Coburg
Klinikum

Abschied mit Bedauern von Mario Bahmann

Klinikums-Geschäftsführer Mario Bahmann hat Coburg schon verlassen - auf eigenen Wunsch. Aber alle Beteiligten legten nach den Turbulenzen des vergangenen Jahres offenbar Wert auf ein versöhnliches Ende.
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Ein Bild der Harmonie: Regiomed-Geschäftsführer Joachim Bovelet (links), Landrat Michael Busch und Ärztlicher Direktor Walter Strohmeyer (rechts) hätten gern weiter mit Mario Bahmann (zweiter von LInks) zusammengearbeitet, sagen sie. Bahmann wechselt zum 1. September an ein Klinikum in Minden. Foto: Simone Bastian
Ein Bild der Harmonie: Regiomed-Geschäftsführer Joachim Bovelet (links), Landrat Michael Busch und Ärztlicher Direktor Walter Strohmeyer (rechts) hätten gern weiter mit Mario Bahmann (zweiter von LInks) zusammengearbeitet, sagen sie. Bahmann wechselt zum 1. September an ein Klinikum in Minden. Foto: Simone Bastian
Vor gut einem Jahr schien es, als sei die Harmonie unwiderbringlich dahin: Landrat Michael Busch und der damalige Oberbürgermeister Norbert Kastner (beide SPD) zeigten Bahmann wegen Untreue an. Bahmann hatte ausrangierte Klinikbetten an eine Klinik in Rumänien gespendet, ohne den Aufsichtsrat davon in Kenntnis zu setzen. Kastner und Busch gingen zur Staatsanwaltschaft, um nicht selbst als Mittäter belangt zu werden, hieß es damals.
"Ich würde das heute anders machen", sagte Busch gestern unumwunden. "Wir wurden in diese Situation gedrängt." Schon im September 2013 segnete der Aufsichtsrat des Klinikverbunds Regiomed diese Spenden nachträglich ab. Das Verfahren gegen Bahmann wegen Untreue wurde schließlich im Juni eingestellt. Bahmann zahlte eine Geldauflage in Höhe von insgesamt 5000 Euro. Das sei "kein Schuldanerkenntnis" gewesen, betonte Bahmann gestern. Er habe verhindern wollen, dass sich das Verfahren noch länger hinzieht.
"Ich wäre nicht handlungsfähig gewesen." Denn für ihn und den Aufsichtsrat sei auch klar gewesen, dass es eine Entscheidung über seine, Bahmanns, Zukunft erst dann geben könne, wenn das Verfahren abgeschlossen sei. Wobei: "Mir war immer klar, dass das Verfahren eingestellt wird." Ähnlich sieht es Joachim Bovelet, im Regiomed-Verbund als Hauptgeschäftsführer faktisch Bahmanns Vorgesetzter und nun übergangsweise sein Nachfolger. Durch seine Zahlungen habe Bahmann das Verfahren "ganz erheblich" verkürzt, "und jetzt ist es durch", sagte Bovelet.
Dass das Verfahren zu Ende ist, war am 27. Juni bekanntgegeben worden. Aber schon gut zwei Wochen vorher hatten Regiomed und Bahmann gemeinsam erklärt, dass der Geschäftsführer "neue Herausforderungen" suche. Seit Mitte Juli ist auch klar, wo: im Johannes-Wesling-Klinikum in Minden. Ein Haus mit 894 Betten und rund 2600 Beschäftigten, wie Bahmann gestern sagte. Größer als Coburg mit seinen 512 Klinikbetten und den 50 in der geriatrischen Rehaklinik.

Unruhige Zeiten

Mit der Anzeige gegen Bahmann waren die turbulenten Zeiten bei Regiomed noch lange nicht zu Ende: Ende August 2013 entband der Aufsichtsrat die damalige Hauptgeschäftsführerin Katja Bittner von ihren Pflichten, und zwar fristlos. Bovelet kam erst als Interimsgeschäftsführer und ist seit Jahresbeginn Hauptgeschäftsführer des Klinikverbunds, mit einem Vertrag, der sich jedes weitere Jahr um eines verlängert, wenn keine der beiden Seiten vorher kündigt.
Bovelet und Bahmann betonten beide, dass sie gut zusammengearbeitet haben. Auch Landrat Busch lobte Bahmanns Wirken - es habe bis zum Schluss ein "vertrauensvolles Miteinander" geherrscht. Außerdem habe Bahmann dem Klinikum und dem Verbund noch einige "Nützlichkeiten" erwiesen, indem er zwischen Landrat Busch und dem Vorsitzenden des Konzernbetriebsrats, Martin Lücke, vermittelte. Ohne den Betriebsrat hätte das Klinikum den Pflegezuschlag in Höhe von 2,3 Millionen Euro für das Jahr 2012 nicht erhalten. "Ich hätte mir auch eine Zukunft mit Ihnen vorstellen können, aber die Rahmenbedingungen waren nicht so", sagte Busch an Bahmann gewandt. "Ich gehe ohne Groll", versicherte dieser.
Er ist quasi schon weg: Schon am 1. September tritt er seinen Posten in Minden an. Fürs Klinikum Coburg wird nun ein neuer Geschäftsführer gesucht, dabei wolle sich Regiomed eines Headhunters bedienen, sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Bovelet. Ein halbes Jahr wolle man sich für die Suche Zeit lassen; bis dahin führt Bovelet zusammen mit Gabriele Dutiné das Klinikum Coburg. Gabriele Dutiné wurde ursprünglich als Beraterin für die Umstrukturierung der Labore geholt.
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