Über den Wolken flogen sie nicht, Bodenhaftung war bei der Deutschlandtournee der Geschwister Anita und Alexandra Hofmann jederzeit gegeben. Dennoch: Ihr Show mit dem Titel "Wir fliegen" durch 33 deutsche Städte statteten sie optisch mit einer Flugzeugattrappe aus, hergestellt von der Firma Christian Hofmann aus Bad Rodach. Die Namensgleichheit blieb allerdings nicht die einzige Parallele zum Landkreis Coburg.

Firmeninhaber Reinhard Hofmann erläuterte den Hintergrund: "Der Kontakt kam über Marcus Geuß zustande, bekannter unter dem Namen "Marcelini" und Inhaber der "Zauberwelt" in Grub am Forst. Geuß pflegt seit einigen Jahren bereits Kontakte zum Geschwisterpaar Hofmann. Nach einer ersten Anfrage, waren die Modalitäten schnell geklärt und der Flugzeugbau wurde in Auftrag gegeben.


Alle Teile sind mobil



"Sieben Mitarbeiter waren zwei Monate beschäftigt", betonte Reinhard Hofmann, wobei stets unter der Vorgabe "hohe Mobilität" agiert wurde. So sind die Propeller mit einem Durchmesser von rund einem Meter mit unterschiedlich schnellen Drehzahlenmessern ausgestattet.Die Propeller haben je einen Antriebsmotor. Durch einen Frequenzumrichter mit Fernregelung kann dann über das Stromnetz die Drehzahl eingestellt und variiert werden.

Überhaupt: Alle Teile sind einzeln und haben Befestigungsmöglichkeiten. So können sie individuell montiert werden, was auch den Transport vereinfacht. Die einzelnen Bestandteile der Flugzeugattrappe sind aus glasfaserverstärktem Polyester hergestellt und die Oberfläche, entsprechend der Vorgabe, glanzlackiert.
"Wenn ein Team einmal eingespielt ist, dauert es rund eine halbe Stunde, bis das Flugzeug betriebsbereit ist", legt der Bad Rodacher Geschäftsführer den Zeitplan fest. Auch die Kostenfrage ist rasch erledigt. Auf "runde 10.000 Euro", legt anschließend der Bad Rodacher Geschäftsführer den Preis fest.


Profis hinter den Kulissen



Marcus Geuß hat mit seinem Mitarbeiter Christian West das Buch sowie das gesamte Konzept für die Show entworfen und arrangiert. "Wir waren praktisch die "Geburtshelfer", bekannte Marcelini, der mehrere Kunststücke mit einbaute und rund 190 Lichtstimmungen rund um die Flugattrappe entwarf und realisierte. Zusammen mit dem Geschwisterpaar agierten eine Fünf-Mann-Band, sechs Tänzer des MDR-Fernsehballetts, Artisten und rund zehn Mitarbeiter "im Hintergrund". Neue Songs, neuer Look, neuer Sound. Der volkstümliche Charakter ihrer Auftritte verschwindet, hin zu einem klassischen, deutschen Schlager-Album heißt in dieser Show die Devise, betont Marcus Geuß.

Anita und Alexandra Hofmann verstehen es, ihre Fangemeinde immer wieder zu überraschen: Mit 13 neuen Titeln, produziert von Walter J.W. Schmid und Jack White. Einige Beispiele ihres Programms: Von der flotten Fox-Dance Nummer ("Wir singen Bella Musica", "Annemarie") über fröhliche Limbo-Rhythmen, gefühlvolle Balladen á la Clayderman ("Mit Dir allein im Paradies", "Unendlich frei") bis hin zu den träumerischen Klängen von "Zünd‘ ein Licht an", reicht das Repertoire des gut zweistündigen Abends.


Zu Gast in Grub



Anita und Alexandra Hofmann sind regelmäßig in der Grüber Zauberwelt zu Gast, das nächste Mal wieder am 23. Mai, kündigte Marcelini an. Dann allerdings ohne Flugzeug, denn dazu ist das Hofmann-Requisit für die Bühne einfach zu groß. Mittlerweile ist die Attrappe zusammengelegt und ordnungsgemäß verstaut im großen Kulissenfundus der Künstlerinnen. vg