georg Christoph Lichtenberg und Oscar Wilde kamen mehr oder weniger ausführlich zu Wort. Am Ende stellte der Schulleiter mit dem Helden aus Brechts Werk fest: "Wir wissen bei weitem nicht genug, wir stehen wirklich erst am Beginn." Eine Schlussfolgerung seiner Betrachtungen ist, dass diejenigen, die nicht bereit sind, etwas zu sehen, unmündig bleiben und damit zu einem idealen Objekt für die Mächtigen werden. Der Vormarsch für Autokraten und Populisten, von Fundamentalisten und Nationalisten beruht nach Worten des Schulleiters auch darauf, dass die Menschen oft blind für die komplexen Zusammenhänge der Welt seien. Somit hätten die Herrschenden ein leichtes Spiel, auf ihre auf Halbwissen beruhende Sichtweisen setzen zu können. Kritisch setzte er sich mit der derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklung auseinander. So meinte Brunner, dass aus dem Ruf "Wir sind das
Volk" die Parole "Ich bin das Volk" geworden sei.


"Wir sind jung"

Kim Abeska und Leoni Angermüller übernahmen den Part, das Leben am "Alex" aus Schülersicht zu
durchleuchten. Ihr Blick ging dabei auf die Anfänge zurück, als man vor zwölf oder mehr Jahren mit der "Zuckertüte" vor der Grundschule gestanden und sich auf den ersten Schultag gefreut habe. "Von den ,Größten‘ in der Grundschule wurde man plötzlich wieder zu den ,Kleinsten‘ im Alexandrinum." Aber auch hier hätten es die "Kleinen" verstanden, alle Hürden zu nehmen. Die beiden frischgebackenen Abiturienten erinnerten daran, wie viel Entscheidungen in ihrem Schulleben getroffen werden mussten. Ein großes Lob sprachen sie ihren Lehrern aus. "Sie gaben ihr Bestes, um uns zu motivieren und auch die schönen Seiten des Schülerseins zu zeigen. " Wir investierten unseren letzten Kampfgeist, Ehrgeiz, Willen und erreichten so gemeinsam das Ziel, das wir uns in der fünften Klasse gesetzt haben", betonten die Abiturienten. Mit der Feststellung "We are young" verabschiedeten sich die ehemaligen Schüler von "ihrem" Alexandrinum.
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