Coburg
Engagement

Zwei Coburger Künstler und ihre Passion für eine bessere Welt

Elisabeth Funk und Robin Höhn - zusammen sind sie das Duo "Fair Enough!" - setzen sich auf der Bühne, aber auch privat für Menschenrechte, Tier- und Umweltschutz ein. Sie wollen damit möglichst viele Menschen erreichen.
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Elisabeth Funk und Robin Höhn liefern auf der Bühne eine ungewöhnliche Performance, mit der sie aufrütteln und zum Nachdenken anregen wollen.Foto: privat
Elisabeth Funk und Robin Höhn liefern auf der Bühne eine ungewöhnliche Performance, mit der sie aufrütteln und zum Nachdenken anregen wollen.Foto: privat
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Auf den ersten Blick sind sie ein ungewöhnliches Paar, das ungewöhnliche Musik auf ungewöhnliche Weise macht: die Sängerin Elisabeth Funk mit klassischer Opernausbildung und Robin Höhn, der talentierte Tänzer und Autodidakt. Wer aber ihre Live-Auftritte erlebt, ihre Videos anschaut oder mit ihnen über ihre Intentionen und Leidenschaften spricht, erkennt rasch, dass es sich hier um zwei Seelenverwandte handelt.

Mit ihrer Kunst setzen Elisabeth Funk und Robin Höhn sich für Menschenrechte, den Tier- und Umweltschutz, gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch ein. Das haben sie bereits bei Veranstaltungen wie dem Schlossplatzfest in diesem Sommer, beim Verein Schattenkinder in Berlin oder beim Christopher-Street-Day in Frankfurt am Main getan.


Sie ist gegen sinnlose Forstaktionen

Doch ihr Engagement beschränkt sich nicht allein aufs Künstlerische. Elisabeth Funk hat die Bürgerinitiative "Wilde Natur" gegründet. Sie und ihre Mitstreiter wenden sich damit gegen das Abholzen alter gesunder Bäume und - aus ihrer Sicht - sinnlose Forstaktionen mit großen Maschinen. Sie fordern, die Artenvielfalt zu erhalten.
Robin Höhn unterrichtet zweimal in der Woche Flüchtlinge in deutscher Sprache. "Es sind junge Männer in meinem Alter, die meisten aus Afghanistan. Sie haben Schreckliches erlebt." Deshalb kümmert sich der Coburger auch außerhalb des Unterrichts um sie und zeigt ihnen das Leben in der Stadt. Das ist sein Beitrag zur Willkommenskultur.

Ihr gemeinsames Interesse an Musik verband die Sängerin und den Tänzer von Anfang an. "Wir haben uns 2003 beim Blauen Kreuz kennengelernt", erzählt Robin Höhn. Dort haben sie sich ehrenamtlich engagiert und betreuten bei verschiedenen Anlässen die alkoholfreie Cocktailbar. "Aus Spaß haben wir immer gesagt: Irgendwann stehen wir mal zusammen auf der Bühne", erinnert sich Robin Höhn.

Neun Jahre später, 2012, gründeten sie das Electro-Funk-Duo "Fair Enough!", was sich etwa mit "in Ordnung, schön und gut oder meinetwegen" übersetzen lässt. Das soll keine Ist-Beschreibung der Welt sein, sondern ist eher ein Wunsch oder besser: ein Ziel.


Zwei professionell produzierte Videos

Inzwischen gibt es auch zwei professionell produzierte Videos zu den Titeln "Mister Bigger" und "Winter". Meist schreibt Elisabeth Funk die Texte. Bei Mister Bigger aber hat Robin Höhn sich von der Seele geschrieben, was ihn bewegt. "Es soll eine Abrechnung mit den großen Konzernen sein, die ohne Rücksicht auf Verluste nach immer mehr Wachstum streben. Es geht aber auch um Privatpersonen, die glauben, sie könnten sich über andere erheben", erläutert er. Seine Duo-Partnerin ergänzt: "Und um die Plattenbosse, die bestimmen, welche Musik populär wird."



Gegen den Mainstream

Dass "Fair Enough!" aus dem Mainstream-Raster fällt, ist den beiden bewusst. Sie polarisieren und sehen das positiv. "Wichtig ist, dass wir bei den Menschen eine Resonanz spüren. Auch wenn negative Reaktionen kommen, ist das auch gut", sagt Elisabeth Funk. Sie hat einige Jahre in London gelebt und sich dort mit Elekromusik beschäftigt. "Ich möchte ein möglichst breites Spektrum an Publikum erreichen", erläutert sie. Dafür erschien ihr der Elektro-Funk geeignet. Zum Teil kombiniert sie ihn auch mit Rock und Opernarien. 200 Titel hat sie inzwischen geschrieben, für die meisten auch die Texte, einige stammen aber auch von Robin Höhn. Einmal wöchentlich treffen sie sich und arbeiten zusammen. "Robin ist in erster Linie für die Choreographie zuständig und er ist ein Perfektionist. Ich steuere eher improvisatorische Elemente bei", erzählt Elisabeth Funk. In Zusammenarbeit mit der Firma Digital Manufaktur entstanden nun die ersten beiden Videos. Weitere werden folgen. Von 2016 an wollen die beiden mit einer Rockband zusammenarbeiten und damit ihrer Musik eine neue Qualität geben.

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