Coburg
Innenstadt

Wirbel um Parkplatz-Pläne in Coburg

Händler sind entsetzt, die Bürgermeisterin versucht zu beruhigen: Die vom Tageblatt veröffentlichten Pläne sorgen für viel Gesprächsstoff.
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Auch die Webergasse könnte von einer Neuregelung der Parkplätze betroffen sein. Foto: Oliver Schmidt
Auch die Webergasse könnte von einer Neuregelung der Parkplätze betroffen sein. Foto: Oliver Schmidt
Deutlich mehr Anwohnerparkplätze, dafür weniger Kurzzeitparkplätze - denn Kunden, die in die Coburger Innenstadt fahren, sollen lieber eines der vier Parkhäuser nutzen. Auf diesen kurzen Nenner lässt sich der Vorschlag bringen, den die Verkehrsplaner der Ingenieurgesellschaft Gevas Humberg & Partner aus München erarbeitet haben - und den das Tageblatt am Mittwoch exklusiv veröffentlicht hat.

Viele Händler reagierten - in den sozialen Medien, oft auch nur hinter vorgehaltener Hand, manchmal aber auch per Anruf im städtischen Bauamt - entsetzt. Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) war daraufhin um eine Beruhigung der Gemüter bemüht und lud kurzfristig zu einem Pressegespräch. Ihr war es wichtig, zu betonen, dass die von der Stadt Coburg beauftragten Verkehrsplaner lediglich einen "Konzeptvorschlag" unterbreitet hätten, über den es nun zu diskutieren gelte.

Ebenso beteuerte Birgit Weber, dass ihr eine "Stärkung und Sicherung der Innenstadt" am Herzen liege, und zwar "in allen ihren Funktionen". Und mit diesen Funktionen meine sie sowohl einen leistungsfähigen Standort für den Handel als auch einen Standort für Wohnen und öffentliches Leben.

Aber was heißt das jetzt konkret? Weil der Konzeptvorschlag auch viele Punkte enthält, mit denen die Elektromobilität gefördert werden soll, wollte ein Pressevertreter wissen, ob letztlich eine autofreie Innenstadt gewünscht werde, wie sie bisweilen vor allem von den Grünen propagiert werde. "Ich bin keine Grüne", stellte Birgit Weber daraufhin fest. "Ich bin CSU - und deshalb stehe ich für den Handel, aber auch für das Wohnen in der Stadt."


Ideen aus Workshops

In den Konzeptvorschlag sind zwar die Ergebnisse zahlreicher Sitzungen und Workshops eingeflossen, die es seit Ende 2015 immer wieder gab. Birgit Weber sagte mit Blick auf manch strittigen Punkt in dem Papier aber auch: "Die Verkehrsplaner, die das erstellt haben, leben nicht in Coburg, sondern in München." Deshalb sei doch klar, dass vielleicht nicht in allen Punkten "der Nagel auf den Kopf" getroffen werde. Letztlich sei es aber ja ohnehin eine Entscheidung der Politiker vor Ort, ob und wie die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden.


Gefallen an Mischlösung

Was die konkrete Situation in der oberen Mohrenstraße und in der Webergasse betrifft, zeigte sich Birgit Weber mit der jetzigen "Mischlösung" ganz zufrieden: von 18 Uhr abends bis 8 Uhr früh dürfen dort ausschließlich Anwohner dort parken, in der übrigen Zeit stehen die Plätze auch Kurzzeitparkern zur Verfügung. Die Verkehrsplaner aus München hatten allerdings festgestellt, dass es aktuell zu wenige, auch dauerhafte, Anwohnerstellplätze gibt - außerdem wolle man ohnehin den Parksuchverkehr reduzieren und Kunden lieber direkt in die Parkhäuser lenken. "Wir haben diese Parkhäuser für viel Geld gebaut", gab Birgit Weber in diesem Zusammenhang auch noch zu bedenken.

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