Coburg
Instruktionen

Zuerst geht's um den neuen OB

360 Wahlhelfer erhielten ihre Einweisung für die Kommunalwahl am Sonntag. Wenn um 18 Uhr die 60 Coburger Wahllokale schließen, geht es für die Helfer erst so richtig mit der Arbeit los.
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40 Stimmen darf jeder Wähler auf die Coburger Stadtrats-Kandidaten verteilen (maximal drei pro Kandidat!). Peter Schrickel, Andrea Zivic und Manfred L. Höllein (von links) erklärten den Wahlhelfern, worauf sie beim Auszählen des riesigen grünen Stimmzettels achten müssen.
40 Stimmen darf jeder Wähler auf die Coburger Stadtrats-Kandidaten verteilen (maximal drei pro Kandidat!). Peter Schrickel, Andrea Zivic und Manfred L. Höllein (von links) erklärten den Wahlhelfern, worauf sie beim Auszählen des riesigen grünen Stimmzettels achten müssen.
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Der Stimmzettel für die Kommunalwahl am Sonntag ist eine echte Herausforderung - nicht nur für die rund 33 000 Wahlberechtigten, die ihre 40 Stimmen auf 320 Kandidaten von neun Parteien verteilen müssen. Auch für die 360 Wahlhelfer, die morgen für die Stadt Coburg im Einsatz sind, gibt es so einige Stolperfallen zu beachten. Welche das sind, darüber informierte am Donnerstagnachmittag der stellvertretende Leiter des Wahlamtes, Peter Schrickel im Kongresshaus.

Die wohl wichtigste Veränderung zu den Kommunalwahlen 2002 und 2008: Die Oberbürgermeisterwahl wird diesmal nicht mehr elektronisch ausgezählt, sondern per Hand. Der riesige grüne Stimmzettel der Stadtrats-Wahl (Schrickel: "im handlichen Schrank-Format") wird dagegen weiterhin Computer-unterstützt ausgewertet. "Allerdings nicht mehr mit dem Barcode-Leser", erläuterte Peter Schrickel.
Für die Erfassung der Stimmen werde zwar das gleiche Computerprogramm verwendet wie beim letzten Mal, aber statt des Barcode-Lesers arbeiten die Wahlhelfer nun "mit Mausklick und Tastatur". Aus jedem Wahllokal seien zwei der jeweils sechs Helfer extra als EDV-Erfasser geschult worden, insgesamt 120 Damen und Herren. "Wir versprechen uns davon vor allem eine Verkürzung der Bearbeitungszeit", erklärt Schrickel.

Um 7.30 Uhr wird aufgebaut

Doch ehe es überhaupt zur Auszählung kommt, haben die Wahlhelfer - gut ein Drittel sind Mitarbeiter der Stadtverwaltung - schon zehn Stunden Kommunalwahl hinter sich. Um 7.30 Uhr, so teilt Schrickel mit, geht es im jeweiligen Wahllokal los: Kabinen aufbauen, Urnen aufstellen, das Wahllokal ausschildern und vor allem prüfen, ob die Laptops funktionieren.

Die jeweils sechsköpfigen Wahlhelfer-Teams arbeiten in zwei Schichten zu je drei Personen. Sollte früh einer fehlen, dürfe "der erstbeste Wähler, der zur Tür hereinkommt", zum Wahlhelfer verpflichtet werden. "Aber sagen Sie das demjenigen erst, nachdem Sie seine Personalien aufgenommen haben, dann hat er keine Chance mehr, Reißaus zu nehmen", rät Schrickel, der sich Mühe gibt, die trockene Theorie mit einer guten Portion Witz zu garnieren. Ablehnen darf der Ersatz-Wahlhelfer dieses "Ehrenamt" übrigens nur aus wirklich gutem Grund, sonst drohen bis zu 500 Euro Geldstrafe.

Weiter geht's mit den Stolperfallen: Der OB-Stimmzettel muss mit der unbedruckten Seite nach außen in die Urne - also am besten gleich selbst vorfalten. Es gibt 1001 Möglichkeit, einen Stimmzettel ungültig zu machen. Und: "Halten Sie sich im Wahllokal aus Diskussionen um die Wahl heraus!"

Wie auch immer, um 18 Uhr ist Schluss mit Wählen. Die Lokale werden kurz geschlossen. Dann wird sofort mit der Auszählung begonnen. Stadtrats-Anwärter müssen sich allerdings etwas gedulden: Erst wenn die OB-Stimmen gezählt, eingetütet und ins Wahlamt geschafft sind und der Wahlvorstand wieder in sein Wahllokal zurückgekehrt ist, kommt der gigantische grüne Zettel an die Reihe.

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