Coburg
Auftritt

Wo Maria in Coburg auf Mozart trifft

Auch als Konzertraum kehrt die renovierte Kirche St. Augustin zurück ins Bewusstsein des Coburger Publikums.
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Maria mit Kind: Kirchenfenster in St. Augustin in CoburgFoto: Jochen Berger
Maria mit Kind: Kirchenfenster in St. Augustin in CoburgFoto: Jochen Berger
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War es die Neugier auf die Wiederbegegnung mit der generalsanierten Kirche St. Augustin als Konzertsaal? War es die Neugier auf das Ensemble Cantico, das sich in der Region Coburg mit seinen stets interessant konzipierten Programmen längst einen guten Namen gemacht?


Der Andrang des Publikums war jedenfalls bemerkenswert beim Cantico-Konzert, das Werke vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart bot. "Maria trifft Mozart" - unter diesem Motto erlebten die Zuhörer eine spannende Begegnung marianischer Gesänge mit Musik von Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart.


Deutlich längerer Nachhall

Unüberhörbar hat die Generalsanierung des katholischen Gotteshauses am Fuße des Festungsbergs die akustischen Bedingungen verändert. Besonders markant: Der Hall ist deutlich verstärkt. Bei ruhig fließenden Stücken muss dieser Umstand kein Nachteil sein, wie gleich zu Beginn das "Ave Maria" für Orgel des amerikanischen Komponisten und Organisten Eugene Thayer bewies. Hier wählte Christian Reissinger warme, weich timbrierte Klangfarben.


Auch die Gesangsstimmen können sich vor allem bei Stücken mit gemäßigtem Tempo gut entfalten. Das bewiesen Gisela Maria Paul (Sopran), Erika Kreuzer (Mezzosopran) und Wilfried Paul (Bassbariton) beispielsweise mit dem A-cappella-Satz des zeitgenössischen Komponisten Mariano Garau. In Notenbüchern des 16. und frühen 17. Jahrhunderts hatte das Ensemble Cantico viele klangvolle Marien-Gesänge wenig bekannter Komponisten entdeckt - von Giovanni Battista Riccios "Ave clementissima" bis Horatio Tarditis "Veniat amica mea".


Der stets ausgewogene Klang ist das Markenzeichen des Ensembles Cantico - keine Stimme drängt sich in den Vordergrund, vielmehr ist die Balance durchweg gewahrt. Das galt auch für die dreistimmige Missa brevis in C von Leopold Mozart.


Seit inzwischen zehn Jahren ist der Organist und Pianist Christian Reissinger der mustergültig zuverlässige instrumentale Partner des Vokalterzetts Cantico - auch bei diesem Konzert in St. Augustin. Solistisch präsentierte sich Reissinger zudem am E-Piano mit dem Allegro con spirito aus der C-Dur-Sonate KV 309 von Wolfgang Amadeus Mozart.

Nach reichlich Beifall bedankten sich die Interpreten beim begeisterten Publikum noch mit zwei Zugaben.



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